Maria Braig: Spanische Dörfer - Wege zur Freiheit

Artikelnummer: 978-3-95667-239-2

Drei Menschen stellen sich ihrem Schicksal der "Diskriminierten": Eine dunkelhäutige Afrikanerin auf der Flucht, ein transsexueller Architekt aus München und ein spanischer Hochschulabsolvent mit Down Syndrom. Ihre Wege kreuzen sich und der Wunsch nach einer Diversity-Gesellschaft wird zu einem Traum, den sie wahrmachen wollen.

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Drei Menschen stellen sich ihrem Schicksal der "Diskriminierten": Eine dunkelhäutige Afrikanerin auf der Flucht, ein transsexueller Architekt aus München und ein spanischer Hochschulabsolvent mit Down Syndrom. Ihre Wege kreuzen sich und der Wunsch nach einer Diversity-Gesellschaft wird zu einem Traum, den sie wahrmachen wollen.

"Spanische Dörfer" erzählt die Geschichte dreier junger Menschen, die sich auf den Weg machen, um Freiheit und Gleichheit zu finden, und um ein Leben ohne Ablehnung und Anfeindung führen zu können:

- Eine junge Frau, die sich aus unerträglichen Verhältnissen befreit und auf den Weg nach Europa macht
- Enrique, ein junger Spanier, der als Mädchen geboren wurde
- Leon, der ein Chromosom mehr besitzt als die meisten anderen Menschen (Down Syndrom)

Autor*in / Hrsg.: Maria Braig
Literatur zu: Migration und Exil
politische Themen: Flucht und Asyl
weitere Themen: Behinderung
Details: Umfang: 190 S. 
Einband: Kartoniert
Format: 196 mm
Gewicht:  258g
Erscheinungsdatum: 28.03.2016

Und so war sie eines Nachts aufgebrochen, nur mit dem Notwendigsten bei sich, und hatte alles und alle zurückgelassen. Sie war allein und konnte gehen, musste kein Kind mit sich nehmen und keines zurücklassen.
"Lauf! Los, lauf!", flüsterte jemand hinter ihr, als sie mit dem Rucksack, in dem alles war, was sie für ihr neues Leben brauchte, auf die Straße trat und dort noch einmal zögerte, den Schritt aus ihrem alten Leben hinaus zu tun.
"Lauf! Los, lauf!"
Sie wusste nicht, hatte wirklich jemand geflüstert oder bildete sie es sich nur ein? Sie sah nicht mehr zurück, sondern lief einfach los. Sie musste sich beeilen, die ersten Anzeichen der Dämmerung waren in der Ferne schon zu erkennen. Sie sah nicht mehr zurück und sie beschloss in diesem Augenblick, niemals mehr zurückzublicken. Sie wollte vergessen, was hinter ihr lag, wer sie war und woher sie kam. Sie hatte es schon vergessen. Sie lief und lief, bis sie nicht mehr konnte. Suchte einen sicheren Ort zum Ruhen, aß und trank, was sie mitgenommen hatte, und dann lief sie weiter. Irgendwann hörte sie auf zu laufen und verfiel in eine gemächlichere Gangart, um nicht die Blicke der Menschen auf sich zu ziehen. Wer läuft, macht sich verdächtig. Wer mit einem prallen Rucksack auf dem Rücken läuft, macht sich sehr verdächtig. Also schritt sie nun zügig voran. Immer Richtung Norden, der Freiheit entgegen.
Sie ging bei Tag und sie lief in der Nacht, und wenn sie einen sicheren Platz fand, schlief sie. In den Dörfern unterwegs versorgte sie sich mit dem Nötigsten und so vergingen die Tage, einer nach dem anderen. Sie zählte sie nicht.
An jedem neuen Tag löschte sie die Erinnerung an den vergangenen. Erinnern wollte sie sich erst wieder, wenn sie in Europa war. Ab dem ersten Tag ihres neuen freien Lebens würde sie wieder zulassen, dass sich die Tage in ihre Erinnerung einprägten. Das alte Leben aber sollte für immer vergessen bleiben.

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