Patricia Hempel: Metrofolklore

Artikelnummer: 978-3-608-50381-4

'Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißigern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß' - das gilt auch für lesbische Archäologiestudentinnen. Wie aber damit umgehen, wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene im Universitätsflur auftaucht?

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'Hot wet lesbian couple tries to get pregnant' - Eine neue provokante Stimme von unerhörter Wucht

'Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißigern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß' - das gilt auch für lesbische Archäologiestudentinnen. Wie aber damit umgehen, wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene im Universitätsflur auftaucht? Eine solche Frau, ebenso makellos wie heterosexuell, kann man schließlich nicht einfach von der Seite anquatschen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Anbetung einer unerreichbaren Geliebten ist zwar in der Theorie ganz nett, stellt aber in Wahrheit kein erfülltes Lebenskonzept dar. Doch selbst wenn einem Ovid mit seinen Verführungskünsten unter die Arme greift - wie besänftigt man gleichzeitig die unerwartet heftig auftretenden Kinderwünsche der eigenen Partnerin? Mit romantischen Gesprächen über Spermabeschaffung am Frühstückstisch? Alea non iacta est. Noch können Monogamie und schreiender Nachwuchs auf den geeigneten Lebensentwurf hin überprüft werden. Im Gewand eines Minneliedes verhandelt dieses unerschrockene Debüt die Grenzen der Liebe und der Lust.


Autor*in / Hrsg.: Patricia Hempel
Details: Umfang: 207 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 21.5 x 15 cm
Gewicht: 375 g
Erscheinungsdatum: 09.09.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Ahima Beerlage auf AVIVA-Berlin:

Lässt sich heillose Romantik mit beißendem Sarkasmus verbinden? Die freie Journalistin (Politikressort bei Forum - Das Wochenmagazin) Patricia Hempel schafft diesen Spagat in ihrem Erstlingsroman über eine Archäologiestudentin, die ihre unerreichbare Traumfrau mit Minnesang und antiken Idealen anschmachtet, während sie gleichzeitig ihr Umfeld mit spitzer Feder aufspießt. Dabei schert sich die Geschichte aus dem Berliner Student_innenleben einen feuchten Kehricht um Political Correctness.

Dichtung und Drogen

Die Handlung des Romans ist auf den ersten Blick schnell erzählt. Die lesbische Ich-Erzählerin, der die Autorin bei der Buchpremiere attestierte, autobiografisch inspiriert zu sein, studiert Archäologie in Berlin und arbeitet wenig euphorisch in den Semesterferien auf Ur- und frühgeschichtlichen Ausgrabungen. "Generell ist es egal, was ich in meinem Leben ausgrabe. Es läuft in der Regel glatt, weil ich die Dinge nicht zu ernst nehme. Falls doch, dann nur als Teil situativer Selbstinszenierung. Das bringt mir den Vorteil einer Existenz mit Zufriedenheitsfaktor, ohne in ein akademisches Lesbenpunk-Image abdriften zu müssen."

Sie wohnt in einer WG mit Julie, die in einem emotional anstrengenden BDSM-On-Off-Verhältnis mit Carsten verstrickt ist, und mit Julek, einem Schwulen mit wechselhaftem Sexleben. "Ich habe die Eigentumswohnung meiner Mutter am Savignyplatz ungern aufgegeben, um mit Julie dieses Dreizimmerloch am Tempelhofer Flugfeld zu beziehen. Nach vier Jahren Internat für Wohlstandsjunkies und schwererziehbare Bildungsbürger hatte ich in Charlottenburg zum ersten Mal das Gefühl, eine Privatsphäre zu besitzen."

Ihr Alltagsverhältnis heißt Anika. Die Liebe ist nicht groß, aber Anika ist eben da. Nur Anikas Kinderwunsch ist der Heldin mehr als unheimlich. Trotz aller Abgebrühtheit ist sie auf der Suche nach der absoluten Schönheit, der sie mit Minnegesang und Dichtung ihre Liebe vor die edlen Füße legen kann. Doch in ihrem studentischen Alltag ist dazu wenig Gelegenheit. "Es ist hart, lesbisch zu sein, wenn die Weiber um einen herum aussehen wie Walküren mit stark erhöhten Cholesterinwerten. Deshalb konzentriert sie ihre libidinösen Sehnsüchte auf die makellos erscheinende Assistentin des ebenso makellosen Professor Baumann. Die Angebetete heißt - welch Zufall - Helena.

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