Luisa Muraro: Vom Glück, eine Frau zu sein

Artikelnummer: 978-3-939623-74-8

Frauen können Männer beneiden, ihre Taten und Werke bewundern. Sie können versuchen, es ihnen gleichzutun oder besser zu sein. Aber lohnt es sich, einer von ihnen zu werden? Die italienische Philosophin Luisa Muraro sagt: Damit ginge uns ein Privileg verloren.

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Frauen können Männer beneiden, ihre Taten und Werke bewundern. Sie können versuchen, es ihnen gleichzutun oder besser zu sein. Aber lohnt es sich, einer von ihnen zu werden? Die italienische Philosophin Luisa Muraro sagt: Damit ginge uns ein Privileg verloren.

Frauen haben etwas, was über den Vergleich mit den Männern hinausgeht, etwas Unvergleichbares. Dieses Mehr der Frauen ist eine Größe anderer Art. Sie zeigt sich in alltäglichen und auch in den außergewöhnlichsten Situationen.

Autor*in / Hrsg.: Luisa Muraro
Details: Originaltitel: Non è da tutti
Übersetzt von: Traudel Sattler
Einbandart: kartoniert
Umfang: 146 S.
Format (T/L/B): 1.3 x 20.5 x 14.5 cm
Gewicht: 223 g
Erscheinungsdatum: 15.09.2019
Rezension von Dorothee Markert auf bzw-weiterdenken.de:

Der Blick, mit dem Luisa Muraro hier auf unser Frausein schaut, löst Verblüffung aus. "Wir sind Frauen, das Glück haben nicht alle", zitiert sie eine arbeitslose Frau, die bei einer Fabrikbesetzung eine Rede hielt. Wir Frauen sind so sehr und schon so lange gewöhnt, dass wir das zweite Geschlecht sind, das zweitrangige, abgeleitete, das benachteiligte, dass wir uns erst einmal die Augen reiben müssen, wenn wir hier lesen, es sei ein Privileg, eine Frau zu sein.

Beim ersten Lesen fiel mir eine Bemerkung aus einer Vortragsreihe über Frauen in Christentum, Judentum und Islam wieder ein, die bei mir irgendwann in den 1990er-Jahren eine ähnliche Verblüffung ausgelöst hatte: Ausgerechnet in ihrem Vortrag über den Islam widersprach die Philosophin Regine Kather der Vorstellung, Frauen seien von der Religion ausgeschlossen worden. Zumindest in der Anfangszeit sei es eher so gewesen, dass Frauen diese Art von Religion nicht nötig gehabt hätten, also beispielsweise die Einübung in Demut, Almosengeben und Vertrauen, da sie all das in ihrem Alltag sowieso lebten. Dies passt zu Muraros Aussage, Frauen seien eben nicht so sehr Ausgeschlossene, sondern Außenstehende, anderswo und anderswie Tätige (S. 19/20). Schon 2002 veröffentlichte die Philosophinnengemeinschaft Diotima ein Buch mit dem Titel "Von der Abwesenheit profitieren". Auch damals klang das Privileg an, die Machtspiele der Männer nicht nötig zu haben und stattdessen etwas Sinnvolleres tun zu können.

Was Luisa Muraro über das Frausein schreibt, geht auch weit über den Buchtitel "Spät habe ich gelernt, gern Frau zu sein" der Autobiographie von Marga Bührig hinaus, eine Aussage, die mich damals sehr glücklich gemacht hat. Auf immer wieder neue Weise schreibt Muraro über dieses Glück, dieses Privileg, über die Exzellenz, den Adel, die Stärke. Ich habe mich beim Lesen gefreut, zu denen gehören zu dürfen, die "ein Glück für die Menschheit" sind. Auch unter schwierigen Umständen verschwinde eine Stärke der Frauen nicht, sondern werde manchmal noch größer: die nicht verleugnete Größe der eigenen Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht.

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