Louise Michel: Die Pariser Commune

Artikelnummer: 978-3-85476-882-1

Die Pariser Commune dauerte 72 Tage und war der erste Versuch, Sozialismus in die Tat umzusetzen. Auf einzigartige Weise kämpfte ein großer Teil der Pariser Bevölkerung gemeinsam für eine befreite Stadt: frei von Monarchie, von Besetzung und auch von der Macht des Kapitals.

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Die Pariser Commune dauerte 72 Tage und war der erste Versuch, Sozialismus in die Tat umzusetzen. Auf einzigartige Weise kämpfte ein großer Teil der Pariser Bevölkerung gemeinsam für eine befreite Stadt: frei von Monarchie, von Besetzung und auch von der Macht des Kapitals. In den wenigen Wochen wurden konkrete Maßnahmen für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern, für die Befreiung der Armen von Pfandschulden, für die Senkung der Mieten, für ein Recht auf Bildung für alle umgesetzt.

Viele Frauen kämpften in der Commune für diese Rechte und eine bessere Zukunft der Bevölkerung, allen voran Louise Michel als Lehrerin, Sanitäterin und Mitglied des bewaffneten Kampfes. Für sie endete die Hoffnung der 72 Tage in der Deportation, doch Michel wurde zur Ikone.

Mit diesem Buch - 25 Jahre nach der Niederschlagung geschrieben - gelingt es ihr durch präzise Berichterstattung und gleichzeitig kämpferisch-polemische Parteilichkeit, die Ursachen für die Bewegung zu erklären und ihre Erfolge sowie ihr Scheitern nachzuzeichnen. Wir erfahren aus der unmittelbaren Sicht einer Kommunardin, was es hieß, den revolutionären Traum zu leben, aber auch, was es bedeutete, die blutige Rache des Kapitals und der Bourgeoisie auf sich zu ziehen.

Autor*in / Hrsg.: Louise Michel
Biografien von/über: Aktivistinnen
Zeitepoche: 18. und 19. Jh.
Details: Einbandart: Paperback
Umfang: 416 S., 15 Illustr., zeitgenössische Fotografien
Format (T/L/B): 2.2 x 24 x 14.1 cm
Gewicht: 592 g
Erscheinungsdatum: 05.04.2021
Rezension von Christoph Zeevaert auf kritisch-lesen.de:

Die Textsammlung von Louise Michel zeigt die historische Episode der Pariser Commune als menschheitsgeschichtlichen Versuch, die Befreiung von der Herrschaft des Menschen über den Menschen im Hier und Jetzt umzusetzen. Sie liest sich wie eine detaillierte und historische Chronik der Geschehnisse rund um die Pariser Commune aus der radikal subjektiven Perspektive einer feministischen Kommunardin. Die Pariser Commune, also der Versuch, in Paris im Jahr 1871 eine Gesellschaft aufzubauen, die sich jenseits von Staat und Kapital organisiert, war und ist für die Linke weltweit ein Bezugspunkt utopischen Denkens. Dabei inspirieren die Tage der Commune nicht alleine durch ihre rätedemokratischen Elemente, wie imperative Mandate in den Ausschüssen, sondern auch durch ihre Orientierung auf die unmittelbare Verbesserung der Lebensumstände in Paris und darüber hinaus.

Michels Werk beginnt mit einer ausführlichen Beschreibung der politischen Situation in Paris während des Kaiserreiches, sie erzählt die Geschichte einer politisch polarisierten Gesellschaft im Krieg. Sie zeichnet den Politisierungsweg der Kommunard*innen nach und spart dabei auch die unschönen Aspekte, wie beispielsweise deren Kriegspatriotismus, nicht aus. Die militärische Auseinandersetzung vor und nach den Tagen der Commune beschreibt Michel aus ihrer subjektiven Perspektive und vermittelt so einen eindrucksvollen Einblick in die Geschehnisse. Sämtliche Kapitel werden durch Anekdoten und Gespräche aus der Zeit ergänzt. Durch dieses Wechselspiel aus Berichten, scheinbaren Trivialitäten und politischen Analysen entsteht ein differenziertes Bild der Situation. Dabei wird immer wieder deutlich, wie sicher sich die Kommunard*innen fühlten, den Rückenwind der Geschichte - auch international - auf ihrer Seite zu wissen.

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Rezension von Antje Schrupp auf bzw-weiterdenken:

"Wenn eine Macht etwas ausrichten könnte, dann wäre es die Commune gewesen, diese Verbindung von intelligenten, mutigen und unglaublich ehrenhaften Männern, die allesamt, ob erst seit Kurzem oder seit Langem schon, unbestreitbare Beweise ihrer Aufopferung und ihrer Tatkraft geliefert hatten. Sie wurden von der Macht zerbrochen, die ihnen nichts anderes mehr ließ, als den unumstößlichen Mut, sich zu opfern, und sie starben als Helden. Denn die Macht ist verflucht, und das ist der Grund, warum ich Anarchistin bin."

Mit diesen Worten erinnert sich Luise Michel in ihrem Buch "Die Pariser Kommune", das sie 25 Jahre nach den Ereignissen veröffentlicht hat, an die Zeit im Frühjahr 1871. Damals wurde in Paris zum ersten Mal eine Regierung ausgerufen, die nicht nur einen politischen Machtwechsel anstrebte, sondern auch soziale Reformen, neue Eigentumsverhältnisse, neue Familienverhältnisse, neue Bildungssysteme, und eine neue symbolische Ordnung, vor allem eine Entmachtung der katholischen Kirche.

Zum 150sten Jubiläum der Kommune in diesem Jahr stellt sich erneut die Frage, wie wir als Frauen mit solchen Jubiläen umgehen können. Sie erinnern ja eigentlich nicht wirklich die Geschichte der Menschheit, sondern nur diejenige Version der Geschichte, die auf die Angelegenheiten der Männer fokussiert. Und auch die Pariser Kommune war letztlich eine Männerveranstaltung, auch wenn schon sehr früh an dem Mythos der "Frauen der Kommune" gestrickt wurde. Aber man kann die Geschichte der Pariser Kommune zwar in der Tat nicht ohne die Frauen erzählen. Man kann die Geschichte der Frauen aber trotzdem nicht entlang solcher Ereignisse der "Männergeschichte" erfassen.

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