Pamela Pabst, Shirley Michaela Seul: Ich sehe das, was ihr nicht seht. Eine blinde Strafverteidigerin geht ihren Weg

Artikelnummer: 978-3-446-24505-1

Pamela Pabst arbeitet in ihrem Traumberuf - als erste von Geburt an blinde Strafverteidigerin in Deutschland. Mit Leidenschaft und einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit hat sie dieses Ziel verfolgt. So schickten ihre Eltern sie auf eine gewöhnliche Grundschule und später auf ein Gymnasium ...

17,90 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Pamela Pabst arbeitet in ihrem Traumberuf - als erste von Geburt an blinde Strafverteidigerin in Deutschland. Mit Leidenschaft und einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit hat sie dieses Ziel verfolgt. So schickten ihre Eltern sie auf eine gewöhnliche Grundschule und später auf ein Gymnasium - zu einer Zeit, als das Konzept der Inklusion, des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderung, noch keine gesellschaftliche Relevanz hatte. Offen und ohne jede Larmoyanz gewährt Pamela Pabst Einblick in ihr Leben und ermutigt alle - Sehende wie Nichtsehende -, konsequent ihren eigenen Weg zu gehen.

Autor*in / Hrsg.: Shirley Michaela Seul Pamela Pabst
Biografien von/über: Juristinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 202 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 20.9 x 13.3 cm
Gewicht: 322 g
Erscheinungsdatum: 03.02.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Isabell Serauky auf AVIVA-Berlin:

Sie hat einen Traum: Sie will Strafrichterin werden. Das Jura-Studium, Referendariat und die beiden Staatsexamina sind für die blinde junge Frau eine Herkulesaufgabe. Wie sich Pamela Pabst ihrem Traum zäh, optimistisch und nicht ohne Selbstironie nähert, davon handelt ihre Biographie.

Im Alter von elf Jahren begegnete Pamela einem Anwalt, und ihr Lebenstraum war geboren. Die juristische Fachsprache und das Wort Mandantin faszinierte sie derart, dass sie unbedingt zu dieser Welt gehören wollte. Die Eltern, die sie immer gefordert und gefördert hatten, unterstützen sie auch in ihrem Wunsch, Jura zu studieren.

Pamela Pabst schildert, welche Tücken der Alltag, die Schulausbildung und ein Studium für einen blinden Menschen bereit halten und welche Hilfestellungen es gibt. Dabei nimmt sie ihr Handicap jederzeit an, ohne Selbstmitleid, dafür mit Selbstironie. Aber auch Ausgrenzung, Mobbing und Verzweiflung finden in diesem ehrlichen Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben ihren Raum.

Vor Nackenschlägen bleibt sie nicht verschont. So muss sie feststellen, dass es ihr als blindem Menschen unmöglich ist, Strafrichterin zu werden. Ihr Lebenstraum muss neu justiert werden: Dann eben Richterin in der Zivilgerichtsbarkeit. Doch dazu fehlen ihr beim Zweiten Staatsexamen einige wenige Zehntelpunkte, um ein Vollbefriedigend zu erhalten. Ohne einen vollbefriedigenden Abschluss ist der Traum einer RichterInnenlaufbahn im Öffentlichen Dienst geplatzt. Erneut muss Pamela Pabst sich umorientieren.

Sie wird letztlich Strafverteidigerin. Ihrer großen Leidenschaft für das Strafrecht kann sie als selbständige Rechtsanwältin in ihrer Kanzlei nachgehen. Zum eigenen Erstaunen sind ihre MandantInnen von ihrer Blindheit nicht irritiert. Es scheint vielmehr so, dass sie froh sind, dass sich Pamela Pabst ihr eigenes Bild von ihnen machen muss, ohne sie zu sehen.

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: