Rose Lagercrantz: Wenn es einen noch gibt. Ein Famliienporträt

Artikelnummer: 978-3-924652-41-8

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg lernen sich die Eltern der Autorin in Schweden kennen: Ella aus dem rumänischen Sighet hat Auschwitz überlebt, der Deutsche Georg hat gegen Hitler gekämpft. Die kleine Rose entdeckt nach und nach, was ihre Familie besonders macht: Manche Verwandte existieren nur auf Fotografien, andere sind über die ganze Welt verstreut.

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Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg lernen sich die Eltern der Autorin in Schweden kennen: Ella aus dem rumänischen Sighet hat Auschwitz überlebt, der Deutsche Georg hat gegen Hitler gekämpft. Die kleine Rose entdeckt nach und nach, was ihre Familie besonders macht: Manche Verwandte existieren nur auf Fotografien, andere sind über die ganze Welt verstreut. Rose Lagercrantz begleitet ihre Mutter Ella in deren letztem Lebensjahr und schildert die Gespräche und Erlebnisse, die sie auf ihren 'Familienreisen' nach Frankreich, Südafrika, Kanada oder Ungarn hatte. Sie will verstehen, was es bedeutet, wenn es einen noch gibt. Lagercrantz' Sprache ist schnörkellos und ruhig. Gerade dadurch entfaltet sie einen starken Sog, sodass es 'fast unmöglich ist, sich loszureißen', wie Paula Helgesson im Svenska Dagbladet schrieb.

politische Themen: Nationalsozialismus
Autor*in / Hrsg.: Rose Lagercrantz
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
weitere Themen: jüdische Frauen
Details: Übersetzt von: Angelika Kutsch
Umfang: 176 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.6 x 19.5 x 12.5 cm
Gewicht: 270 g
Erscheinungsdatum: 05.06.2015

Rezension von Annika Hüttmann auf Aviva-Berlin:

Wie kann eine Familiengeschichte geschrieben werden, wenn sie so grausam ist, dass kaum jemand davon erzählen möchte? Rose Lagercrantz gelingt es mit ihrem Buch, über das Schweigen zu sprechen.

"Du hast so viele Bücher geschrieben. Reicht das nicht bald?" fragt ihre im Sterben liegende Mutter die Erzählerin an einer Stelle des Buches. Und tatsächlich gehen dem autobiographischen Wenn es einen noch gibt der schwedischen Autorin Rose Lagercrantz eine lange Reihe Bücher, vor allem Kinderbücher, voraus. Auch ist es nicht das erste Werk, in dem sie ihre Familiengeschichte verarbeitet.

Oder besser gesagt: Fragmente aus dieser Geschichte. Denn ein paar Bilder, einige Briefe und widerwillig erzählte Bruchstücke sind alles, was Lagercrantz hat um zu rekonstruieren, wie es kommt, dass es ihre über Paris, Stockholm, Budapest, Montreal und Johannesburg verstreuten Verwandten nach der Shoah noch gab oder gibt.
Ihre Mutter beispielsweise überlebte sowohl Auschwitz als auch Bergen-Belsen, darüber reden möchte sie nicht. Und als die Autorin ihrer in Südafrika lebenden Tante erklärt, sie sei auf der Suche nach ihren Wurzeln sagt diese nur: "Forget about it. Die Wurzeln sind gekappt worden." Wie überlebt mensch das Überleben? Vielleicht nur durch Vergessen.

Lagercrantz macht es sich trotzdem zur Aufgabe, die Geschichten ihrer Verwandten aufzuschreiben. Die sechzehn Kapitel des Buches sind jeweils nach einem Familienmitglied benannt und schildern, neben der fast detektivischen Suche nach Informationen, Szenen aus deren Leben: Vor, nach und während des Holocausts. "Irgendjemand muss davon erzählen, sonst haben diese Menschen und deren Erlebnisse nie existiert."

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