Ljudmila Ulitzkaja: Die Kehrseite des Himmels

Artikelnummer: 978-3-423-14514-5

Ljudmila Ulitzkaja gibt Auskunft über ihr Leben, Denken und Schreiben - und über Politik und Kultur in Russland.

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Ein Einblick in das Leben, Denken und Schreiben der 'Grande Dame' der russischen Literatur.

In Russland leben, Russland verstehen.

Nicht alle Menschen sind mit den aktuellen Entwicklungen in Putins Russland einverstanden. Zu ihnen gehört auch Ljudmila Ulitzkaja. In vierzig Texten verbindet sie ihre Familiengeschichte mit der Frage nach der Zukunft des Landes. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in Moskau, von den Menschen und Büchern,die sie liebt, und davon, wie sie zum Schreiben kam. Mit einer Offenheit, die überrascht und berührt, gewährt sie dem Leser Einblick in russische Alltagserfahrungen, die auch Fragen der Moral, Ethik und Religion umschließen.


Autor*in / Hrsg.: Ljudmila Ulitzkaja
weitere Themen: russische Frauen
Land im Fokus: Russland
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Biografien von/über: Schriftstellerinnen Wissenschaftlerinnen
Details: Originaltitel: Svjascennyj musor
Übersetzt von: Ganna-Maria Braungardt
Umfang: 224 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.8 x 19.2 x 12.5 cm
Gewicht: 252 g 
Erscheinungsdatum: 26.08.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Dorothee Robrecht auf AVIVA-Berlin:

Die international erfolgreichste Autorin Russlands gibt Auskunft über ihr Leben, Denken und Schreiben - und über Politik und Kultur Russlands. 2010 hat die Autorin von "Daniel Stein" erfahren, dass sie Krebs hat. 67 war sie da, und ohne diese Krebsdiagnose hätte es das Buch "Die Kehrseite des Himmels" vielleicht nicht gegeben: Nach der Diagnose habe sie beschlossen, so Ulitzkaja in einem Interview, nach all ihren Romanen jetzt noch ein Buch zu schreiben, in dem sie all das sagen würde, was noch gesagt werden muss. Eine Art Testament also, und dem ist anzumerken, dass es schnell entstand.

Es besteht aus 40 kurzen Texten, die sehr variieren: Mal sind es kurze biographische Skizzen (zu ihren jüdischen Großvätern beispielsweise, "die zusammengerechnet 30 Jahre im Gulag verbrachten"), mal Artikel, in denen sie über Missstände aufklärt. Nicht alle dieser Artikel sind neu: Der etwa über russische Waisenheime erschien bereits im Jahr 2000, und von aktuellem Interesse ist er eigentlich nur, weil Ulitzkaja ein P.S. angefügt hat:
"Inzwischen sind fast 15 Jahre vergangen. Die Zahl der Erziehungskolonien hat sich halbiert, zurückgegangen ist auch die Zahl der Jugendlichen, die eine Haftstrafe verbüßen (von 22000 im Jahr 1999 auf 2200 im Jahr 2013)."

Hier spricht eine Schriftstellerin, die Bilanz zieht und sich dabei nicht nur ihrer selbst vergewissert, sondern auch all dessen, was sie getan hat für ihr Land. Eitel klingt sie nie, auch sendungsbewusst nicht. Und vermutlich ist das so, weil Ulitzkaja es nicht nötig hat: Sie ist nicht nur intellektueller, sondern auch moralischer Hochadel. Keiner ihrer Vorfahren - gebildete jüdische Unternehmer - hat mit Stalin paktiert. Auch sie selbst hat sich nie gebeugt, und das, obwohl es in Russland, wie sie an einer Stelle scheibt, "nur eine einzige Regel gibt, die strikt gilt: sich den Mächtigen zu beugen".

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