Rona Torenz: Ja heißt Ja? Feministische Debatten um einvernehmlichen Sex

Artikelnummer: 978-3-89657-162-5

Das Buch liefert einen wichtigen Beitrag zur Neuformulierung feministischer Strategien gegen sexualisierte Gewalt. Dafür beleuchtet es die Grundlagen der aktuellen Debatten um sexuelle Zustimmung - bekannt unter 'Ja heißt Ja' oder 'Konsensprinzip' - und unterzieht diese einer kritischen Analyse.

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Das Buch liefert einen wichtigen Beitrag zur Neuformulierung feministischer Strategien gegen sexualisierte Gewalt. Dafür beleuchtet es die Grundlagen der aktuellen Debatten um sexuelle Zustimmung - bekannt unter 'Ja heißt Ja' oder 'Konsensprinzip' - und unterzieht diese einer kritischen Analyse.

Feministinnen kämpfen seit den 1970er Jahren unter dem Motto 'Nein heißt Nein' für sexuelle Selbstbestimmung und gegen 'Gewalt gegen Frauen'. Es geht dabei um nichts Geringeres als die Anerkennung von Frauen als (vollwertige) sexuelle Subjekte: Die politische Losung 'Nein heißt Nein' verlangt, das 'Nein' von Frauen ernst zu nehmen. Aus der Erkenntnis heraus, dass es nicht immer allen gleich möglich ist, 'Nein' zu sagen, ist die feministische Forderung nach 'Ja heißt Ja' entstanden. Nur weil kein 'Nein' formuliert wurde, ist Sex demnach noch nicht als einvernehmlich zu betrachten. Vielmehr ist die ausdrückliche Zustimmung aller Beteiligten notwendig. Damit soll gleichzeitig die Verantwortung für sexuelle Gewalt verlagert werden: Weg von jenen, die nicht (klar genug) 'Nein' sagen hin zu jenen, die nicht das nötige 'Ja' abwarten.

Aus einer feministischen Perspektive erscheint dies zunächst plausibel.

Rona Torenz fragt nach den stillschweigenden Voraussetzungen der feministischen Debatten um sexuelle Zustimmung und begreift ihre Effekte als ambivalent. Im Zuge der Verinnerlichung sexueller Machtverhältnisse im Kontext der allgemeinen (Neo-)Liberalisierung greift 'Ja heißt Ja' zu kurz. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass 'Ja heißt Ja' gesellschaftliche Machtverhältnisse, speziell heteronormative Geschlechterverhältnisse, unterschätzt.

Auf Grundlage der formulierten Kritik gibt Rona Torenz einen Ausblick auf die Weiterentwicklung feministischer Analysen sexueller Machtverhältnisse.

Autor*in / Hrsg.: Rona Torenz
Feminismus: Deutscher Feminismus
weitere Themen: #metoo
Details: Black books
Umfang: 168 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1 x 18.9 x 10.8 cm
Gewicht: 178 g
Erscheinungsdatum: 13.03.2019
Rezension von Antje Schrupp auf dem Blog bzw-weiterdenken:

Die Diskussion um sexualisierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren neue Fahrt aufgenommen. Nachdem zunächst das Paradigma "Nein heißt Nein" durchgesetzt wurde (also der Maßstab, dass Opfer sich nicht aktiv und körperlich werden müssen, damit ihr "Nein" zu einem Sexualakt auch vor Gericht Gültigkeit hat), ist die Debatte inzwischen zur Regel "Ja heißt Ja" übergegangen. Damit soll gesagt werden, dass Sex und sexualisierte Handlungen nur dann akzeptabel sind, wenn beide Beteiligten ausdrücklich ihre Zustimmung signalisiert oder sogar auch ausgesprochen haben.

Inzwischen gibt es zahlreiche feministische Ratgeber oder Tutorials, die das Modell des "Ja heißt Ja" umsetzen beziehungsweise Tipps und Anleitungen dazu geben, wie man es realisieren kann.

Das Gute an dieser Veränderung ist, dass die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird, dass Sex nicht nur dann stattfinden sollte, wenn niemand aktiv etwas dagegen hat. Sondern eben nur dann, wenn alle Beteiligten auch wirklich positiv Lust darauf haben.

Aber so sinnvoll das Motto "Ja heißt Ja" theoretisch ist, so hat es doch auch problematische Aspekte. Mit diesen beschäftigt sich die Geschlechter- und Sexualwissenschaftlerin Rona Torenz in diesem Buch, das aus ihrer Masterarbeit an der Uni Merseburg hervorgegangen ist.

» weiterlesen auf bzw-weiterdenken.de

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