Nellie Bly, Martin Wagner (Hrsg.): Around the World in 72 Days: Die schnellste Frau des 19. Jahrhunderts

Artikelnummer: 978-3-932338-55-7

Am 14. November 1889, zwei Jahre nach ihrem spektakulären Enthüllungsbericht über die Missstände in einer psychiatrischen Anstalt New Yorks, bricht die Star-Journalistin Nellie Bly zur Weltumrundung in Rekordzeit auf...

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Am 14. November 1889, zwei Jahre nach ihrem spektakulären Enthüllungsbericht über die Missstände in einer psychiatrischen Anstalt New Yorks, bricht die Star-Journalistin Nellie Bly zur Weltumrundung in Rekordzeit auf. Ausgerüstet ist die 25-Jährige dabei lediglich mit einem maßgeschneiderten Reisekleid, einem Mantel und einer Handtasche. Ein einziges Mal weicht Nellie Bly von ihrer Route ab, um im französischen Amiens den Romancier Jules Verne zu treffen, dessen fiktiven Rekord sie noch um acht Tage unterbieten wird.

Blys Reise um die Erde in 72 Tagen wird zum journalistischen Coup des Jahres und zum Höhepunkt ihrer Karriere. Spätestens bei ihrer Rückkehr ist sie eine 'nationale Persönlichkeit' (New York Times). Blys unterhaltsamer und unprätentiöser Bericht, der 1890 in New York erschien, gewährt einen seltenen Einblick in die Frühgeschichte des globalisierten Tourismus und der technischen Erschließung der Welt, ist jedoch zugleich auch ein Zeugnis kolonialen Größenwahns.

Autor*in / Hrsg.: Nellie Bly
Reisebuchtyp: Reisegeschichte
Weitere Informationen: Übersetzt von: Josefine Haubold
Umfang: 280 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.8 x 21.7 x 13
Gewicht: 485 g
Erscheinungsdatum: 13.03.2013

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Die amerikanische Journalistin, Kriegsreporterin und Theaterkritikerin im Wettlauf gegen Jules Verne  ein rasender Reisebericht durch die Kolonien des 19. Jahrhunderts. Erschienen im AvivA-Verlag.

Als die 23jährige Journalistin Nellie Bly im September 1887 vom Chefredakteur der populären New York World den Auftrag bekommt, sich in eine psychiatrische Frauenklinik einzuschmuggeln, um einen wahrheitsgemäßen Bericht über die dortigen Zustände und Behandlungsmethoden zu schreiben, zögert diese keinen Augenblick. Ihr anklagender und engagierter Aufschrei gegen die Missstände in der Klinik begründet ihren Ruhm.
So verwundert es nicht, dass ihr Chefredakteur zwei Jahre später ihrer Idee zustimmt, eine Weltumrundung zu unternehmen, die die fiktiven Jules Verne´schen 80 Tage um die Welt unterbieten sollte.

Nellie Bly, 1864 im amerikanischen Pennsylvania geboren, war eine Selfmade-Woman und trug dies auch in ihrem Herzen. Sie sei eine geborene und stramme Amerikanerin [...] und überzeugt, dass es darauf ankommt, was jemand aus sich macht, und nicht, als was er geboren wurde. Bly, die nur kurz die Schule und nie ein College besuchte, machte in jungen Jahren durch einen Leserinnenbrief auf sich aufmerksam, in dem sie den frauenverachtenden Artikel eines Journalisten kritisierte. Der Chefredakteur des Blattes wollte sie kennen lernen - prompt erhielt sie erste Aufträge. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich ihre Themen ab, sie schrieb über das Scheidungsrecht und über die Sphäre der Frauen. Bald darauf jedoch wurde sie auf die für Journalistinnen vorbehaltenen Schwerpunkte zurückgestutzt: Mode, Familie, Garten ... Bly flüchtete für sechs Monate nach Mexiko und arbeitete nach ihrer Rückkehr als Theaterkritikerin in Pittsburgh. Unzufrieden mit dem langweiligen Job zog sie nach New York, wo sie den Auftrag zur investigativen Recherche in der Blackwell´s Island Psychiatrie erhielt.

Als Nellie Bly im November 1889 ihre Weltreise begann, wurde sie von einem erheblichen Presserummel begleitet. Unterstützt durch Preisausschreiben, Nellie-Bly-Globen und - Spielen und einem parallelen Abdruck von In 80 Tagen um die Welt in der World startete die Fünfundzwanzigjährige zu einer Reise auf den Spuren von Phileas Fogg. Die Leserin begleitet die Journalistin in diesem rasanten Bericht in Kutschen und auf Schiffen, lernt die Unterschiede der amerikanischen und britischen Eisenbahnen kennen, die Speisen und die fernen Länder, und wird bestens unterhalten. Bly beschreibt wunderbar humorvoll und geistreich die köstlichsten Situationen an Bord, alberne Unterhaltungsspiele, versnobte Mitreisende. Sie erzählt von der Frau, die gerne eine Kabine direkt oberhalb der Schiffsschraube [hätte], damit sie sicher sein könne, das das Schiff auch fuhr! und von dem Mann, der ihr gegenüber eine zu große Aufmerksamkeit walten ließ und über dessen Seekrankheit sie sich freut. Auf dem Schiff entpuppt sich das, was als großes Abenteuer begann, letztendlich als eine recht bequeme und auch unaufgeregte Urlaubsreise.

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