Natasha Walter: Living Dolls. Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen

Artikelnummer: 978-3-596-18996-0

Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung wünscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation. Die britische Publizistin Natasha Walter hat viele junge Frauen nach ihrem Selbstverständnis befragt. Die Antworten sind erschreckend.

9,99 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung wünscht, scheint etwas falsch gelaufen zu sein mit der Emanzipation. Die britische Publizistin Natasha Walter hat viele junge Frauen nach ihrem Selbstverständnis befragt. Die Antworten sind erschreckend. Zwar glauben die meisten Frauen, sie hätten ihr Leben und ihre Sexualität selbstbestimmt im Griff, in Wirklichkeit aber reduzieren sie sich selbst immer mehr auf ihr Äußeres und sehen allein ihre Attraktivität als Schlüssel zum persönlichen Erfolg.

Auf dieses Lolita-Schema werden die Mädchen schon in frühen Jahren festgelegt. Es gibt fast nur noch rosa Spielzeug für kleine Mädchen, süße "Prinzessinnen" tragen Miniröcke, hochhackige Schuhe und Lippenstift. Junge intelligente Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten lassen sich in Casting Shows öffentlich demütigen. Natasha Walters kritische Bestandsaufnahme schockiert, rüttelt wach und macht eine Auseinandersetzung mit diesem wieder erstarkenden aggressiven Sexismus unabdingbar.

Übersetzt von:
Autor*in / Hrsg.: Natasha Walter
weitere Themen: Sexismus
Weitere Informationen: Fischer Taschenbücher Bd.18996
Originaltitel: Living Dolls - The Return of Sexism
Gabriele Herbst
Einband: Kartoniert 
Umfang: 330 S.
Format (T/L/B): 1.9 x 19 x 12.5 cm
Gewicht: 257 g
Erscheinungsdatum: 15.05.2012

Eindrücke der Buchlesung mit Natasha Walter am 16. Februar 2011 in Berlin (von Christina Auer):

Die britische Feministin Natasha Walter sieht keinen Grund zum Optimismus: Sie ist der Meinung, der Sexismus befinde sich in unserer Gesellschaft wieder auf dem Vormarsch. Auf ihrer Lesung in der Berliner Urania am 16. Februar 2011 sprach sie über die Thesen, die sie in ihrem neuen Buch vertritt.

"Ich dachte, der Streit um die Gleichheit zwischen Männern und Frauen wäre schon längst gewonnen", erzählte Natasha Walter vor einem interessierten Publikum. Dieser Meinung war sie auch, als sie im Jahr 1998 ihr erstes Buch "The New Feminism" veröffentlichte, in dem sie argumentierte, dass die Ansichten der Feministinnen nun von der Mehrzahl der Bevölkerung geteilt würden und die Frauenbewegung sich endlich neuen Aufgaben widmen könne.

Doch als vor zehn Jahren Walters Tochter Clara zur Welt kam, prallte der jungen Mutter, die selbst eine feministische Erziehung genossen hatte, in den Mädchenabteilungen der Spielwarenläden eine knallpinke Welt entgegen, die unter anderem ein "rosa Nagelstudio, [...] einen rosa Boutique-Stand mit Ohrringen und Halsketten sowie Puppen [...] mit allem möglichen Zubehör, unter anderem mit einem rosa Maniküre-Schlafzimmer und einem rosa Empfangssalon" anbot. Walter musste sich eingestehen, dass sie sich geirrt hatte: Die Spielräume von Weiblichkeit hatten sich nicht durch die Errungenschaften der Frauenbewegung stetig erweitert. Stattdessen erhielt Walter immer mehr den Eindruck, dass die Objektivierung und Festlegung von Weiblichkeit auf traditionelle Stereotype heute wesentlich stärker praktiziert wird als noch in ihrer Kindheit.

weiter lesen auf AVIVA Berlin 

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: