Maren Elbrechtz: Motten tragen keinen Helm

Artikelnummer: 978-3-89741-373-3

Suza Schimmer ist Anfang dreißig, jobbt bei einer Computerservice-Hotline und wurde soeben von ihrer großen Liebe verlassen. Für diese - Antonia, verheiratet und Mutter -, war das Ganze eine Affäre. Alles was sie für Suza noch übrig hat, sind vier Worte und ein Punkt.

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Suza Schimmer ist Anfang dreißig, jobbt bei einer Computerservice-Hotline und wurde soeben von ihrer großen Liebe verlassen. Für diese - Antonia, verheiratet und Mutter -, war das Ganze eine Affäre. Alles was sie für Suza noch übrig hat, sind vier Worte und ein Punkt.

Suza durchlebt die vier Phasen der Trauer und als ihr die fünfte wieder einfällt, auch die fünfte. Sie trinkt zu viel, verliert sogar den Job, nie aber ihre kunterbunte, freche Sicht auf eine Welt, die trotz Liebeskummer und Selbstzweifeln aus Freundschaft, Liebe und Humor besteht. Denn das Leben ist hart - aber so hart nun auch wieder nicht. So lässt dieser wunderbar tragikomische Roman mit seinem skurrilen Witz das Licht am Ende des Tunnels blinken.


Autor*in / Hrsg.: Maren Elbrechtz
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Details: Umfang: 183 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 21 x 12.9 cm
Gewicht: 247 g 
Erscheinungsdatum: 15.04.2015

'Bitte, lass mich los.'

Aha!, denke ich. Das ist interessant. Ich schließe Antonias Mail, öffne sie erneut. Scrolle bis zum Ende und wieder hoch.

Sonst steht da nichts. Gar nichts.

Und was soll der Punkt? Ich kriege noch nicht einmal ein Ausrufezeichen?! Wegen des fehlenden Ausrufezeichens bin ich sehr geknickt. 'Bitte, lass mich los.' Ruhig dahingesagt. Voller Ausgeglichen- und Gelassenheit. Ja, und was ist mit dem Feuer unserer Liebe?!

Die Flamme meines Feuerzeugs zündet. Zigarette zum Kaffee ist immer gut. Aber Kaffee passt irgendwie nicht zu diesem Morgen. Schnaps wär jetzt gut. Aufgrund einiger - natürlich ungerechtfertigter - Vorwürfe in der Vergangenheit wage ich es aber nicht, vor der Arbeit an Alkohol zu denken.

Und da sage noch einer, ich wäre nicht sehr verantwortungsbewusst und in der Lage, auch in Extremsituationen überlegt und kopfgesteuert zu entscheiden: Melissengeist! Ich gehe ins Bad. Tatsächlich, da steht die gute alte Medizin. Verfallsdatum 10.09.94. Ich nehme an, 2094. 96% Ethanol. Ethanol!

Bisschen klein die Flasche, denke ich, als ich noch einen Espresso zum Geist in die Tasse gieße. Mir fällt kein Trinkspruch ein. Also sage ich: 'Bitte lass mich los. Mit Punkt.'

Zehn Minuten später weiß ich, warum das Zeug gegen alles hilft. Geist, Seele, Körper, Organe und Hirn. Man weiß sofort nicht mehr, wo sich jegliches dieser Dinge befindet, egal ob man es vorher gewusst hat oder nicht. Sensationell.

Gesegnet mit Weisheit und Wissen, beschließe ich, nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Ich bin mir sicher, wenn ich jetzt mit dem Fahrrad führe, würde es auf dem Rückweg regnen. Auch wenn jetzt die Sonne in Strahlen scheint - wie unangemessen an einem Tag wie diesem! -, wird es auf dem Rückweg pladdern wie Sau. Ja, auch wenn der Wetterbericht etwas anderes sagt. Natürlich könnte ich mein Rad noch gerade steuern. Gerade noch. Schließlich bin ich vom Geist geheilt. Der Schwindel rührt lediglich von den Temperaturen.

'Bitte, lass mich los.', denke ich, als ich zur U-Bahn laufe.

Ein toller Satz. Ich hätte ihn nicht besser formulieren können!

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