Nele Pollatschek: Das Unglück anderer Leute

Artikelnummer: 978-3-86971-137-9

Rabenmütter, Vaterwunden, Geschwisterliebe. In ihrem verblüffenden Debüt spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie - und erzählt dabei eine turbulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalsschlag, eine Familie zu haben.

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'Immer, wenn ich denke, ich bin den Wahnsinn los, passiert etwas und zieht mich wieder zurück.'

Rabenmütter, Vaterwunden, Geschwisterliebe. In ihrem verblüffenden Debüt spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie - und erzählt dabei eine turbulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalsschlag, eine Familie zu haben.

Thene, 25, Oxford-Studentin mit Zweitwohnsitz in Heidelberg, lebt eigentlich ihren Traum: mit ihrem Freund im alten BMW zur Lieblingslichtung im Odenwald fahren, Klapptisch aufstellen, lesen, schreiben und ab und an ein Stück Kirschjockel essen.

Leider aber fällt in Thenes Odenwald-Idyll immer wieder ein, was sie nur in kleinen Dosen verträgt: ihre Patchwork-Familie, eine in alle Himmelsrichtungen verstreute ostwestdeutsche Mischpoke. Allen voran: Ihre Mutter Astrid - Weltretterin, Punk, hochmanipulativ und mehr an ihren guten Taten als an ihren Kindern interessiert. Dann Georg, ihr Vater, der eigentlich die bessere Mutter gewesen wäre, wäre er nur nicht ganze fünf Jahre verschwunden, als Thene zehn war. Des Weiteren: Eine Schar von abgelegten Stiefvätern, unter ihnen der jüdisch-orthodoxe Menachem. Und - einziger Lichtblick - Menachems Sohn: Thenes fünfzehnjähriger Halbbruder Eli, Zauberlehrling und begnadeter Kenner von Statistik, Wahrscheinlichkeit und Magie.

Als die Masterverleihung in Oxford ansteht, reist die Familie wie selbstverständlich an. Wer hätte schon ahnen können, dass der Zufall - das Schicksal? Gott? - ausgerechnet hier den Hebel ansetzt, um Thenes Welt aus den Angeln zu heben.


Autor*in / Hrsg.: Nele Pollatschek
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Details: Umfang: 224 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 20.8 x 13 cm
Gewicht: 341 g
Erscheinungsdatum: 11.08.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Romina Wiegemann auf Aviva-Berlin:

Die 1988 in Ost-Berlin geborene Autorin stellt dysfunktionale familiäre Beziehungen in den Fokus ihres tragisch-komischen Debütromans. Insbesondere das Verhältnis zwischen der Mittzwanzigerin Thene und ihrer narzisstischen Mutter Astrid, die die emotionalen Grenzlinien ihrer Kinder pausenlos überschreitet, steht im Vordergrund einer Handlung, die einen überaus überraschenden Verlauf nimmt.

Gleichzeitig beschreibt die junge Autorin das Lebensgefühl ihrer Generation, welches sie im Vergleich zu der Unbefangenheit der Eltern eher vom Ringen nach Stabilität und Sicherheit geprägt sieht.

"Ich hasse sie, ich hasse sie, ich hasse sie", lautet der erste Satz des Romans. Er entstammt der Kehle der Ich-Erzählerin Thene. Ausgerechnet mit ihrer Großmutter, Astrids Mutter, ist sie sich einig: Astrid ist nicht zu ertragen. Getrieben von der Lust aufzufallen, macht sie das Leben ihrer Familie zu Hölle. Dabei hat Thene längst verstanden, dass sie im Leben ihrer Mutter nicht an oberster Stelle steht und sich, auf bemerkenswert abgeklärte Weise, damit arrangiert. Sie kann Astrids (zweifelhaften) Weltrettungsallüren, die über allem, jeder und jedem stehen, sogar etwas abgewinnen. Schwer zu ertragen ist es für Thene dann, wenn die emotionale Übergriffigkeit und die Manipulationen durch ihre Mutter überhand nehmen und Astrid wie ein Bulldozer in ihre mühevoll geschaffenen Schutzräume einfällt. Diese bestehen nicht nur kognitiv, wie in Thenes auffälligem Hang zu philosophischer Kontextualisierung ihres emotionalen Erlebens, sondern sind auch ganz real: Ihr Leben zwischen ihrem Studienort, Oxford, und dem Odenwald, wo sie mit ihrem Freund Paul (meistens) unbehelligt den einfachen Freuden des Lebens frönen kann.

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