Ramona Ambs: Mrozek

Artikelnummer: 978-3-7386-4264-3

Die Würde des Menschen ist paragraphierbar. Das lernt Mila Mrozek recht schnell, nachdem sie von ihrem Freund, mit dem sie bisher als Puppenspielerin durch Europa gezogen ist, allein in einer fremden Stadt zurückgelassen wird. Sie kommt in einer WG unter und wird vom Arbeitsamt in ein Pflegeheim vermittelt, wo sie unter anderem den alten Anwalt Heinrich Jakob kennen lernt.

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Die Würde des Menschen ist paragraphierbar. Das lernt Mila Mrozek recht schnell, nachdem sie von ihrem Freund, mit dem sie bisher als Puppenspielerin durch Europa gezogen ist, allein in einer fremden Stadt zurückgelassen wird. Sie kommt in einer WG unter und wird vom Arbeitsamt in ein Pflegeheim vermittelt, wo sie unter anderem den alten Anwalt Heinrich Jakob kennen lernt. Die Freundschaft zu dem kauzigen Alten hilft ihr, im neuen Leben Fuß zu fassen. Obwohl da immer wieder ein paar Paragraphen im Weg sind.

Autor*in / Hrsg.: Ramona Ambs
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 272 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.8 x 18.9 x 12 cm
Gewicht: 290 g
Erscheinungsdatum: 23.10.2015

Rezension von Sharon Adler auf Aviva-Berlin:

Die Journalistin und Autorin legt mit ihren neuen Roman eine sensible Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach ihrem Platz im Leben vor und kreiert en passant ein neues literarisches Genre den Paragraphoman.

Nicht in Kapiteln erzählt sie ihre Geschichte um das Leben Mila Mrozeks, sondern in insgesamt 44 Paragraphen, die deren Schicksal(sschläge) zu bestimmen scheinen: "Die Würde des Menschen ist paragraphierbar. Und nicht nur die Würde, sondern auch der ganze restliche Rest, der sich Leben nennt."

Der allgegenwärtige Paragraph, so die Autorin in ihrem Vorwort, symbolisiert vor allem die unangenehmen Seiten des Lebens besonders für die, die ihn nicht kennen, und missachten. Dabei, so analysiert sie weiter, sehe seine äußere Form doch so nett und sympathisch aus, "Wie eine Acht, die heimlich durchs Gebüsch gekrochen ist".

Ramona Ambs ist bekannt für Wortspielereien aller Art, verwickelte Geschichten mit vielen möglichen Handlungssträngen und Figuren, die so widersprüchlich und komplex sind wie das Leben selbst. "Mrozek" ist daher auch nicht irgendein Familienname: "Mrozek" ist polnisch und heißt auf deutsch "Frost". Möglicher Namensgeber für den Roman von Ramona Ambs könnte aber auch der jüdisch-polnische Karikaturist, Schriftsteller und Dramatiker Slawomir Mrozek gewesen sein, der mit seinen Werken wie "Emigranten" oder "Der Schlachthof" gegen Ungerechtigkeiten und Absurditäten anschrieb.

Ebenso wie schon ihre Protagonistin Romy in Ambs Roman "Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter" besteht das Leben für ihre Figur Mila Mrozek in "Mrozek. Ein Paragraphoman" aus Einsamkeit, Verlust, und Katastrophen.
Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Romane: Mila und Romy sind Jüdinnen. Nicht praktizierend im halachischen Sinn, aber damit verbunden durch Kindheit, Jugend, Familie oder die Erinnerungen daran. Prägend an der Jüdischkeit war für Mila vor allem das vergebliche Warten auf das Christkind, das aber das jüdische Kind nie besuchte. Dieses Gefühl von Ausgegrenzt Sein durchzieht auch Milas weiteres Leben: "Ich habe keine Chance. Ich habe meine Schule in der elften Klasse erfolgreich abgebrochen, um als Puppenspielerin mit Matteo durch die Welt zu ziehen". Zehn Jahre waren die beiden gemeinsam in ganz Europa unterwegs, bis ihre große Liebe Matteo sie an einem kalten Januartag einfach so verlassen hat.

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