Lizzie Doron: Ruhige Zeiten

Artikelnummer: 978-3-423-14574-9

Leale, mittlerweile um die sechzig, blickt auf ihr Leben zurück: Krieg und Verfolgung hat sie in Polen als Waise überlebt, dann kam sie nach Israel.

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Leale, mittlerweile um die sechzig, blickt auf ihr Leben zurück: Krieg und Verfolgung hat sie in Polen als Waise überlebt, dann kam sie nach Israel.

Die ganze Welt in einem Friseursalon

Leale, mittlerweile um die sechzig, wurde von ihren Eltern einst einer polnischen Bäuerin anvertraut und überlebte Krieg und Verfolgung in einem Erdloch. Gerade volljährig heiratete sie in Israel den polnischen Schneider Sulik, denn sie sehnte sich nach einer Familie. Die beiden bekommen einen Sohn. Aber, sagt Sulik: "Man braucht auch einen Beruf, um zu überleben." Und wirklich, nach Suliks Tod rettet die Arbeit in Sajtschiks Friseursalon ihr das Leben. Dreißig Jahre lang manikürt Leale den Frauen des Viertels die Nägel, hört ihre Geschichten und ist Sajtschiks Vertraute. In diesem Friseursalon verdichtet sich alles, Gegenwart, Vergangenheit, Erinnerungen, Sehnsucht.


Autor*in / Hrsg.: Lizzie Doron
Land im Fokus: Israel
Details: Übersetzt von: Mirjam Pressler
Umfang: 200 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.8 x 19.2 x 12 cm
Gewicht: 218 g
Erscheinungsdatum: 09.06.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Sharon Adler auf AVIVA-Berlin:

Die israelische Schriftstellerin, die sich in ihren Werken wie "Ruhige Zeiten" und "Das Schweigen meiner Mutter" literarisch vor allem mit der Auseinandersetzung um die Traumata der Shoah-Überlebenden und der 2. Generation im Israel der 1950er Jahre verdient gemacht hat, erzählt in ihrer aktuellen Veröffentlichung von der problematischen Freundschaft einer Israelin aus Tel Aviv (Lizzie Doron) mit einem in Ost-Jerusalem lebenden Palästinenser (fiktiv: Nadim Abu Heni).

Lizzie Doron und ihr bereits im Februar 2015 bei dtv erschienenes Buch "Who the Fuck Is Kafka?" bekommt in diesen Tagen die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Die Schriftstellerin und Friedensaktivistin war Gast auf dem "Blauen Sofa" der Leipziger Buchmesse, ist in Interviews mit Deutschlandradio Kultur oder dem ARD zu hören und zu sehen. Kaum ein Medium, das dieses Thema nicht aufgegriffen hat. Kein Wunder, denn die Brisanz dieser Konstellation beschäftigt jüdische wie nicht-jüdische Medien gleichermaßen.

Doron erzählt von einer Freundschaft, die von Problemen belastet, aber dennoch intensiv und geprägt von Neugier auf die bzw. den anderen ist. Eine Freundschaft, die im italienischen Cinecittà ihren Anfang nahm, durch die Einladung einer Organisation, die israelische und palästinensische Friedensaktivist_innen zu einem dreitägigen Kongress eingeladen hatte. Aus drei Tagen wurden drei Jahre, in denen sich die Schriftstellerin und der Filmemacher miteinander auseinandersetzen und versuchen zu verstehen. Versuchen, einen Weg zu finden, auch wenn es schwierig ist. Und in dessen Mittelpunkt ein gemeinsames Projekt steht, ein Film und ein Buch ? über das Leben des jeweils Anderen.

Besuche in Tel Aviv und Ost-Jerusalem wechseln sich ab, Treffen werden arrangiert und kurzfristig gecancelt, je nach politischer Situation, die alles bestimmt. Auch die Freundschaft der beiden, die sich dann doch bei Kaffee, Rührei oder Maqluba über alle Schwierigkeiten hinweg vorsichtig entwickelt.
Denn was für den einen Besatzung ist, stellt für die andere die tägliche Bedrohung durch Terroranschläge dar.

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