Nadine Gordimer: Erlebte Zeiten / Bewegte Zeiten (2 Bd.)

Artikelnummer: 978-3-8270-1177-0

Zum 90. Geburtstag feiern wir die Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer mit zwei Bänden, die erstmals eine gültige Auswahl ihres essayistischen und erzählerischen Werkes vorstellen, ausgewählt von der Autorin selbst, mit Essays und Erzählungen, die nie zuvor auf Deutsch erschienen sind.

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Zum 90. Geburtstag feiern wir die Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer mit zwei Bänden, die erstmals eine gültige Auswahl ihres essayistischen und erzählerischen Werkes vorstellen, ausgewählt von der Autorin selbst, mit Essays und Erzählungen, die nie zuvor auf Deutsch erschienen sind.

Die Erzählung steht am Beginn ihres Schaffens: Mit vierzehn veröffentlicht Nadine Gordimer ihre erste Kurzgeschichte, die erste Buchpublikation ist ein Erzählungsband. Während die Romane ihren Weltruf begründeten, hält Gordimer die Kurzgeschichte für die literarische Form unserer Zeit, immer wieder kehrt sie zu ihr zurück. 'Erlebte Zeiten' bietet nun erstmals einen Querschnitt dieses großen Werkes, Erzählungen, die einen Bogen über sechs Jahrzehnte spannen. Die Prägnanz ihrer Sprache, ihr Auge fürs Detail, die konzisen Alltagsbeobachtungen zeichnen ihre Erzählungen von jeher aus, ihre Kunst, große Themen in knappen Bildern zu inszenieren, ist unvergleichlich.

Auch das essayistische Werk nimmt eine besondere Stellung in Nadine Gordimers Werk ein. Genuin offenbart sich in 'Bewegte Zeiten' ihre unerschrockene politische Haltung, ihr kompromissloses Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit. Ob sie über Apartheid, Zensur, eine Kindheit in Südafrika, über das Sklavenstädtchen Banana, den Kongo oder über Nelson Mandela schreibt, in jeder Zeile schwingen Redlichkeit und große Menschlichkeit mit. Und nicht zuletzt zeigt sie sich, in Überlegungen zu dem Einfluss moderner Technologien auf das Schreiben, als moderne und verblüffend jung gebliebene Autorin. Eine Autorin, vor deren klaren Verstand, tiefer Menschenkenntnis und jugendlicher Kühnheit man sich verneigen muss.


Autor*in / Hrsg.: Nadine Gordimer
Weitere Informationen: Erzählungen 1952-2007
Leben und Schreiben 1954-2008
2 Bd. in Kassette
Übersetzt von: Bohn/Einsiedel/Friedrich u.a.
Umfang: 736 S.
Einband: Gebunden im Schuber
Format (T/L/B): 8.5 x 22.5 x 15 cm
Gewicht: 1.597 g
Erscheinungsdatum: 01.10.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Lea Albring auf AVIVA-Berlin:

Zum 90. Geburtstag der Nobelpreisträgerin erschien im Berlin Verlag ein Doppelband, der sich dem erzählerischen und essayistischen Werk der Autorin widmet. Kurzgeschichten und literarische Abhandlungen erstrecken sich auf über tausend Seiten und spiegeln die immense Produktivität von mehr als 60 Schaffensjahren wider. Zwei Erzählungen aus der Kollektion erscheinen nun erstmals auf Deutsch.

Querschnitt eines literarischen Lebens

Keine Frage, ihr Handwerk beherrscht die vielfach ausgezeichnete Autorin perfekt. Egal ob Roman, Kurzgeschichte oder Essay, Gordimer fühlt sich in jedem Genre zu Hause. Eine literarische Form begleitet sie allerdings von Anfang an: Mit 15 veröffentlicht sie ihre erste Kurzgeschichte, ein ganzes Leben später, mit 90 Jahren, ist die Vielzahl ihrer Erzählungen längst nicht mehr in einem Atemzug zu nennen. Als willkommene Orientierungshilfe kommt da der Doppelband "Erlebte Zeiten / Bewegte Zeiten" gerade recht, in dem auch die literarischen Anfänge der Autorin ihren Platz haben.
Die kurzen literarischen Formen, egal ob Essay oder Shortstory, sind seit jeher mehr als nur Fingerübungen für Gordimer, wenngleich sie ihren Weltruhm ganz klar ihren Romanen zu verdanken hat. Vor diesem Hintergrund erscheint der Doppelband, dessen Texte von der Autorin selbst ausgesucht und zusammengestellt wurden, mit Nachdruck als ein bewusstes Statement eines langen Schriftstellerinnenlebens: Die Seiten künden von Produktivität und Arbeitswut einer Vielschreiberin und machen deutlich, dass ein schriftstellerisches ?uvre mehr als die Summe seiner Weltbestseller ist.

Leitmotive und Textexperimente

Gordimer, die am 20. November 1923 als Tochter jüdischer Eltern in einer Südafrikanischen Kleinstadt in der Nähe von Johannesburg geboren wurde, setzt sich in ihrer Arbeit genauso mit den Versatzstücken ihrer eigenen Biographie als auch mit Rassismus und Apartheidspolitik in Südafrika auseinander. Gesellschaftliche und soziale Missstände sind Themen mit beständiger Aktualität in ihrem Werk und gehen natürlich auch in den vorliegenden Doppelband ein.
Der kurze Text "Von den Toten träumen" ist eine Synthese aus Abhandlung und Fiktion, wenn die Ich-Erzählerin in einem Traum mit den bereits verstorbenen DenkerInnen Edward Said, Susan Sontag und Anthony Sampson diniert und deren Gesellschaftstheorien und Biographien gegeneinander abwägt. Ebenso als Schreibexperiment zu verbuchen ist der Text "Brief seines Vaters". Als Replik auf Franz Kafkas "Brief an den Vater" verfasst die Autorin eine fiktive Antwort von Hermann Kafka und begibt sich damit in eine paradoxe Schreibsituation. Den Wendungen und Absurditäten dieses Gedankenspiels zu folgen macht großen Spaß: "Ich schreibe Dir, nachdem wir beide gestorben sind. Während Du Dich nicht rührst. Es wird keine Antwort von Dir geben, das weiß ich."

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