Maria Braig (Hrsg.): Jetzt bin ich hier. Anthologie

Artikelnummer: 978-3-944343-94-5

"Jetzt bin ich hier" ist eine Textsammlung von Flüchtlingen und Migranten und erscheint zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2013.

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Ich bin ein D.P., eine Displaced Person !

So beginnt das Vorwort von Todor Todorovic, dem Bandleader der Bluescompany. "Jetzt bin ich hier" ist eine Textsammlung von Flüchtlingen und Migranten und erscheint zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2013. Und er fährt fort ...

Die Autorin vergibt kostenlose Rezensionsexemplare zu diesem Buch. Bei Interesse bitte kurze E-Mail an kontakt[at]fembooks.de.


Autor*in / Hrsg.: Maria Braig
Literatur zu: Migration und Exil
politische Themen: Flucht und Asyl
Weitere Informationen: Einband: Englisch Broschur
Erscheinungsdatum: 20.06.2013

Rezension von Claire Horst auf AVIVA-Berlin:

Ursprünglich war eine Anthologie mit Texten von Flüchtlingen geplant, schreibt die Herausgeberin in ihrem Vorwort. Es ist mehr als das geworden, nämlich eine Textsammlung zum Thema Migration und Flucht.

Einige der Texte stammen wie beabsichtigt von AutorInnen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Andere AutorInnen haben einen wie auch immer gearteten "Migrationshintergrund". Dementsprechend unterschiedlich sind die Herangehensweisen an die Thematik.

Ein Teil der Beiträge entstand in Schreibwerkstätten mit Flüchtlingen: in einem Berliner Projekt der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) und in Kursen des Evangelischen Bildungswerks Dortmund. Diesen Texten sind der Schmerz und die tiefe Trauer, oft auch die Traumatisierung der VerfasserInnen anzumerken. Teilweise sind es sehr junge AutorInnen, die über ihre Verlusterfahrungen, über die Sehnsucht nach der eigenen Familie oder über ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft schreiben. Erschütternd ist gerade die Macht dieser Hoffnung, der Wille, sich zu Hause zu fühlen in einem Land, das viele dieser Kinder über Jahre und Jahrzehnte ohne gesicherten Aufenthaltsstatus leben lässt. "Am Ende möchte ich sagen: Am Ende wird alles gut. Wenn noch nicht alles gut ist, dann ist das nicht das Ende." Mit dieser märchenhaften Formel scheint der 20-jährige Autor Waheed Tajik sich Mut zu machen, den er auch dringend brauchen kann, denn er lebt allein in Deutschland. Seine Familie ist in Griechenland.

Herzzerreißend ist es, wenn etwa Nejad von seinem Traum schreibt, ein Land zu finden, in dem "Frieden und Zärtlichkeit" selbstverständlich ist. "In diesem Land fragt niemand nach deinem Geschlecht. Niemand fragt dich, ob du Mädchen oder Junge, Frau oder Mann bist. Niemand fragt, ob du hetero-, trans- oder homosexuell bist. Niemand fragt nach deinen Eigenschaften, nach deinen Gewohnheiten, nach deinem Lebensstil und niemand bestimmt dein Leben." Ein wenig Fantasie genügt, um sich vorstellen zu können, aus welchen Erfahrungen heraus solche Geschichten entstehen. Und dass der Autor dieses Land des Friedens in Deutschland nicht gefunden hat, versteht sich von selbst.

Es sind sehr starke Texte darunter wie der des ehemaligen Asylbewerbers Mohammad Ali Gharagozlou, dessen erzähltes Ich nur noch Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater hat, "Erinnerungen, die ich zufällig in der Schatulle meines Körpers namens Hirn gefunden habe. Sie sind zum Teil verstaubt und nicht mehr identifizierbar." Andere AutorInnen kämpfen noch um eine Ausdrucksmöglichkeit, kämpfen mit der Unmöglichkeit, das Erlebte in Worte zu fassen. Zutiefst berührend sind auch diese Kurzgeschichten und Gedichte. Die Texte erzählen von Verfolgung und körperlicher Gewalt, von Fluchterfahrungen, von Schleppern und Abhängigkeit, aber auch von der ganz alltäglichen Einsamkeit deutscher und nichtdeutscher Seniorinnen.

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