Nina Scholz (Hrsg.): Gewalt im Namen der Ehre

Artikelnummer: 978-3-7092-0144-2

Menschenrechtsverletzungen, die überkommenen Ehrvorstellungen geschuldet sind, wurden durch Zuzug von Menschen aus konservativen islamischen Milieus auch in westeuropäischen Gesellschaften zu einem Phänomen.

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Menschenrechtsverletzungen, die überkommenen Ehrvorstellungen geschuldet sind, wurden durch Zuzug von Menschen aus konservativen islamischen Milieus auch in westeuropäischen Gesellschaften zu einem Phänomen.

In der Vorstellungswelt vieler muslimischer Familien ist Ehre etwas, das dem Kollektiv Familie als Ganzem anhaftet, ein Besitz, den man verlieren kann und der verteidigt werden muss, um das Ansehen der Familie nicht zu gefährden. Im Kern geht es dabei um das sexuelle Wohlverhalten der Mädchen und Frauen. Diese Vorstellungen haben gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung und die Chancen von Mädchen, aber auch auf die Erziehung von Jungen. Die mit ihnen einhergehenden Menschenrechtsverstöße geraten meist nur dann ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, wenn sie in einem Ehrenmord gipfeln. Die Schicksale zahlreicher weiterer Mädchen und Frauen, die von ihren Familien zu einem Leben gemäß überkommener Ehrvorstellungen gezwungen werden, bleiben in der Regel unbemerkt vom Rest der Gesellschaft. Die Artikel des des Buches analysieren das Problem und eröffnen Lösungsmöglichkeiten. Mit Beiträgen von Monika Libisch, Ahmad Mansour und Ercan Nik Nafs.

Autor*in / Hrsg.: Nina Scholz
Religion: Islam
Weitere Informationen: Umfang: 96 S.
Format: 208 x 122 mm
Gewicht: 127g
Erscheinungsdatum: 01.10.2014

Rezension von Terre des Femmes:

Vier AutorInnen bieten uns in diesem schmalen, aber aufschlussreichen Band eine Annährung aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven zum Thema Gewalt im Namen der Ehre.

Moni Libisch untersucht in ihrem Beitrag das "Konzept der Ehre in traditionellen Familien in der Türkei und sein Wandel in der Diaspora". Für den Begriff "Ehre" werden im Türkischen drei verschiedene Aspekte unterschieden: Namus, Seref und Saygi. Sie regeln das gesellschaftliche Handeln und den Status der Geschlechter in familiären Gefügen. Libisch macht deutlich, dass die "Ehre" nicht einer einzelnen Person zusteht, sondern der gesamten Familie anhaftet. So wird die Ehre einer Familie gemessen am sexuellen Verhalten deren weiblichen Mitglieder.

Veranschaulicht wird diese Sichtweise in Ercan Nik Nafs Artikel, der aus seiner Tätigkeit als Jugendarbeiter berichtet. Er weist hier vor allem auch auf die Tabuisierung von Sexualität - insbesondere bei den Mädchen - hin. Sexuelle Handlungen weiblicher, unverheirateter Familienmitglieder, werden als Ehrverlust der ganzen Familie betrachtet. Um diese Familienehre wieder herzustellen wird das Mädchen im schlimmsten Fall von ihren Verwandten getötet.

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