Rudolf Käser, Beate Schappach (Hrsg.): Krank geschrieben. Rhetoriken von Gesundheit und Krankheit im Diskursfeld von Literatur, Geschlecht und Medizin

Artikelnummer: 978-3-8376-1760-3

Die Literatur schreibt mit am kulturellen Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Dieser Band untersucht das Verhältnis von Literatur, Genderdiskursen und Medizin.

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Die Literatur schreibt mit am kulturellen Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Dieser Band untersucht das Verhältnis von Literatur, Genderdiskursen und Medizin. Die kulturwissenschaftlich geprägten Einzelstudien betten literarische und journalistische Darstellungen in medizinhistorische Kontexte ein und zeigen, wie Literatur in die Verhandlung kultureller Wertesysteme eingreift.

Der Band richtet sich vor allem an eine Leserschaft, die sich mit den kulturellen Differenzbildungen »gesund vs. krank« und »weiblich vs. männlich« beschäftigt und die sich für die daran anknüpfenden historisch wandelbaren Wert- und Handlungsmuster interessiert.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Beate Schappach Rudolf Käser
Details: Reihe Lettre 
Umfang: 430 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3 x 22.5 x 15 cm
Gewicht: 682 g
Erscheinungsdatum: 15.10.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Steffen Loick Molina auf querelles-net:

Im vorwiegend kulturwissenschaftlich-orientierten Band widmen sich die Autor_innen dem Wechselverhältnis von literarischen und medizinischen Diskursen mit Blick auf die dabei generierten Wertsysteme. Neben der erzähltheoretischen Perspektive auf die literarische Kommunikation pathogener Phänomene fokussieren sie auf die Bedeutung von Literatur für krankheitsbezogene Verständigungs- und Neuordnungsprozesse in deutschsprachigen Gesellschaftsgefügen des 18.- 20. Jahrhunderts. Ein zumeist impliziter Schwerpunkt liegt dabei in den sozialen Dynamiken der geschlechtlichen Positionierung in den untersuchten Texten. Wenngleich das Gros der Beiträge bezüglich der untersuchten Gegenstände und Fragestellungen gendertheoretisch unterkomplex bleibt, bietet die Zusammenstellung methodisch innovative Ansätze als auch interpretative Neu-Einsichten in die historische Wandelbarkeit von Gesundheits- und Krankheitsverständnissen im Kontext der jeweiligen kulturellen Felder.

In der Deutungsperspektive des vorliegenden Sammelbandes kommuniziert Literatur kulturell verankerte Auffassungen des Pathologischen im Schnittfeld von Medizin und Gesellschaft. Als "Beobachtung zweiter Ordnung" (Rudolf Käser, S. 38) bringe sie Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit nicht nur medial zur Darstellung, sondern gestalte darüber hinaus die interdiskursiven Austauschprozesse eigendynamisch mit. In ihren wirkungsbezogenen Strategien berge sie, so Käser weiter, das Potenzial von Intervention und Neuentwürfen kultureller Wertsysteme. In literarischen Bearbeitungen medikaler Komplexe werden dabei mehr oder weniger explizit auch Konzepte von Gender im Kontext der jeweils kulturspezifischen und zeithistorischen Bedingungen bedeutungsstiftend verhandelt.

Die Autor_innen setzen mit ihren als Einzelanalysen angelegten Beiträgen an dieser Stelle an. Käser und Schappach folgend, besteht das gemeinsame Anliegen darin, die wirkungsästhetischen Strategien und Potenziale von Literatur im Umgang mit medizinischen Themen zu beschreiben. Dazu wurden die insgesamt 16 Studien in vier thematischen Cluster zusammengefasst. Sie alle widmen sich der literarischen Aneignung medizinischen Wissens primär anhand von Texten der westeuropäischen, deutschsprachigen Kulturen des 18.-20. Jahrhunderts. Die im Abstraktionsniveau variierenden Ausführungen gehen mehrheitlich auf eine gleichnamige Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften aus dem Jahr 2009 in Zürich zurück - weitere Studien aus dem Forschungsumfeld wurden aufgenommen. Der disziplinäre Hintergrund der Autor_innen liegt schwerpunktmäßig in den Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften wie auch der Geschichtswissenschaft.

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