Roxane Gay: Bad Feminist. Essays

Artikelnummer: 978-3-442-71781-1

Leider liebt sie Rapmusik, das Frauenbild: grauenvoll. Leider liest sie sehr gerne Fashion-Magazine, das Frauenbild: ebenfalls erschreckend. Und ihre Lieblingsfarbe ist leider: pink. In einer Zeit, in der Barack Obama sich als Feminist bezeichnet und sogar Modeimperien den Schriftzug in großer Zahl auf T-Shirts drucken, wahrscheinlich keine gute Idee.

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Leider liebt sie Rapmusik, das Frauenbild: grauenvoll. Leider liest sie sehr gerne Fashion-Magazine, das Frauenbild: ebenfalls erschreckend. Und ihre Lieblingsfarbe ist leider: pink. In einer Zeit, in der Barack Obama sich als Feminist bezeichnet und sogar Modeimperien den Schriftzug in großer Zahl auf T-Shirts drucken, wahrscheinlich keine gute Idee. Feminismus ist chic geworden und angekommen in der Popkultur. Aber was kann guter Feminismus heute wirklich sein?

In ihrem hochgelobten Essayband sprengt Roxane Gay das ideologische Korsett eines guten und starren Feminismus und erklärt sich selbst ironisch zum Bad Feminist - stimmgewaltig, bestechend klug und fern jeder Ideologie unterzieht sie unsere Gegenwart einer kritischen Analyse und zeigt, wie man alles auf einmal sein kann: eine der bedeutendsten Feministinnen der Gegenwart und dabei definitiv nicht perfekt.


Autor*in / Hrsg.: Roxane Gay
Feminismus: US-Amerikanischer Feminismus
Perspektiven: queer
Thema: Schwarze Frauen
Details: Bandnummer: 71781
Reihe: Goldmann Besonderes TB
Einbandart: kartoniert
Umfang: 416 S., 1 s/w Illustr.
Format (T/L/B): 2.8 x 19 x 12 cm
Gewicht: 339 g
Erscheinungsdatum: 13.05.2019
Rezension von Freia Kuper auf kritisch-lesen.de:

Auch wenn die derzeitigen Protestbewegungen Hoffnung machen, alltägliche Solidarität unter Frauen* scheint nicht immer einfach zu sein. Geprägt von vorherrschenden antifemininen Haltungen und heterosexistischen Ideen von Freundschaft und Kollegialität, hält sich recht hartnäckig ein Bild von Frauen* als zickige, hinterhältige Gegnerinnen. Roxane Gay rät: "Abandon the cultural myth that all female friendship must be bitchy, toxic, or competitive." (Lege den kulturellen Mythos ab, dass jede Frauen*freundschaft bitchy, toxisch oder rivalisierend sein muss; S. 47, Übers. FK) Das ist Lektion 1 des Leitfadens "How to be friends with another woman" (Wie man mit einer anderen Frau* befreundet sein kann, Übers. FK), Teil ihres Essaybands "Bad Feminist".

Aber Roxane Gay würde ihrem unverkennbarem Credo, Widersprüche auszuhalten, nicht gerecht werden, wenn auf Lektion 1 nicht Lektion 1A. folgen würde: "This is not to say women aren't bitches or toxic or competitive sometimes but rather to say that these are not defining characteristics of female friendship, especially as you get older." (Damit soll nicht gesagt werden, dass Frauen* nicht manchmal bitchy, toxisch oder rivalisierend sind, sondern vielmehr dass dies keine definierenden Merkmale von Frauen*freundschaften sind, insbesondere wenn man älter wird; ebd., Übers. FK) Die Realität des Erwachsenwerdens ist immer noch komplizierter als die Lektionen.

Feminismus ohne Sockelfigur

Gays Schreiben ist politik mit kleinem p, die Politik im Privatem, in ihrem Leben als Schwarze Frau, als große Frau, als queere Frau, als Schriftstellerin und als Professorin mit einem Büro für sich selbst. Ihre Positionierung in den Widersprüchen ist eine Position im Dazwischen und weil sie weiß, dass das nicht alle gut finden, nennt sie sich "bad feminist". Auch eine überhöhte und zwanghafte sisterhood, quasi eine Art Gegenentwurf zur rivalisierenden Frauen*freundschaft, empfindet sie als einengend und moralisierend. Sie spielt mit der Vorstellung einer misstrauischen, urteilenden Feminist*innenunion, die einem immer über die Schulter schaut und die Nase rümpft. Über den misogynen Rap, den man in guilty pleasure-Momenten hört. Darüber, dass man den Orgasmus vortäuscht und sich die Beine rasiert oder darüber, dass man sich freut, dass man nicht den Rasen mähen können soll. Wer entscheidet, ob man ein*e gute*r Feminist*in ist?

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