Margot Vogel Campanello: Männlichkeit und Nationalismus. Deutungen der Selbstdarstellung rechtsorientierter junger Erwachsener

Artikelnummer: 978-3-0340-1249-2

Männlichkeit und Nationalismus stellen Merkmale dar, anhand welcher eine hierarchische Differenz geschaffen werden kann. So lassen sich durch die Betonung der Zugehörigkeit zu einer Grossgruppe niedere Status­positionen ausgleichen.

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Männlichkeit und Nationalismus stellen Merkmale dar, anhand welcher eine hierarchische Differenz geschaffen werden kann. So lassen sich durch die Betonung der Zugehörigkeit zu einer Grossgruppe niedere Status­positionen ausgleichen, indem die eigene Grossgruppe aufgewertet und Fremdgruppen abgewertet werden. Anderseits erlaubt die Betonung von Männlichkeit, gesellschaftliches Prestige zu erwerben. Die Autorin geht von der These aus, dass die jeweiligen strukturellen Bedingungen einer Lebenslage durch spezifische Inszenierungen ausgedrückt werden.

In dieser ethnografischen Studie wird die Selbstdarstellung von rechtsorientierten jungen Erwachsenen kulturtheoretisch analysiert und in Beziehung zur strukturellen Lage der Befragten gestellt. Dabei stehen Rituale, Symbole sowie Ideologien und insbesondere deren latente Bedeutungen im Vordergrund. Die Interviews mit zehn jungen Erwachsenen bilden den Kern des Buches und es werden anhand der tiefenhermeneutischen Kulturanalyse die subjektiven Bedeutungen dieser Inszenierungen herausgearbeitet. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die rechtsextreme Ideologie Teil der Normalität darstellt und die strukturelle Lebenslage der Befragten derjenigen der durchschnittlichen Bevölkerung entspricht. Insofern ist die Thematik über die bezeichnete Gruppe hinaus zu betrachten.


Autor*in / Hrsg.: Margot Vogel Campanello
Wissenschaft: Männlichkeitsforschung
politische Themen: Rechtsextremismus
Weitere Informationen: Umfang: 260 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.8 x 22.5 x 15.5 cm
Gewicht: 428 g
Erscheinungsdatum: 06.02.2015

Inhalt

1 Einleitung

2 Theoretische Modelle und Erklärungsansätze

2.1 Exemplarische Erklärungsansätze
2.2 Das strukturtheoretische Modell
2.3 Strukturwandel in der Schweiz
2.4 Jugend als Kulturproduktion
2.5 Elementare Ästhetiken
2.6 Rechtsextreme Inszenierungen
2.7 Männlichkeit, Körper und Gewalt

3 Der Theorie-Methoden-Zusammenhang

3.1 Forschungsdesign
3.2 Ethnographische Forschungsperspektive
3.3 Die tiefenhermeneutische Kulturanalyse
- Symbolbildung, Klischee und szenisches Verstehen
- Sprachspiel und Interaktionsformen

4 Der Forschungsprozess

4.1 Feldzugang
4.2 Das Objekt im Forschungsprozess
4.3 Interaktion im Forschungsprozess
4.4 Subjektivität im Forschungsprozess

5 Analyse

5.1 Sozioökonomische und ökonomische Lage der besuchten Regionen
5.2 Sozioökonomischer Status
- Wohnsituation
- Berufe der Eltern
- Bildung, Beruf und Einkommen
- Soziale Mobilität
- Kulturelle Praxis
5.3 Familienstruktur
- Autorität und Familie
- Idealisierung der Familie
5.4 Erste Quintessenz: Das kleinbürgerliche Milieu
- Familienidylle
- (Über-)Anpassung und Normalität
- Aufgeben der Autonomie und Identifikation mit dem Kollektiv
5.5 Inszenierungen
- Gruppe und Image
- Rechte Gruppe als Grossfamilie
- Territoriale Ansprüche
- Mythos, Heimat, Generativität und Zukunft
- Kleidung, Stil und Tätowierungen
5.6 Zweite Quintessenz: Die Lösung der vier Grundkonflikte
- Alt gegen Jung
- Mehrsamkeit gegen Einsamkeit oder Volk und Gemeinschaft
- Ordnung gegen Unordnung
- Illusion gegen Wirklichkeit oder Verortung als Mann und Frau
5.7 Synthese: Bedrohte Subjektivität

6 Ergebnisse und Ausblick

7 Schlusswort

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