Marta Marková: Auf ins Wunderland! Das Leben der Alice Rühle-Gerstel

Artikelnummer: 978-3-7065-4328-6

Alice Gerstel wurde 1894 als Kind einer deutsch-jüdischen großbürgerlichen Familie in Prag geboren. Nachdem sie bei der Familie Habsburg als Kindermädchen tätig war, ging sie nach München, wo sie sich während ihres Philosophiestudiums mit der Schule Alfred Adlers vertraut machte...

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Alice Gerstel wurde 1894 als Kind einer deutsch-jüdischen großbürgerlichen Familie in Prag geboren. Nachdem sie bei der Familie Habsburg als Kindermädchen tätig war, ging sie nach München, wo sie sich während ihres Philosophiestudiums mit der Schule Alfred Adlers vertraut machte und sich als Individualpsychologin engagierte. 1922 heiratete sie Otto Rühle, den Mitbegründer der KPD, der sich aber kurze Zeit später vom Leninismus distanzierte. Zusammen mit ihm gründete sie den Verlag "Am andern Ufer" in Dresden, in dem sie wichtigen sozialwissenschaftlichen Publikationen ein Forum bot, und wurde zu einer Zentralfigur der linken intellektuellen Szene der 1920er und frühen 1930er Jahre.

Wegen des Aufstiegs des Nationalsozialismus verließ Alice Rühle-Gerstel Deutschland und ging zurück nach Prag, wo sie vier Jahre in der deutschsprachigen liberalen und linken Szene des Prager Tagblatts aktiv war. 1936 folgte sie ihrem Mann nach Mexiko, um sich dort mit ihm gemeinsam auf Einladung der mexikanischen Regierung zunächst pädagogisch zu engagieren. Im Zusammenhang mit Trotzkis Aufenthalt in Mexiko wurde sie in die Auseinandersetzungen des Exils verstrickt und wurde - ohne selbst Trotzkistin zu sein - zu einer wichtigen Person der antistalinistischen Linken. Alice Rühle-Gerstel übersetzte viele wichtige Werke aus dem Tschechischen ins Spanische, 1941 wurde sie Honorarprofessorin an der Universität Morelia in Mexiko. Unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes wählte sie im Jahre 1943 den Freitod und wurde gemeinsam mit ihm in Mexiko eingeäschert.

Das Leben der Alice Rühle-Gerstel wird als Beispiel für die intellektuelle Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts in Zentraleuropa und in Mexiko beschrieben und analysiert: Ihre Lebensstationen in Prag, Wien, München, Dresden, schließlich Paris und Mexiko und ihre Mehrfachidentitäten als Österreicherin, Tschechin, Jüdin, Deutsche und Mexikanerin und als Feministin und Individualpsychologin spiegeln das Leben einer außergewöhnlichen Frau exemplarisch wider. Die 2008 erschienene 2. Auflage wurde um ein Personenregister ergänzt.

Autor*in / Hrsg.: Marta Marková
Biografien von/über: Philosophinnen Psychologinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
weitere Themen: jüdische Frauen
Weitere Informationen: Umfang: 532 S., zahlreiche s/w-Abbildungen
Format: 239 x 159 x 34 mm
Gewicht: 796 g 
Erscheinungsdatum: 12.02.2007

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