Natascha Wodin: Alter, fremdes Land

Artikelnummer: 978-3-99027-057-8

Ein Roman über die Schrecken des Alters und den Versuch, ihnen zu entkommen.

19,90 €

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Lea ist Schriftstellerin, sie lebt allein, in Berlin, sie ist 63. Ihr Alter hat sie nie gekümmert, es war eine Tatsache, jetzt ist es mehr als das: Es bestimmt ihr Leben, es zeigt ihr, was ihr noch bleibt, was sie erwarten kann und was sie versäumt hat. Nach und nach verschließt sich ihr die Welt, in der sie sich immer wie selbstverständlich bewegt hat, sie wird kleiner, ein fremdes Land plötzlich. Doch nicht weniger unvermittelt findet sie sich eines Tages im Internet wieder, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was sich darin auftut an Möglichkeiten und Gefahren der Täuschung und der Selbsttäuschung. Unversehens landet sie in einem Erotikchat, sie führt ein Leben im Virtuellen. Aber auch in diesem Leben wird sie ihr Alter nicht los, es gewinnt nur eine andere Bedeutung.

Natascha Wodin sucht das Unerhörte. Ihr neuer Roman ist voll radikaler Energie und doch klar und nüchtern. Sie beschönigt nichts, sie schont sich nicht, und doch ist sie nie ehrlich, ohne vor allem diskret zu sein.


Autor*in / Hrsg.: Natascha Wodin
Weitere Informationen: Umfang: 216 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.2 x 19.2 x 12.2 cm
Gewicht: 283 g
Erscheinungsdatum: 28.08.2014

Rezension bei Weiberdiwan:

Bereits in ihrem Erstlingsroman "Die gläserne Stadt" hat Natascha Wodin über die allgegenwärtige Fremdheit in Ost und West von Europa aus der Perspektive einer in Deutschland aufgewachsenen Frau mit russischen Eltern erzählt. Über die Liebesbeziehung zu einem deutschen und einem russischen Mann lotete sie ihre Möglichkeiten aus, sich verstanden und zuhause zu fühlen. 31 Jahre und einige Romane später legt sie ein Stück Prosa vor, in dem die kulturelle Unüberbrückbarkeit in feinen Beobachtungen des alltäglichen Lebens in Berlin und seinen Veränderungen weiter Referenzpunkt sind, auch sind es Männerbeziehungen, anhand derer sie ihre Position spiegelt - aber mit einem Unterschied, den sie diesmal in den Mittelpunkt stellt: Sie ist alt geworden, die Protagonistin Lea ist 63 und sucht nach persönlichen Einsichten in die Tatsache, dass eine neue Form der Fremdheit sich eingestellt hat, eine Differenz zwischen ihrer inneren Wirklichkeit und dem Körper als äußerer. Altsein als zunehmende Einschränkung und Asexualisierung, erzwungene Langsamkeit und dem Tod näherrücken.
"Seit dem unheimlichen Verlust an Lebenskraft verstand sie nicht mehr, warum die Welt nicht voll war von alten Menschen, die schreiend vor Angst durch die Straßen rannten." Nach nüchternen Betrachtungen über das Altern ergreifen bald unerwartet neue Lebensgestaltungsformen im Cyberspace Lea leidenschaftlich, die offene Wünsche doch noch erfüllen und ihr Selbstbild als alternde Frau radikal verändern. Das ist spannend, wird rasant erzählt, lässt frohlocken und verändert schlussendlich die Reflexion über das Altern.

» zur Rezension auf weiberdiwan.at

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