Renata Viganò: Agnese geht in den Tod

Artikelnummer: 978-3-942374-46-0

Renata Viganò zeichnet in ihrem hierzulande lange vergessenen Roman von 1949 einen Lebensweg nach, der den Leser mit seiner Geradlinigkeit und Kompromisslosigkeit zutiefst ergreift.

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Ihre Tarnung ist ihre stärkste Waffe: Eine einfache Frau wird zur Partisanin.

September 1943: Italien atmet auf. Mussolini ist abgesetzt, das Waffenstillstandsabkommen mit den Alliierten unterzeichnet. Doch dann erklärt Italien Deutschland den Krieg und wird von den Nationalsozialisten besetzt. Als die alternde Wäscherin Agnese einen einheimischen Soldaten bei sich aufnimmt, verpfeifen die Nachbarn sie an die Besatzer. Ihr Mann wird abgeholt und stirbt noch auf dem Weg ins KZ. In einem Racheakt erschlägt Agnese einen Deutschen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf: Agnese muss fliehen und schließt sich den Partisanen an. Als Botin auf dem Fahrrad übermittelt sie Nachrichten, transportiert Sprengstoff und Lebensmittel. 'La Responsabile' heißt die fürsorgliche Agnese bei ihnen. Der Winter 1945 bringt schließlich die Katastrophe: Die Partisanen sind vom Eis eingeschlossen, und Agnese gerät in eine deutsche Kontrolle.

Renata Viganò zeichnet in ihrem hierzulande lange vergessenen Roman von 1949 einen Lebensweg nach, der den Leser mit seiner Geradlinigkeit und Kompromisslosigkeit zutiefst ergreift.


Autor*in / Hrsg.: Renata Viganò
Belletristik: historischer Roman
Land im Fokus: Italien
Weitere Informationen: edition fünf 23
Originaltitel: L'Agnese va a morire 
Übersetzt von: Ina Jun-Broda
Umfang: 316 S.
Einband: Leinen
Format (T/L/B): 3 x 19.6 x 13.5 cm
Gewicht: 463 g
Erscheinungsdatum: 02.09.2014

'Im Krieg sind die glücklichen Zeiten kurz, dann kommen die Sorgen.'

Kurt trat zu Agnese in die Küche und sagte: 'Katze kaputt, Mama.'

Agnese ging langsam auf den Hof, hob die tote Katze auf, deren Blut ihr Hände und Schürze beschmutzte, und hielt sie, ohne sie anzusehen. Dann begrub sie sie unter dem Pfirsichbaum, setzte sich ins Gras und wischte sich lange die Hände mit einem Taschentuch ab. Als es dunkel wurde, erhob sie sich und ging zum Haus zurück. In der Tür blieb sie stehen. Ihr war, als sähe sie die Katze auf der Arbeitsfläche des Backtroges hocken, wo sie immer gelegen hatte.

Kurt, der dicke Soldat, war mit dem Kopf auf dem Arm am Tisch eingeschlafen. Agnese schaute genauer hin: Das schwarze Ding, das sie für die Katze gehalten hatte, war Kurts Maschinenpistole.

Rezension von Elke von Berkholz bei den Bücherfrauen:

Die edition fünf hat schon einige wichtige Wiederentdeckungen gemacht. Mit Renata Viganòs "Agnese geht in den Tod" hat der 2010 gegründete Verlag einen wahren Schatz geborgen - und das nicht nur aus historischer Sicht, 70 Jahre nach Kriegsende. Hierzulande ist der Roman der italienischen Widerstandskämpferin nahezu unbekannt, wobei hierzulande Westdeutschland meint. In der DDR war die Geschichte der älteren Wäscherin Agnese im besetzten Italien während der letzten Kriegsjahre ein großer Erfolg - war die Heldin doch der Inbegriff der einfachen, ehrlichen und kämpferischen Arbeiterklasse.

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Rezension von Teresa Lunz auf AVIVA-Berlin:

Eine alte italienische Wäscherin wird zum Bindeglied der PartisanInnen: Dank der "editionfünf" erscheint diese Geschichte über Heldinnentum im Verborgenen endlich wieder für ein deutsches Publikum.

Zunächst ändert der Krieg das Leben der Wäscherin Agnese im norditalienischen Po-Delta kaum: Genügsam geht sie ihrem Tageswerk nach und pflegt ihren Ehemann, den intellektuellen, aber von Jugend an kränkelnden Palita. Bis 1943 die einmarschierten Deutschen den von Nachbarn als Kommunisten denunzierten Palita festnehmen und Agnese bald darauf erfährt, dass er auf dem Gefangenenzug umgekommen ist.

Als ehemalige Genossen Palitas Kontakt zu ihr aufnehmen, steht ihr Plan fest: Sie will gegen jene vorgehen, die den Tod des Gatten verschuldeten, ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Gefahren. So nimmt sie einen Posten als Botin, als "Staffetta", in den Reihen der PartisanInnen an. Als deutsche Soldaten sich in ihrem Haus einquartieren und einer von ihnen zum Spaß Palitas geliebte Katze erschießt, kann Agnese ihren mühsam unterdrückten Hass nicht mehr zügeln. Sie schlägt dem Deutschen mit dem Gewehrkolben den Schädel ein und flüchtet sich endgültig ins Lager der Partisanen.

Die politisch ungebildete, bislang bescheiden und zurückgezogen lebende Agnese wird durch ihre Unerschrockenheit und Aufopferungsbereitschaft schrittweise zur Schlüsselfigur der Untergrundbewegung gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung. Nachdem sie alles verloren hat, was ihr Geborgenheit gab und Heimat bedeutete, fasst sie die Arbeit bei den Partisanen als oberste Pflicht auf. Sie lässt sich weder von Faschisten einschüchtern noch durch ihre schwindenden körperlichen Kräfte beirren und nutzt ihre gesamte Zeit und Energie, um die untergetauchten Kommunisten zu unterstützen.

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