Marit Rullmann, Werner Schlegel: Denken, um zu leben. Philosophinnen

Artikelnummer: 978-3-7374-1087-8

Wird man nach Philosophen gefragt, fallen einem auf Anhieb zahlreiche Namen ein: Sokrates, Platon, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Sartre. und unzählige mehr. Wird man nach Philosophinnen gefragt, erschöpfen sich die Antworten meist - wenn überhaupt - in Hannah Arendt und Simone de Beauvoir. Dabei hat es in jedem Zeitalter auch philosophierende Frauen gegeben, die Vordenkerinnen waren und Veränderungen bewirkten.

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Wird man nach Philosophen gefragt, fallen einem auf Anhieb zahlreiche Namen ein: Sokrates, Platon, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Sartre. und unzählige mehr. Wird man nach Philosophinnen gefragt, erschöpfen sich die Antworten meist - wenn überhaupt - in Hannah Arendt und Simone de Beauvoir. Dabei hat es in jedem Zeitalter auch philosophierende Frauen gegeben, die Vordenkerinnen waren und Veränderungen bewirkten.

Die revolutionäre Gleichheitsdenkerin Olympe de Gouge zum Beispiel, Dorothea Schlözer, die erste Doktorin der Philosophie in Deutschland, Mary W. Calkins, die sich mit der Philosophie des Selbst auseinandersetzte, Christina von Schweden, die Sinneseindrücke als Grundlage der Erkenntnis beschrieb, oder Martha Nussbaum, die sich mit der Gerechtigkeits- und Inklusionsfrage beschäftigt. Die philosophischen Fragestellungen wichtiger Denkerinnen sind zumeist lebensnah und ermöglichen neue Perspektiven und Denkanstöße: In griffige Einzelporträts werden einflussreiche Denkerinnen skizziert und ihre Verdienste so dem Vergessen entrissen.

Autor*in / Hrsg.: Marit Rullmann
Biografien von/über: Philosophinnen
Details: Philosophinnen 
Umfang: 360 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 20.6 x 14 cm
Gewicht: 512 g
Erscheinungsdatum: 18.06.2018

Chiara Zamboni

Italienische Philosophin - Denken in Präsenz

'Die Wahrheit zu sagen, ist mit der Weisheit der Unterscheidungsfähigkeit verbunden, wann es besser ist zu sprechen und wann es besser ist zu schweigen'.

Denken in Präsenz

'Wir sind [.] einzelne Frauen, die sowohl als Einzelne wie auch gemeinsam geprägt sind von einer Geschichte der Beziehungen, angefangen bei der Beziehung zu unserer Mutter, die weitergeführt wird von der Beziehung, die uns untereinander verbindet und die Diotima heißt: ein gemeinsamer Name für Beziehungen unter Frauen, die Philosophie treiben.' So steht es auf der Homepage dieser heute weit über Italien hinaus bekannten feministischen Philosophinnen- und Forschungsgemeinschaft, die 1984 in Verona gegründet wurde. Ihren Namen hat sie von keiner geringeren als von jener weisen Frau, die einst den Philosophen Sokrates über die Liebe belehrte. Die einzigartige Philosophinnenrunde zeichnet sich bis heute durch mehrere Besonderheiten aus. Was die Veroneserinnen '. von anderen politischen Gruppen unterscheidet, ist die Abwesenheit von festen Strukturen: Es gibt keine formale Mitgliedschaft, kein gemeinsames Programm, keine für alle verbindlichen Regeln. Diotima ist keine Gruppe, der eine beitreten könnte, sondern es ist eine Aktivität. Chiara Zamboni, Professorin für Sprachphilosophie an der Universität in Verona, ist Gründungsmitglied von Diotima.

Das ungeregelte mündliche Philosophieren, wie es bei den Diotima-Treffen gepflegt wird, entspricht einer weiblichen Tradition. Sie war in Vergessenheit geraten, obwohl sie noch im 18. Jahrhundert die Grundlage der von Frauen veranstalteten Salons bildete. Zamboni trug - gemeinsam mit Luisa Muraro, Adriana Cavarero und anderen - wesentlich zu deren Wiederbelebung bei.

Die Italienerin, deren Geburtsdatum ein Geheimnis zu sein scheint, erwirbt 1975 an der Universität Bari den Magistergrad und forscht zunächst zur Philosophie der Mathematik. Sie zeigt sich stark von der Phänomenologie beeinflusst, studiert deren Vertreter von Husserl bis Maurice Merleau-Ponty, und schreibt über Edith Stein, Maria Zambrano, Martin Heidegger und Simone Weil.

In ihrem Leben gibt es ein starkes 'Begehren nach Politik'. Das empfindet sie jedoch als etwas 'Unvorhergesehenes in der Welt der Fakten', zumal sich ihr Politikverständnis vom allgemein Üblichen unterscheidet. Ein Politikverständnis, das sich beschränkt auf die sogenannte 'repräsentative Demokratie' und deren Institutionen. Sie orientiert sich an Hannah Arendt, nach der Politik dort entsteht, 'wo es einen lebendigen und vernünftigen Austausch zwischen Menschen gibt, die die Welt im Blick haben'. Es geht also um mehr als die bloße Bedürfnisbefriedigung im politischen Handeln. Gefordert ist bei Zamboni die kritische Auseinandersetzung mit anderen Menschen darüber, wie wir überhaupt in dieser Welt leben und handeln wollen. Deshalb dürfe Politik auch kein Machtspiel und vor allem niemals Mittel zum Zweck sein.

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