Lotta Lundberg: Zur Stunde Null

Artikelnummer: 978-3-455-40521-7

In jedem Leben gibt es eine Stunde Null: der totale Zusammenbruch und gleichzeitig ein Neuanfang. Drei Frauen aus drei Generationen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt sind, die vor den Ruinen ihres Lebens stehen.

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In jedem Leben gibt es eine Stunde Null: der totale Zusammenbruch und gleichzeitig ein Neuanfang. Drei Frauen aus drei Generationen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt sind, die vor den Ruinen ihres Lebens stehen. Gibt es für sie noch eine Chance, auch wenn das Schlimmste schon passiert ist?

Die Schriftstellerin Hedwig hat ihre Tochter nicht vor den Nazis gerettet, damit sie weiter schreiben konnte. Nun muss sie mit der Schuld leben. Ihr Schicksal spiegelt sich in dem von Isa, einem wütenden jungen Mädchen, dessen Mutter fortgezogen ist, und in dem von Ingrid, die vor der Entscheidung steht, ihren Mann zu verlassen. Lotta Lundberg erzählt von ihren Träumen, Ängsten und Hoffnungen und spannt dabei den Bogen vom Berlin im Jahr 1945 bis ins heutige Schweden.


Autor*in / Hrsg.: Lotta Lundberg
Belletristik: zeitgenössischer Roman
politische Themen: Nationalsozialismus
Weitere Informationen: Übersetzt von: Nina Hoyer
Umfang: 383 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 21 x 13.5 cm
Gewicht: 536 g
Erscheinungsdatum: 11.03.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Yvonne de Andrés auf Aviva-Berlin:

Die "Stunde Null", der "absolute Nullpunkt", der "tiefste persönliche Zusammenbruch", das "Maß der Zerstörung" ist erreicht, und "nur ein Neuanfang kann die Wende bringen". Hedwig, Isa und Ingrid, drei ganz unterschiedliche Frauen, stehen in den Jahren 1945, 1983 und 2004 jeweils vor ihrem individuellen Scherbenhaufen.

Lotta Lundberg hat ihren Roman der bekannten schwedischen-israelischen Journalistin Cordelia Edvardson gewidmet, der Tochter der gläubigen christlichen Autorin Elisabeth Langgässer.

Im Sommer 1945 befindet sich Hedwig Lohmann, die Figur wurde an die Person von Elisabeth Langgässer angelehnt, in der ausgebombten, zertrümmerten Stadt Berlin. Sie ist physisch kaputt, moralisch verzweifelt und ein Wrack, wie die sie umgebende schemenhaften Menschen und die Trümmerlandschaft. Sie liebte einen verheirateten jüdischen Mann. Ihre geliebte uneheliche Tochter Cordelia wurde nach den Nürnberger Rassegesetzen als "Volljüdin" eingestuft. Hedwigs innigster Wunsch war es, als freie Schriftstellerin zu leben und sich komplett dem Schreiben zu widmen. "Gott zuliebe musste sie das Schreiben ernst nehmen, und das konnte sie nicht, wenn neben ihr das Mädchen schrie. Denn es schrie. Und schrie. [...] Es gab wohl auf der ganzen Welt keine einzige Schriftstellerin, die mit einem Nebelhorn neben ihrem Schreibtisch schreiben konnte." Lohmann hatte nach mehreren Versuchen unternommen, Cordelia bei sich zu behalten, dies klappte nicht. Als der externe Druck anstieg, gab sie sie zur Adoption frei. Hedwig Lohmann hat ihre Tochter Cordelia nicht vor den Nazis gerettet.

Sehr detailliert beschreibt Lotta Lundberg die Konflikte, Egoismen und Exkulpationen der jungen Mutter und Frau, die pragmatisch versucht, sich der neuen Situation anzupassen und dabei nur das eigene Überleben und Schreiben im Blick hat. "Wenn du den Stern nicht getragen hättest, hätten wir ihn an unsere Haustür heften müssen. Du warst so mutig! Ich dachte, du hättest verstanden. So war es am besten für uns alle." Die Adoption rettet Cordelia nicht. Der Weg der bald 14jährigen geht erst durch die Hölle von Theresienstadt, später nach Auschwitz und vor die Augen des berüchtigten Dr. Josef Mengele. 1945 erlebte sie die Befreiung und wird mit einem "Weißen Bus" nach Schweden gebracht. Cordelia Edvardson hat mit "Gebranntes Kind sucht das Feuer" (1986) ein eindringliches literarisches Zeugnis und ein bewegendes Dokument über Trauerarbeit und Versöhnung über diese Zeit geschrieben. Diese Schuld plagt Hedwig Lohmann, dass sie ihre Freiheit und Selbstbestimmung höher gestellt hat und nicht alles zur Rettung ihrer Tochter unternommen hat, und sie fragt sich: "Kann man Schuld auf sich laden für etwas, das man nicht verstanden hat?"

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