Patricia Mühr: Soldatenkörper unter Beschuss. (Trans-)Nationale Narrationen und Geschlechterkonstruktionen im US-amerikanischen Kriegsfilm

Artikelnummer: 978-3-8376-3614-7

Kriegsfilme wie Saving Private Ryan, We Were Soldiers und Black Hawk Down führen uns versehrte Soldatenkörper vor Augen. Patricia Mühr nimmt diese Körper in den Fokus und fragt, wie die Mobilisierung von Affekten zu einer transnationalen, gegenderten Erzählung wird.

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Kriegsfilme wie Saving Private Ryan, We Were Soldiers und Black Hawk Down führen uns versehrte Soldatenkörper vor Augen. Patricia Mühr nimmt diese Körper in den Fokus und fragt, wie die Mobilisierung von Affekten zu einer transnationalen, gegenderten Erzählung wird. Aus einer intermedialen Perspektive argumentiert sie, dass Bilder und Erinnerungen von Krieg die Leseweise von Kriegsfilmen mitsteuern. An Bildern, die im Kontext von 9/11 entstanden, zeigt die Studie, wie Hollywood wiederum Erzählmuster produziert, die von Berichterstattungen über Kriege und Katastrophen variantenreich transformiert werden. Den im Film und in den Printmedien produzierten Bildern der Angst steht zudem ein mit Vorstellungen von Weiblichkeit verknüpftes Heilungsangebot zur Seite.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Patricia Mühr
Details: Studien zur visuellen Kultur 23
Umfang: 446 S., zahlr. farb. Abb.
Einband: Kartoniert
Gewicht: 692 g
Erscheinungsdatum 15.10.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Alexandra Scheele auf pw-portal:

"Was macht den Begriff 'Gender' derart kontrovers?" (7) fragen die Herausgeberinnen gleich zu Beginn - womit deutlich wird, worum es in diesem zeitdiagnostischen Sammelband geht. Anlass ist eine starke öffentliche Abwehr von Geschlechterforschung und Gleichstellungspolitik. Diese richtet sich sowohl inhaltlich gegen die mit dem Gender-Begriff verbundene Infragestellung der Annahme "einer gegebenen, unveränderlichen und naturhaften Essenz der Geschlechterdifferenz" (8) als auch gegen die universitäre Etablierung von Professuren mit einer Gender-Denomination. Darüber hinaus werden auch gesetzliche Gleichstellungsmaßnahmen zurückgewiesen. Sabine Hark und Paula-Irene Villa setzen sich in ihrem Beitrag mit den im Feuilleton und im Internet publizierten Beiträgen auseinander, die Gender-Forschung als unwissenschaftlich diffamieren und zugleich deren vermeintliche Dominanz im Wissenschaftssystem und in der Politik beklagen. Wie Steffen K. Herrmann aufzeigt, wird in vielen Beiträgen sprachliche Gewalt ausgeübt. Kathrin Ganz und Anna-Katharina Meßmer machen auf die Verrohung des öffentlichen Diskurses im Internet aufmerksam. Dass diese sprachliche Gewalt nicht selten mit persönlichen Angriffen auf Geschlechterforscher_innen verbunden ist, wird in einigen Beiträgen problematisiert.

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Rezension von Christine Langer auf Aviva-Berlin:

Von Genderbashing in den sozialen Medien bis hin zu Protestbewegungen christlich-fundamentalistischer und rechter Gruppierungen gegen Gleichstellungspolitiken und pluralistische Lebensmodelle - eine erstmalige Zusammenstellung sozial- und kulturwissenschaftlicher Auseinandersetzungen mit einem zunehmenden "Anti-Genderimus".

Warum werden ausgerechnet Geschlechtergleichstellungspolitiken, Gender Studies sowie Wissenschaftler_innen, die sich mit diesen Thematiken beschäftigen, in renommierten Zeitungen als auch in sozialen Netzwerken und Blogs zunehmend diskreditiert? Welche sozialen Bewegungen, Konzepte, Denkmuster und Politiken stecken dahinter? Diesen Fragen gehen die Autor_innen in dem Sammelband, herausgegeben von Sabine Hark und Paula-Irene Villa, in 14 Artikeln mit unterschiedlichen Ansätzen nach. Das Phänomen "Anti-Genderismus" wird dabei erstmals aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive in Deutschland als auch in anderen ausgewählten europäischen Ländern analysiert.

Unter dem Begriff "Anti-Genderismus" wird eine abwehrende Haltung gegenüber dem Konzept "Gender" verstanden. Anhänger_innen des "Anti-Genderismus" werfen dabei der "Gender-Ideologie" vor, dass sie zum Ziel habe, die Gesellschaft umzuerziehen und Zweigeschlechtlichkeit als auch Heterosexualität zu verbieten. Den Gender Studies wird wiederholt Unwissenschaftlichkeit und übertriebene "Political Correctness" vorgeworfen.
Im Zuge der Auseinandersetzung mit Vorurteilen, Diffamierungen als auch absichtlichen Fehlinterpretationen von Gender und queer-feministischen Theorien sowie von Gleichstellungspolitiken werden verschiedene Facetten des "Anti-Genderismus" aufgedeckt. Ein gemeinsames Merkmal in den meisten Artikeln ist die Konstruktion eines Bedrohungsszenarios, das aufgrund einer real existierenden Angst vor dem Verlust der heteronormativen Hegemonie sowie Veränderungen der sozialen Ordnung und einer kollektiven nationalen Identität wirkmächtig ist. "Anti-Genderismus"-Diskurse können somit auch als Reaktionen auf vielschichtige gesellschaftliche und sozialstaatliche Veränderungen verstanden werden.

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