Patricia Gozalbez Cantó: Fotografische Inszenierungen von Weiblichkeit. Massenmediale und künstlerische Frauenbilder der 1920er und 1930er Jahre in Deutschland und Spanien

Artikelnummer: 978-3-8376-1948-5


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In den deutschen und spanischen Zeitschriften der 1920er und 1930er Jahre wurden vermehrt Weiblichkeitstypologien lanciert. Welche waren das? Und wie reagierten damalige Künstlerinnen in ihren Produktionen auf diese massenmedialen Inszenierungen von Weiblichkeit?

Aus einer genderspezifischen Perspektive heraus nimmt Patricia Gozalbez Cantó zahlreiche Bildanalysen vor und zeichnet die Reaktionen in den Selbstdarstellungen der deutschen und spanischen Künstlerinnen-Avantgarde der Zeit nach: eine Dokumentation des Übergangs von traditionellen zu modernen Weiblichkeitsbildern in einer historischen Phase großer Umbrüche und der damit verbundenen Ambivalenzen.

Leseprobe


~ LESEPROBE ~

Autor*in / Hrsg.: Patricia Gozalbez Cantó
Kunst: Fotografie
Medien: Zeitung
Weitere Informationen: Umfang: 420 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Gewicht: 644g
Erscheinungsdatum: 15.09.2012

Rezension von Katarina Wagner auf AVIVA-Berlin:

Garçonne, Diva oder Sportlerin? In ihrer Dissertation analysiert die Deutsch-Katalanin Fotos als historische Quellen, die Aufschluss über den Status und die dazugehörigen Lebensentwürfe der...

... jeweiligen Weiblichkeitstypen geben.

Die Frauenbewegung hatte in den 1920ern sowohl in Deutschland, als auch in Spanien einiges erreicht. Frauen hatten sich das Recht zu wählen und zu studieren erkämpft und waren den Männern endlich vor dem Gesetz gleichgestellt. Eine neue Schar junger berufstätiger Frauen lief selbstbewusst durch die Straßen, trank und rauchte in Nachtclubs, fuhr mit dem Motorrad oder Fahrrad auf´s Land und hielt sich mit Sport fit. Die "Neue Frau" ist wohl die Ikone der Goldenen Zwanziger. Sie verkörpert Modernität, Mobilität und ein neues weibliches Selbstbild.

In Wirklichkeit verlor das Ideal jedoch nach und nach an emanzipatorischem Inhalt und die "Neue Frau" war immer seltener Feministin und immer stärker damit beschäftigt, Filmstars nachzuahmen und modebewusst zu sein. Ein von Männern unabhängiges Leben erreichten die wenigsten. Für den Großteil der `Ladenmädchen` und Sekretärinnen war die Berufstätigkeit nur eine Übergangsphase, bevor sie in den sicheren Hafen der Ehe einfuhren und sich traditionellen Rollenverhältnissen fügen mussten.

Dieses Festhalten an einem hierarchischem Geschlechterkonzept ist auch in den massenmedial verbreiteten Fotos (Modestrecken, Werbe- und Filmplakate) dieser Epoche zu erkennen. Einige davon hat Patricia Gozalbez Cantó für ihre Dissertation analysiert. Dabei achtet sie nicht nur auf die abgebildeten Aktivitäten und Moden, sondern vor allem auf die Bildkomposition und die Gestik und Posen der weiblichen Protagonistinnen. Die theoretische Basis ihrer Analysen ist die Annahme, dass Gender ein soziokulturelles Konstrukt ist und ständig `performt´ werden muss. Dieses `Doing Gender´ zeigt sich hier einerseits in den Posen der Fotomodelle, andererseits in ihrer Inszenierung durch die (meist männlichen) Fotografen.
Vor allem Letzteres bietet Aufschluss darüber, inwieweit der jeweilige Weiblichkeitstypus in der Gesellschaft Verehrung, Akzeptanz oder harte Kritik erfuhr.

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