Margarete Beutler: Ich träumte, ich hätte einen Wetterhahn geheiratet

Artikelnummer: 978-3-932338-95-3

Margarete Beutler schreibt mit viel Witz und Kreativität über "Privat-Lehrerinnenseminare", Heiratsbüros und "Ehescheidungsschulen", erzählt von nähenden Männern, "künstlicher Liebe" und vom sexuellen Erwachen der Frau - und von dem "Vergnügen, der Stadt und all den verdächtigen Mannsbildern entronnen zu sein".

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Margarete Beutler schreibt mit viel Witz und Kreativität über "Privat-Lehrerinnenseminare", Heiratsbüros und "Ehescheidungsschulen", erzählt von nähenden Männern, "künstlicher Liebe" und vom sexuellen Erwachen der Frau - und von dem "Vergnügen, der Stadt und all den verdächtigen Mannsbildern entronnen zu sein".

Die autobiografisch geprägten Kindheitserzählungen über Hampelmänner und "komische Tanten" gewähren tiefe Einblicke in "Gretchens" Familienleben aus der Perspektive des unangepassten Kindes.
Beutlers Texten ist die Erzählung "Grete" des mit ihr befreundeten Erich Mühsam aus dem Jahr 1903 vorangestellt, in der der Schriftsteller mit seiner Anziehungskraft kokettiert. 1902 lobt Mühsam die Gedichte seiner Schriftstellerkollegin, da sie "vornehmlich das Schicksal von der Gesellschaft ausgestoßener Frauen behandeln". Auch in ihren Erzählungen greift Beutler dieses Thema immer wieder auf und überträgt es ins Fantastische. Beutlers Sozialkritik ist nicht zu übersehen, aber niemals plakativ und oft satirisch verpackt, und nicht zuletzt in ihrer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen und Geschlechterstereotypen sind Beutlers Erzählungen noch heute überraschend aktuell.

Die meisten der in diesem Band abgedruckten Erzählungen stammen aus dem Nachlass der Autorin und werden hier zum ersten Mal veröffentlicht.

Autor*in / Hrsg.: Margarete Beutler
Belletristik: biografische Literatur
Details: Herausgeber*in: Winfried Siebert/Martin Freksa 
Einbandart: gebunden
Umfang: 256 S.
Format (T/L/B): 2.5 x 21.5 x 12.5 cm
Gewicht: 416 g
Erscheinungsdatum: 31.03.2021
Rezension von Sabina Everts auf AVIVA-Berlin:

Sprachgewaltig, scharfsinnig und humorvoll. Über siebzig Jahre nach ihrem Tod erscheinen Erzählungen aus dem Nachlass einer in Vergessenheit geratenen Schriftstellerin und Übersetzerin. Was für eine Wiederentdeckung!

Auf einem Hügel am Waldrand liegt eine junge Frau. Trotz des gerade erst beginnenden Frühlings ist sie nur mit einem Unterkleid aus gelber Seide bekleidet. Sie ist allein und möchte es nicht anders. Sie zieht die Knie an, spreizt die Beine und lässt die Sonne in ihre Vagina, ihr "Pförtchen der Freude" scheinen. Sie ist frei und vergnügt. Sie spürt ein Klingen in sich, ein silberner Klöppel, der an eine Glocke schlägt. Sie saugt euphorisch die zum Leben erwachende Natur in sich auf, jauchzt und lacht, reimt und tanzt auf dieser Wiese, die nur ihr allein gehört. Sie ist die Herrin ihres Königreichs. Da hört sie Stimmen. Die Stimmen zweier junger Männer. Unerbittliche Augen fressen sie, Lachen dringt hart in ihr Ohr. Zerschnitten sind ihr Rhythmus, ihre Linien, ihre Gedanken.

Wer ist Margarete Beutler?

In dieser ekstatischen Szene aus dem Kapitel "Fremdes Volk in meinem Königreich?" treffen wir eine in Vergessenheit geratene Schriftstellerin. Margarete Beutler, geboren 1876 im heute polnischen Goleniów, ist die Autorin der unter dem eigenwilligen Titel "Ich träumte, ich hätte einen Wetterhahn geheiratet" gesammelten Erzählungen. Das im März 2021 im AvivA-Verlag erschienene Buch und seine Autorin sind eine echte Entdeckung. Genau genommen: eine Wiederentdeckung.

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