Rita Süssmuth: Das Gift des Politischen. Gedanken und Erinnerungen

Artikelnummer: 978-3-423-28043-3

Die Autobiografie einer der profiliertesten Politikerinnen der Bundesrepublik und die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau. Erinnerungen für die Zukunft.

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Die Autobiografie einer der profiliertesten Politikerinnen der Bundesrepublik und die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau. Erinnerungen für die Zukunft.

Die gebürtige Wuppertalerin, verheiratet und Mutter einer Tochter, ging nach dem Studium an die Hochschule und war ab 1969 als Professorin für Vergleichende Erziehungswissenschaft zunächst in Bochum und zuletzt an der Universität Dortmund tätig. In die Politik kam sie als Außenseiterin. 1982 trat sie der CDU bei, von 1987 bis 2002 war sie als Abgeordnete im Bundestag. 1985 wurde sie von Helmut Kohl als Familien- und Gesundheitsministerin ins Kabinett berufen, damals ebenfalls eine undankbare Aufgabe. 1986 wurde sie auch die erste Frauenministerin. Im selben Jahr kam es zum Gau in Tschernobyl. AIDS breitete sich aus. Dennoch gelang es ihr in kurzer Zeit, großes Vertrauen in der Öffentlichkeit zu gewinnen. Sie setzte auf Aufklärung und scheute nicht davor zurück, sich für ein Spiegel -Cover ein Kondom auf den Kopf zu setzen. In der CDU galt sie als Linke, weil sie sich für die Reform des Abtreibungsparagrafen und für die Frauenquote einsetzte und auch sonst Gegenpositionen zu Helmut Kohl vertrat, was ihr das Leben nicht leichter machte.

Autor*in / Hrsg.: Rita Süssmuth
Biografien von/über: Politikerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 264 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 21.5 x 14 cm
Gewicht: 440 g
Erscheinungsdatum: 01.01.2015

Rezension von Laura Fricke auf AVIVA-Berlin:

Der Titel klingt zunächst ungewöhnlich für eine Autobiografie. Tatsächlich hat die Bundestagspräsidentin a.D. hier eine Reflexion ihrer damaligen Tätigkeit verfasst, die kritisch die Entwicklungen der Arbeitsbereiche in den Blick nimmt, die Süssmuth noch heute am Herzen liegen. Gleichzeitig beschreibt die ehemalige Ministerin, unter welchen Umständen sie überhaupt die politische Laufbahn einschlug.

Die "Gifte" sind Süssmuths Meinung nach der Verlust des Blicks auf den anderen, die Egomanie des Kapitalismus, Selbst- und Fremdtäuschungen, die Weigerung, für die Schwachen einzustehen sowie das Verdrängen und das Verharren in Situationen, die eigentlich Lösungsvorschläge benötigen. Das Gift zeigt sich auch in Handlungsweisen zur Beruhigung der BürgerInnen, Beschwichtigung, um anstehende Reformen verschieben zu können. Im Politischen ist es "ein wirksamer Faktor, wenn es viele in der Gesellschaft betäubt, manche lähmt und uns alle zu bequem macht, die nötigen Lösungen zu suchen und anzupacken."

Mit den Giften hat Süssmuth Erfahrung gemacht, wenn sie sich in ihren Rollen als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit für die Akzeptanz neuer Formen von Partnerschaften mit entsprechenden Bedürfnissen, Frauenrechte und die Anerkennung Deutschlands als Einwanderungsland einsetzte. Sie sieht diese manipulativen Einflüsse in der Politik auch bei der jahrelangen Negierung des demografischen Wandels und aktuell in der Ignoranz der Politik hinsichtlich Bürger_innenbegehren. Dabei geht die ehemalige Bundestagspräsidentin genauso auf die "Gegengifte" ein: Beteiligung, Solidarität, ehrliche Information und Transparenz und mehr können ihrer Meinung nach Antwort auf die sozialen Fragen sein.

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