Mary McCarthy: Die Clique

Artikelnummer: 978-3-86915-113-7

Eine Zeitreise ins Manhattan der schillernden 30er Jahre: Die Clique - acht bestens ausgebildete junge Frauen, die sich nach Abschluss ihres Studiums am vornehmen Vassar-College hoffnungsfroh ins Leben stürzen, um ihre Träume zu verwirklichen.

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Eine Zeitreise ins Manhattan der schillernden 30er Jahre: Die Clique - acht bestens ausgebildete junge Frauen, die sich nach Abschluss ihres Studiums am vornehmen Vassar-College hoffnungsfroh ins Leben stürzen, um ihre Träume zu verwirklichen. Begabt, leidenschaftlich und lebenshungrig sind sie alle, doch ihre Lebenswege sind ganz unterschiedlich. Auf der Suche nach sich selbst, nach Abenteuer, Sex und der großen Liebe durchleben Lakey, Libby, Kay & Co Krisen und Konflikte, üben den Spagat zwischen Kindern und Karriere und kämpfen um Freiheit und Eigenständigkeit. Was aus ihnen und ihren Träumen wird, erzählt Mary McCarthy meisterhaft - authentisch, bewegend und blitzgescheit.

Ein grandioses Porträt der 30er Jahre in New York und ein fulminanter Frauen-Roman, der Candace Bushnell zu ihrem Bestseller Sex and the City inspirierte und der bis heute begeistert.


Autor*in / Hrsg.: Mary McCarthy
Belletristik: historischer Roman
Weitere Informationen: Originaltitel: The Group
Übersetzt von: Ursula von Zedlitz
Umfang: 523 S.
Einband: Halbleinen
Format (T/L/B): 4.3 x 19.2 x 12.9 cm
 Gewicht: 535 g
Erscheinungsdatum: 25.09.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-BERLIN:

Verwicklungen zwischen Kurschatten und Kaffeerunden: Nicht aus den Literatursalons Berlins, sondern aus den Strandkörben eines kleinbürgerlichen Badeorts schreibt Frauenrechts-Pionierin Dohm mit ihrer "Freiluftnovelle" gegen die bigotte Gesellschaft des ausklingenden neunzehnten Jahrhunderts an.

Ein Druckfehler rettet Marie Luises Ehre in der Pension, die sie im Seebad Salentin bewohnt. Statt als unverheiratete Frau führt die Kurliste sie als Witwe - zur großen Erleichterung der Hausangestellten Alma: "Almchen hat mich so sehr gebeten, es dabei bewenden zu lassen, sie findet es viel respektierlicher, bei einer Frau als bei einem Fräulein zu dienen", berichtet sie Ferdinand, dem Mann ihrer verstorbenen Schwester, in einem ihrer zahlreichen Schreiben.

Urlaub für ein "spätes Mädchen"

Marie Luise, eine "Frau mittleren Alters", reist zur Kur an die Ostsee. Neben den Kindern ihres Schwagers, die den Sommer bei ihr verbringen, bieten vor allem die BewohnerInnen Salentins und andere Kurgäste viel Stoff für ihre pointierten, bisweilen bissigen Briefe: Ganz stille, kluge Beobachterin, bewegt sich Marie Luise in der Gesellschaft des biederen Seebads als unauffällige Besucherin - und entlarvt die spießbürgerlichen Gepflogenheiten im Schriftverkehr mit Ferdinand umso gnadenloser. Die amourösen Nöte ihrer zwölfjährigen Nichte Hanna, die Annäherungsversuche des kühlen Doktor Garwin, jedoch auch eigene Eitelkeiten und Verfehlungen beleuchtet sie mit subtiler Ironie und wirft gleichzeitig Schlaglichter auf viele gesellschaftliche Missstände um die Jahrhundertwende. "Dass sie Schriftstellerin ist, kann dich nicht schrecken. Welche Frau schriftstellert denn heute nicht? Als Äquivalent wirft sie eine wahrhaft mustergültige Hausfrauentüchtigkeit in die Waagschale", beruhigt sie ihren verwitweten Schwager, als sie diesem die junge, resolute Isolde als potentielle Heiratskandidatin schmackhaft machen möchte.

Dass weibliche Eigenständigkeit alles andere als erwünscht oder gar attraktiv ist, haben jedoch nicht nur die Herren verinnerlicht: "Ein Buch, in dem ein Atheist oder eine Emanzipierte vorkommt, liest keine anständige Frau", stellt "Kusine Bär", die keine Möglichkeit ungenutzt lässt, um Marie Luise als "alte Jungfer" zu belächeln, klar. Mit Seitenhieben auf ihren Status als ewiges "Mädchen", Fragen nach dem Grund für den fehlenden Ehering am Finger und verniedlichenden Spitznamen wie Luischen wird der Protagonistin ein Status als gestandene Frau permanent abgesprochen.

Was bei LeserInnen im einundzwanzigsten Jahrhundert intuitiv für Empörung sorgt, dürfte in modifizierter Form noch immer zu beobachten sein: Obwohl die "Jungfer" mittlerweile in der Mottenkiste antiquierter Boshaftigkeiten zu lagern scheint, dominiert die Wahrnehmung unverheirateter, kinderloser Frauen über Vierzig als "Versagerinnen" noch immer das Weltbild (zu) vieler Menschen.

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