Lydia Lierke, Massimo Perinelli (Hrsg.): Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive

Artikelnummer: 978-3-95732-451-1

Das vorliegende Buch möchte ausgegrenzte Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vereinigung wieder sichtbar machen und an die Kämpfe um Teilhabe in den 1980er Jahren, einschneidende Erlebnisse um die Wende und die Selbstbehauptung gegen den Rassismus der 1990er Jahre erinnern.

20,00 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Der Mauerfall vor 30 Jahren bedeutete eine gewaltvolle Zäsur für migrantisches und jüdisches Leben in Ost und West. Während die einen vereinigt wurden, wurden die anderen ausgeschlossen. Das vorliegende Buch möchte ausgegrenzte Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vereinigung wieder sichtbar machen und an die Kämpfe um Teilhabe in den 1980er Jahren, einschneidende Erlebnisse um die Wende und die Selbstbehauptung gegen den Rassismus der 1990er Jahre erinnern.

So beinhaltet der Band Geschichten von Bürgerrechts- und Asylkämpfen ehemaliger Gastarbeiter*innen, von Geflüchteten in BRD und DDR, Beiträge über den Eigensinn von Vertragsarbeiter*innen, von damaligen internationalen Studierenden, über jüdisches Leben in Ost und West sowie über die Kämpfe von Sinti und Roma im geteilten Deutschland.

Mit Beiträgen von Sharon Adler, Hamze Bytyci, Max Czollek, Nuray Demir, Gülriz Egilmez, Kadriye Karci, Andrea Caroline Keppler, Paulino Miguel, Dan Thy Nguyen, Patrice Poutrus, Ceren Tu¨rkmen, Alexandra Weltz-Rombach u.a.

Autor*in / Hrsg.: Lydia Lierke Massimo Perinelli
politische Themen: Rassismus & kulturelle Hegemonie Flucht und Asyl Diskriminierung & Empowerment Politik und Demokratie
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Thema: DDR Schwarze Frauen türkische Frauen Romni Frauen jüdische Frauen
Details: Einbandart: kartoniert
Umfang: 501 S.
Format (T/L/B): 3.5 x 20 x 13.9 cm
Gewicht: 503 g
Erscheinungsdatum: 02.10.2020
Rezension von Juri Wasenmüller im Missy Magazin:

"Die Marginalisierung und Unsichtbarmachung migrantischer und jüdischer Stimmen stellte 1989 gewissermaßen eine Notwendigkeit auf dem (Rück-)Weg zur deutschen Identität dar", schreiben die Herausgeber*innen im Intro von "Erinnern stören". Mit ihrem Sammelband eröffnen sie einen Raum des Dialogs für jene Stimmen, die immer da waren, aber in der deutschen Inszenierung als "Nation der Erinnerungsweltmeister*innen" zum Schweigen gebracht werden sollten. Janko Lauenberger und Hamze Bytyçi berichten von antiziganistischen Angriffen im Osten und Kettenduldungen aufgrund eines unsicheren Aufenthaltsstatus im Westen. Dmitrij Kapitelman spricht über die Baseballschläger- Jahre als jüdischer Kontingentgeflüchteter in einer Platte in Leipzig- Grünau. Dan Thy Nguyen gibt Einblick in die historischen Konfliktlinien zwischen nord- und südvietnamesischen Communitys in Ost- und Westdeutschland.

Durch Interviews, biografische Erzählungen, essayistische Dialoge und wissenschaftliche Analysen ziehen sich viele rote Fäden: das Gefühl, beim nationalen Taumel am 09. November explizit ausgeladen zu sein, die Erinnerung an die Pogrome und Brandanschläge der frühen 1990er, an strukturellen Rassismus unter dem Deckmantel des "antifaschistischen Schutzwalls", die Verschärfung des Asylrechts 1992. 

» weiter lesen auf missy-magazine.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: