Nat Muller (Hrsg.): Nancy Atakan: Passing on

Artikelnummer: 978-3-86828-643-4

Die amerikanisch-türkische Künstlerin Nancy Atakan betrachtet eine Reihe berufstätiger Frauen, die in der Zeit des Osmanischen Reichs geboren wurden, in der Republik aufwuchsen und arbeiteten, und die ihrer Ansicht nach nicht vergessen werden sollten.

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Künstler verflechten die Vergangenheit mit der Zukunft, indem sie sich selbst in vergangene Zeiten zurückversetzen und damit unser Verständnis der Gegenwart herausfordern. Die amerikanisch-türkische Künstlerin Nancy Atakan betrachtet eine Reihe berufstätiger Frauen, die in der Zeit des Osmanischen Reichs geboren wurden, in der Republik aufwuchsen und arbeiteten, und die ihrer Ansicht nach nicht vergessen werden sollten.

Dieses Buch stellt eine Auswahl von Atakans Werken dar, fokussiert jedoch auf die zweite Frau in dieser Serie, Azade, ihre Bewegungstherapeutin in den späten 1970er-Jahren. Atakans Nachforschungen erstreckten sich von Azades Verwandten in Istanbul über die Sportfakultät der Gazi-Universität in Ankara, ihre Bekannten in Schweden bis hin zu ihrer Schule in Deutschland und ihrer Familie in Österreich. Das Buch umfasst 23 Zeichnungen und eine Geschichte über Azade, die weder Fiktion noch Realität darstellt.

Aus einem Video von 1980, in dem Azade Übungen vorführte, wählte Atakan vier Bewegungsabläufe aus, die sie ihren Schwiegertöchtern, Enkeltöchtern, ehemaligen Schülerinnen von Azade und ihrer derzeitigen Pilates-Lehrerin beibrachte, um ein Zweikanalvideo zu schaffen, das den Prozess der Weitergabe visualisiert.

Ausstellung
Pi Artworks London
19. Februar - 26. März 2016


Kunst: Video Bildende Kunst
Weitere Informationen: Sprache: Englisch
Autor*innen: Merve Ünsal, Nat Muller, Wendy Shaw, Yesim Turanli
Künstler*in: Nancy Atakan
Umfang: 96 S., 63 Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.3 x 24.5 x 19.8 cm
Gewicht: 535 g 
Erscheinungsdatum: 25.01.2016

Rezension von Sharon Adler auf Aviva-Berlin:

Die Serie "Annonciation" bildet den Kern der sechsten Monografie der finnischen Fotografin. Sie bildet ein noch immer stark tabuisiertes Thema ab: ungewollte Kinderlosigkeit. Damit kehrt sie zur autobiographischen Dokumentation zurück, für die sie Ende der 1990er-Jahre bekannt wurde.

Die Fotografien zu "Annonciation" werden jeweils von einem Prolog eingeleitet und mit einem Epilog abgeschlossen, der zeigt, dass das Leben weitergeht und selbst eine hoffnungslose Geschichte mit einem unglücklichen Ende nicht das Ende ist. Die sorgfältig komponierten, gemäldeartigen Selbstporträts sind zwischen 2008 und 2013 in Finnland, den USA, Kambodscha und in Frankreich entstanden, als sie - vergeblich - versuchte, schwanger zu werden.
Wir begleiten sie durch Phasen, in denen sich Hoffnung und Enttäuschung abwechseln. Dass wieder ein weiteres - kinderloses - Jahr vergangen ist, belegen die Kalenderseiten mit integrierten Zyklusdaten.

Die Fotografin arbeitet ohne Erklärungen oder Kommentare und konzentriert sich gänzlich auf das visuelle Erzählen und ihre Beobachtung von Ritualen, die nur einen Zweck haben: Schwanger zu werden.
Stille Zeugen ihrer Versuche sind die Aufnahmen von Medikamentenbergen, oder vom Blut in der Toilettenschüssel, das die Menstruation, nicht aber die ersehnte Schwangerschaft anzeigt.
Ihre Rebellion gegen das jahrelange Martyrium schließlich wird in einem anderen Motiv deutlich: Untertitelt mit "My Dog Is Cuter Than Your Ugly Baby" zeigt die Fotografin der Kamera den Mittelfinger.

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