Marianne Birthler: Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben. Erinnerungen

Artikelnummer: 978-3-446-24151-0

Marianne Birthlers Geschichte ist durch die doppelte Erfahrung des Lebens in der DDR und im wiedervereinten Deutschland gekennzeichnet. Aufgewachsen in Ost-Berlin, setzte sie sich schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung unter den Bedingungen der Diktatur ein.

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Marianne Birthlers Geschichte ist durch die doppelte Erfahrung des Lebens in der DDR und im wiedervereinten Deutschland gekennzeichnet. Aufgewachsen in Ost-Berlin, setzte sie sich schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung unter den Bedingungen der Diktatur ein. Ihre Haltung führte sie Mitte der achtziger Jahre in die Opposition gegen den SED-Staat und schließlich in das Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Als erste Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg, erste Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und als Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen bewies sie große Unabhängigkeit. Die Autobiographie einer Frau, die die jüngere deutsche Geschichte maßgeblich mitgeprägt hat.

Autor*in / Hrsg.: Marianne Birthler
Biografien von/über: Aktivistinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
weitere Themen: DDR
Weitere Informationen: Umfang: 397 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 22 x 15.3 cm
Gewicht: 624 g
Erscheinungsdatum: 21.02.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Isabell Serauky auf AVIVA-Berlin:

Die Autobiographie der Politikerin und Aktivistin der Freiheitsrevolution von 1989 ist Pflichtlektüre im 25. Jahr des Mauerfalls. Mit großer Offenheit schildert sie aus persönlicher Sicht, was ein Leben in der DDR ausgemacht hat, die historischen Ereignisse, die zur Wiedervereinigung geführt haben, ihr Politikerinnendasein im vereinigten Deutschland und ihre Arbeit als Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen.

Die Aufzeichnungen von Marianne Birthler aus ihrem Leben zeigen, wie viel Leben in ein einziges passt und, dass der Mensch mit den Aufgaben wächst. Birthler scheint die vielfältigen Herausforderungen nicht gesucht zu haben, vielmehr kamen immer wieder auf sie zu.

Nach Ausbildung und Studium arbeitete sie im Außenhandel und lebte bald als dreifache Mutter in Berlin, dann in Schwedt: eine klassische DDR-Existenz. Nüchtern, dennoch anschaulich erzählt Birthler von den Absurditäten und Kuriositäten des DDR-Alltags - von Versorgungslücken, Wohnungsnotstand, Erziehungsgrundsätzen in Kindergärten, politischer Bildung in Schulen und den Sehnsüchten und Wünschen der DDR-BürgerInnen. Facettenreich wie ein Kaleidoskop wird die DDR der 70er und 80er Jahre aufgeblättert. Allein schon die Tatsache, dass sie ein derart genaues Panorama dieser Gesellschaft zeichnet, macht die Lektüre zu einem Erlebnis. Zugleich wahrt sie in ihren Beschreibungen so viel Distanz, dass sich die LeserInnen ein eigenes Bild machen können. Unkundige ebenso wie die ehemalige DDR-Bürgerin staunt: Stimmt ja, so war das damals!

Schon in jungen Jahren wird es Marianne Birthler im System der DDR zu eng. Sie nutzt den Freiraum, den die DDR den Kirchen ließ. Anfang der achtziger Jahre war sie mit ihrer ganz persönlichen Haltung in der Opposition gegen den SED-Staat angekommen. Rasch fand sie sich mitten im Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Die Schilderungen dieser historischen Umbruchszeit sind minutiös geschildert und von großer Klarheit geprägt, zeigen sie doch, welche gesellschaftlichen Ideale vielen Oppositionellen für eine neue, andere DDR vorschwebten, bevor das Volk erneut den Weg vorgab: "Wir sind ein Volk!"

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