Regina Wecker, Sabine Braunschweig, Gabriela Imboden, Hans Jakob Ritter: Eugenik und Sexualität. Die Regulierung reproduktiven Verhaltens in der Schweiz 1920-1960

Artikelnummer: 978-3-0340-1131-0

Eugenische Vorstellungen beeinflussten Medizin, Psychiatrie, Sexual- und Rechtswissenschaft bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus. Diese nachhaltige Wirkung beruhte auf der Vorstellung, die Reproduktion gezielt beeinflussen und so soziale Probleme lösen zu können.

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Eugenische Vorstellungen beeinflussten Medizin, Psychiatrie, Sexual- und Rechtswissenschaft bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus. Diese nachhaltige Wirkung beruhte auf der Vorstellung, die Reproduktion gezielt beeinflussen und so soziale Probleme lösen zu können. In diesem Zusammenhang wurde Sexualität erneut zum Thema gemacht und die Steuerung sexuellen Verhaltens legitimiert.

Eugenik, Wissenschaft und Ideologie zugleich, hat durch die Vorstellung, dass das menschliche Erbgut durch Auslese verbessert werden könnte und sollte, rassistische Tendenzen verstärkt. Mit der Kategorisierung von 'lebenswertem' und 'lebensunwertem' Leben hat sie zur Ausgrenzung von Menschen beigetragen.

Die vorliegende Untersuchung zeigt die Widersprüche und Ambivalenzen dieser Entwicklungen in der Schweiz und analysiert dabei die eugenischen Zusammenhänge zwischen einem zunehmend liberalen Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Verhaltensweisen und den Eingriffen Abtreibung und Sterilisation, 'gefährlicher Sexualität' und Kastrationen. Thematisiert werden auch der Umgang mit Sexualität in den psychiatrischen Anstalten und die Verstärkung unterschiedlicher Sexualnormen für Männer und Frauen.

Die Autorinnen und Autoren haben diese Entwicklungen erstmals anhand der PatientInnendossiers der psychiatrischen Kliniken in Basel untersuchen können. Sie vergleichen sie mit anderen Kliniken und stellen sie in den Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz.

Autor*in / Hrsg.: Hans Jakob Ritter Gabriela Imboden Sabine Braunschweig Regina Wecker
Körperthemen: Abtreibung
Land im Fokus: Schweiz
Weitere Informationen: Umfang: 220 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.4 x 22.6 x 15.7
Gewicht: 348 g
Erscheinungsdatum: 26.02.2013

Einleitung: Sexualität und Eugenik. Zur Regulierung des sexuellen und reproduktiven Verhaltens

Hans Jakob Ritter, Gabriela Imboden: «Hat die Eröffnung, dass er civilrechtlich nicht ehefähig ist, relativ ruhig aufgenommen». Zur Praxis der psychiatrischen Ehefähigkeitsbegutachtung

Gabriela Imboden, Hans Jakob Ritter: «Die medizinische Indikation wird durch eugenische Überlegungen sehr wesentlich unterstützt». Zur psychiatrischen Begutachtung von Abtreibung und Sterilisation im Kanton Basel-Stadt

Gabriela Imboden: «Ein krankhafter Geschlechtstrieb ... soll durch Verschneidung beseitigt werden». Kastration zur Regulierung «gefährlicher» männlicher Sexualität

Sabine Braunschweig: «Dauernd erotisch erregt». Sexualität und Pflegealltag

Regina Wecker: «So günstig es in vielen Fällen wirkt, wenn durch die Sterilisation die Sexualität von Hemmungen befreit wird ...». Geschlecht, Eugenik und Sexualität

Fazit: Eugenik und Sexualität. Widersprüche und Ambivalenzen

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