Miriam Dreysse: Mutterschaft und Familie. Inszenierungen in Theater und Performance

Artikelnummer: 978-3-8376-3054-1

Obwohl sich Geschlechterrollen und Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten radikal gewandelt haben, sind Mutter- und Familienbilder in der Alltagskultur oft noch vom Modell der bürgerlichen Kleinfamilie und christlichen Traditionen geprägt.

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Obwohl sich Geschlechterrollen und Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten radikal gewandelt haben, sind Mutter- und Familienbilder in der Alltagskultur oft noch vom Modell der bürgerlichen Kleinfamilie und christlichen Traditionen geprägt. Miriam Dreysse legt diese Darstellungstraditionen offen und untersucht zeitgenössisches Theater und Performance, aber auch Beispiele aus Tanz, Fotografie und Videokunst, auf ihren Umgang mit Mutterschaft und Familie. Differenzierte Aufführungsanalysen (Pollesch, She She Pop, Rimini Protokoll u.a.) ermöglichen eine genderkritische Lesart des zeitgenössischen Theaters und geben damit der deutschen Theaterwissenschaft entscheidende Impulse.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Miriam Dreysse
Kunst: Theater Performance
Weitere Informationen: Theater 76
Umfang: 372 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Gewicht: 573 g
Erscheinungsdatum: 15.08.2015

~ LESEPROBE ~

Autoreninterview mit Miriam Dreysse

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es bislang keine Untersuchung zur Darstellung von Mutterschaft und Familie im Theater gibt und auch die auffällige Sonderrolle, die das Theater im 18. Jahrhundert im Vergleich zu anderen Diskursen (künstlerischen und theoretischen) bezüglich der Figur der Mutter spielt, bislang wenig Beachtung fand.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Mutter als ästhetische Figur kommt in kulturwissenschaftlichen Diskursen gar nicht oder nur am Rande vor. Das Buch möchte dem durch eine Fokussierung der Figur der Mutter entgegenwirken. Anhand der Analyse von Familien- und Mutterdarstellungen in der Alltagskultur, in darstellenden und bildenden Künsten, aber auch in den diese begleitenden kritischen Diskursen wird die Mythologisierung und Biologisierung der Figur der Mutter sichtbar. Die Mutter wird lesbar als eine wesentliche Figur der Naturalisierung des binären Geschlechtermodells.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Genderspezifische Fragestellungen finden in der deutschsprachigen Theaterwissenschaft seit einiger Zeit verstärkt Interesse. Dennoch gibt es bislang keine ausführlichen Studien mit einem gender-theoretischen Ansatz; systematische Auseinandersetzungen mit dem Thema der Repräsentation von Geschlechterverhältnissen auf der Bühne fehlen weitgehend. Hier schließt das Buch eine Forschungslücke und bereichert thematisch, theoretisch und methodisch die noch in ihren Anfängen befindliche genderkritische Forschung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Hans-Thies Lehmann und Barbara Vinken.

5. Ihr Buch in einem Satz:
"Demokratie haben wir erst, wenn in jeder Familie abgestimmt wird, wer hier die Mutter ist." (René Pollesch)

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