Luisa Muraro: Der Gott der Frauen

Artikelnummer: 978-3-86596-214-0

Wir befinden uns im ausgehenden Mittelalter, in einer Zeit des Übergangs. Hier findet ein Denken Ausdruck, das auf zum Teil unbekannten Wegen bis in unsere Tage gelangt ist: ein Denken von Frauen, die zu Gott eine Beziehung von außerordentlichem Vertrauen und höchster Freiheit unterhielten.

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Wir befinden uns im ausgehenden Mittelalter, in einer Zeit des Übergangs. Hier findet ein Denken Ausdruck, das auf zum Teil unbekannten Wegen bis in unsere Tage gelangt ist: ein Denken von Frauen, die zu Gott eine Beziehung von außerordentlichem Vertrauen und höchster Freiheit unterhielten. Diese "weibliche Mystik" ist eine "Theologie in Muttersprache": Aus Erfahrung wird darin Denken und Wissen, formuliert in einer Sprache, die wir zuerst durch das Hören der mütterlichen Stimme kennen lernen, in der Gott sich noch nahe unserem Körpersein ausdrückt - in aller Zerbrechlichkeit der Anfänge.

Autor*in / Hrsg.: Luisa Muraro
Wissenschaft: Theologie
Weitere Informationen: Aus dem Italienischen von Angelika Dickmann und Gisela Jürgens 
Umfang: 176 S.
Einband: Kartoniert
Format: 210 mm
Gewicht: 235g
Erscheinungsdatum: 15.09.2009

~ LESEPROBE ~

Rezension von Cornelia Roth auf bzw-weiterdenken:

Cornelia Roth erzählt von ihren Lesekreis-Erfahrungen mit dem ersten Kapitel von Luisa Muraros Buch "Der Gott der Frauen".

Seit einer Reihe von Jahren sind wir in München ein Lesekreis von acht Frauen, angestoßen durch viele Veranstaltungen des Vereins "Frauenstudien". Als erstes Buch lasen wir die "Unverbrauchten Worte" der italienischen Sprachphilosophin Chiara Zamboni. Nach vielen weiteren Texten haben wir jetzt angefangen, das Buch "Der Gott der Frauen" der italienischen Philosophin Luisa Muraro von 2009 zu lesen.

"Immer in Ferien" nennt Luisa Muraro das einleitende Kapitel ihres Buches. Ferien von der Mühe, in dieser Welt zu sein, die uns veranlasst, "die besten Dinge einzutauschen, die eine Frau hat: Die Intelligenz der Kindheit, den Wunsch zu spielen, die Fähigkeit zu staunen, die Liebe auf den ersten Blick, leuchtende Augen". Mit diesen Worten legt sie die Spur für das, was ihr geschah, als sie den "Spiegel der einfachen Seelen" der Mystikerin Margarete Porete las: "...eines Tages öffnete sich das Tor für Ferien ohne Ende." Es geht um ein Gespräch einer Frau mit Gott: "Eine Frau, das war gewiss, ob Gott, weiß ich nicht", denn seine/ihre Stimme ist nicht zu hören, sie schafft nur einen "Hohlraum" in den Worten der Frau.

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Rezension von Antje Schrupp auf bzw-weiterdenken:

Es ist heutzutage fast unmöglich, von Gott zu sprechen. Unmöglich, weil das Wort durch diejenigen diskreditiert ist, die von Gott so sprechen, als sei er ein Objekt, eine Marke, ein Label, irgend etwas, das zu bewerben, zu beweisen, an das zu glauben oder für das sogar zu kämpfen oder zu töten sei. Und auf der anderen Seite ruft das Wort reflexartige Abwehrbewegungen hervor bei denen, die alles, was mit Religion zu tun hat, für überholt, widerlegt, auf jeden Fall aber für äußert suspekt halten. Keine Frage, dass beide Seiten sich mit großer Verve bekämpfen, was nur bedeutet, dass sie sich gegenseitig am Leben halten.

Diese Auseinandersetzungen pro und contra Gott, pro und contra Religion, interessieren Luisa Muraro nicht. Sie selbst glaubt nicht an Gott, das schreibt sie mehrmals, und sie beendet ihr Buch mit dem Hinweis darauf, dass es auch gar nicht nötig ist, viel von Gott zu sprechen. Ihr Interesse liegt anderswo: Sie will das Wissen und die Erfahrungen jener Frauen heben, in Erinnerung rufen und für heute fruchtbar machen, die in früheren Jahrhunderten - speziell im späten Mittelalter - das Wort "Gott" verwendeten, um etwas zu sagen, das Muraro als Philosophin interessiert.

Wer war Gott für diese Frauen, die Beginen und die Mystikerinnen? Muraro schreibt: "Meinem derzeitigen Verständnis nach - das heißt dem einer Frau, die ihrerseits nicht an Gott glaubt und jene Texte nicht als Zeugnis eines Glaubens liest, sondern eher als Dokumente eines Wissens, das sie sehr nahe betrifft - war Gott für jene Frauen hier und da, er war sehr weit entfernt und sehr nah, er war der andere und die Beziehung zum Anderen."

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