Regina Nössler: Schleierwolken

Artikelnummer: 978-3-88769-563-7

Sie kann sich vor allem an die Wolken erinnern. Nur, dass es vor dreißig Jahren weniger Kondensstreifen gab. Elisabeth Ebel ist Lektorin in Berlin. Manchmal passiert alles Schlimme auf einmal. Elisabeth fühlt sich verfolgt, zuerst in Berlin, später auch unterwegs und in der deprimierenden Gegend ihrer Kindheit im Ruhrgebiet. Unangenehme Erinnerungen an längst Vergangenes kommen hoch.

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Sie kann sich vor allem an die Wolken erinnern. Nur, dass es vor dreißig Jahren weniger Kondensstreifen gab. Elisabeth Ebel ist Lektorin in Berlin. Manchmal passiert alles Schlimme auf einmal. Elisabeth fühlt sich verfolgt, zuerst in Berlin, später auch unterwegs und in der deprimierenden Gegend ihrer Kindheit im Ruhrgebiet. Unangenehme Erinnerungen an längst Vergangenes kommen hoch. Eine Ex-Freundin steht plötzlich vor der Tür und droht. Ihre alte, pflegebedürftige Mutter weigert sich, ins betreute Wohnen zu ziehen und erwartet, dass sie sich regelmäßig um sie kümmert. Dabei nörgelt die Mutter an allem herum und akzeptiert den Lebensstil ihrer lange schon erwachsenen, lesbisch lebenden Tochter nicht. Ein düsteres Geheimnis drängt an die Oberfläche. Mutterliebe und auch Tochterliebe sind keine Selbstverständlichkeit. Familie ist eine höchst komplizierte Angelegenheit. Teenager können grausam sein, heute wie vor dreißig Jahren. Ein raffiniertes Puzzle der Bedrängung. Regina Nösslers Kunst ist es, den alltäglichen Schrecken, die kleinen Abgründe des menschlichen Beisammenseins in eine sich bedrohlich hochschaukelnde Handlung einzubinden. Patricia Highsmith hat eine deutsche Erbin gefunden!, schrieb Alf Mayer, Juror Dt. Krimipreis, in Strandgut zur Autorin.

Autor*in / Hrsg.: Regina Nössler
Details: Umfang: 320 S., 2 Illustr.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.8 x 18.8 x 12.3 cm
Gewicht: 358 g
Erscheinungsdatum: 02.10.2017

"Das ist ziemlich großes Kino, was sich Regina Nössler in ihrem neuen Thriller [...] ausgedacht hat. Mit allem, was dazugehört. Berlin an einem Freitag im November, an dem ein Fuchs im Nebel auf dem Schulhof auftaucht und der für die fast 14jährige Kim zu einem Alptraum wird [...]
Sie ist schon ein seltsames Mädchen, irgendwie schräg und dabei sehr liebenswert [...]
Die Uhrzeiten erscheinen als Kapitelüberschriften und lassen uns Kims Odyssee durch die nächtliche Stadt in "Echtzeit" miterleben [...]
Kim fühlt sich "wie aus der Zeit gefallen" und die Leserin spürt den kalten Hauch des Grauens, das ein empfindsamer junger Mensch in der Pubertät erlebt, in dieser Lebensphase, die Kim in ihrer drastischen Sprache als "Wohneinheit in der Hölle" bezeichnet.
Regina Nössler schreibt seit ihrer Jugend [...] In der letzten Zeit sind ihre subtilen Thriller sehr erfolgreich.
So auch dieser empfehlenswerte Roman mit Garantie für Gänsehaut und einer ebenso verblüffenden wie überzeugenden Auflösung." (eva) (Rosige Zeiten, März/April 2016)
"Subtil, beunruhigend, fesselnd." (Virginia Nr. 58, Frühjahr 2016)
Rezension von Hai-Hsin Lu auf AVIVA-Berlin:

Kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag steht Kim nach der Schule vor ihrer Haustür - und findet ihren Namen auf dem Klingelschild nicht mehr. Die der Nachbar_innen auch nicht. Ist alles nur ein böser Alptraum?

Regina Nössler hat schon einige Thriller veröffentlicht: Ob "Kleiner toter Vogel", "Wanderurlaub" oder "Auf engstem Raum", ihre Bücher drehen sich stets um weibliche Charaktere, deren Innenleben sie authentisch darstellt. In ihrem neuesten Werk beweist sich die Autorin mit der Darstellung eines ganz anderen Charakters: einfühlsam und gleichzeitig beunruhigend und düster beschreibt sie die Welt aus der Sicht eines Teenagers.

Das Buch beginnt mit keinem Leichenfund, berichtet nicht von Komissar_innen oder gar den Täter_innen. Es beginnt mit der Beschreibung eines ganz normalen Schultages einer Siebtklässlerin. Doch neben den Alltäglichkeiten passieren merkwürdige Dinge: Ein Fuchs sitzt im Schulhof, eine Ampel bricht und stürzt auf die Straße, die U-Bahn hält mitten im Tunnel. Und "Daheim" ist plötzlich nicht mehr "Daheim".

"Das Schild mit ihrem Namen war verschwunden. Das konnte natürlich nicht sein. Das war gar nicht möglich. Eine optische Täuschung. Eine rätselhafte Augenkrankheit, die ganz plötzlich ausbrach und von der Kim nichts mitbekommen hatte?" Mit ein paar knappen Sätzen gelingt es Nössler, der Leserin die Panik, das Unverständnis, die Ohnmacht der dreizehnjährigen Kim zu vermitteln. Sie ist die Protagonistin - eine introvertierte Außenseiterin, die bis auf eine gehässige Mitschülerin keine wirklichen Freund_innen hat und sich eigentlich nur in ihrem Zimmer am wohlsten fühlt.

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