Luise Meier: MRX Maschine

Artikelnummer: 978-3-95757-548-7

Zu seinem 200. Geburtstag ist Karl Marx so tot wie lange nicht: Entweder wird er für triviale Niedergangspredigten in Anspruch genommen oder zur Erstellung neuer Theorien ausgeschlachtet, um den akademischen Markt mit frischen Waren zu versorgen. Es ist Zeit, Marx als Zündschnur zu gebrauchen. So entsteht die MRX-Maschine.

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Zu seinem 200. Geburtstag ist Karl Marx so tot wie lange nicht: Entweder wird er für triviale Niedergangspredigten in Anspruch genommen oder zur Erstellung neuer Theorien ausgeschlachtet, um den akademischen Markt mit frischen Waren zu versorgen. Es ist Zeit, Marx als Zündschnur zu gebrauchen. So entsteht die MRX-Maschine. Die MRX-Maschine zapft Feminismus, Postkolonialismus und anderes an und sucht nach den Rissen, der Perversion und dem Gestank, die das Proletariat hinter dem unternehmerischen Selbst erkennbar machen. Die MRX-Maschine scannt die Schauplätze der öffentlichen Selbstvermarktung und die private Fabrik der Körperoptimierung nach Spuren des internalisierten Klassenkampfs, der nach Desintegration und Verschwendung schreit, und zerkratzt dabei die polierte Benutzeroberfläche.

MRXMaschine ist ein geheimer Gruß an alle Verweigerer und Blaumacher, sie ist Analyse Agitation und Aggression in einem und für die Zeit der Lektüre sind Sie krankgeschrieben.

Autor*in / Hrsg.: Luise Meier
politische Themen: Kapitalismuskritik
Details: Fröhliche Wissenschaft 127
Umfang: 208 S.
Format (T/L/B): 1.5 x 18.2 x 9.7 cm
Gewicht: 171 g
Erscheinungsdatum: 09.02.2018

Rezension von Johanna Tirnthal auf kritisch-lesen:

Die Arbeit an dieser Rezension beginnt zu spät, viel zu spät, die Deadline ist bereits verstrichen und die Arbeitsdisziplin der Autorin lässt zu wünschen übrig: zu lange im Bett gelegen, zu lange abends getrunken und geraucht, unkonzentriert, immer wieder abgelenkt von sozialen Medien, Tagträumen und Sehnsüchten. Der Anfang des Texts verschleppt sich. Notizen fliegen ungeordnet in Taschen umher, sind schwer lesbar, zerknittern und tendieren zum Verschwinden. Der Autorin geht es normalerweise nicht so. Sie ist sonst fleißig und pünktlich, aber die vorübergehende Ineffektivität (ist sie wirklich vorübergehend? Oder habe ich mich infiziert? Dazu später mehr...) führt direkt ins Zentrum von Luise Meiers Buch: MRX-Maschine. Denn darin geht es um den Streik, die Verweigerung, die Faulheit und Verschwendung als Mittel im Kampf gegen eine auf unterschiedliche Weisen von Ausbeutung und Unterdrückung geprägte Gesellschaft: "Wenn die Ausgangslage eine Welt ist, die mit allen Mitteln versucht, uns zum Arbeiten zu verleiten, will MRX-Maschine mindestens selbst als Verschwendung von Arbeitskraft und Lebenszeit fungieren." (S. 27)

Motive aus der Philosophie Gilles Deleuze'

MRX-Maschine versteht sich nicht als Text, nicht als Beschreibung einer Maschine. Schon im ersten Satz wird mit diesem Irrglauben aufgeräumt. Stattdessen ist MRX-Maschine das, was entsteht, wenn die Leserin und der Text sich verkoppeln und es zu einem unkontrollierbaren Funktionieren dieses Tandems, dieser Leserin-Text-Maschine, kommt. Dieser Maschinenbegriff ist angelehnt an den französischen Philosophen Gilles Deleuze. Bei Deleuze beschreibt die Maschine bildhaft ein System, das erst einmal einfach nur funktioniert, dabei produktiv ist und sich mithilfe von Anschlüssen beliebig erweitern lässt. Die MRX-Maschine aber ist besonders und nimmt vor allem Abschied vom blinden Funktionieren und Produzieren der deleuzianischen Maschine: Die MRX-Maschine ist kaputt, daher auch das "MRX", in dem offensichtlich ein Buchstabe fehlt, aber ob es sich ursprünglich um eine Marx- oder eine Murx-Maschine gehandelt hat, bleibt absichtlich unklar. Die Schwierigkeiten beim Schreiben der Rezension sind bereits als erfolgreiches Nicht-Funktionieren der Leserin-Text-Rezensionsautorin-Maschine zu verstehen.

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