Ruth Landshoff-Yorck: Die Schatzsucher von Venedig

Artikelnummer: 978-3-932338-56-4

Auf einer Abendgesellschaft in einem venezianischen Palazzo verquicken sich die Schicksale des amerikanischen Geschwisterpaares Madelin und Jack mit denen einer illustren Partygesellschaft. Ob ein gefeierter Theaterregisseur, extravagante Witwen oder verarmte italienische Aristokraten...

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Auf einer Abendgesellschaft in einem venezianischen Palazzo verquicken sich die Schicksale des amerikanischen Geschwisterpaares Madelin und Jack mit denen einer illustren Partygesellschaft. Ob ein gefeierter Theaterregisseur, extravagante Witwen oder verarmte italienische Aristokraten - alle sind auf der Suche nach ihrem persönlichen Schatz. Der Verlust einer kostbaren Brosche, die in einer hitzigen Verfolgungsjagd gesucht wird, führt Madelin durch die nächtlichen Gassen der Lagunenstadt.Die deutsch-jüdische Schriftstellerin und Italienliebhaberin Ruth Landshoff-Yorck lässt in ironisch-frechem Ton durch den unvoreingenommenen Blick der jungen Madelin eine lebendige und gegenwärtige Stadt entdecken, die sie selbst sehr gut kannte. Ruth Landshoff-Yorck hielt sich häufig in Venedig auf, wo ihr Liebhaber Karl Vollmoeller den Palazzo Vendramin, Richard Wagners Sterbehaus am Canal Grande, dauerhaft gemietet hatte. Auch ihre Freundin Annemarie Schwarzenbach besuchte sie dort bei einem ihrer Venedigaufenthalte.

Autor*in / Hrsg.: Ruth Landshoff-Yorck
Belletristik: historischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 168 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.2 x 20.1 x 12.5
Gewicht: 195 g
Erscheinungsdatum: 13.03.2013

Rezension von Madeleine Jeschke auf AVIVA-Berlin:

In einer einzigen Nacht im Venedig der späten zwanziger Jahre nimmt das Schicksal von sechs Menschen eine entscheidende Wendung. Ein Typoskript im Nachlass der deutsch-jüdischen Schriftstellerin war die Grundlage für die von AvivA Verlag herausgegebene Erstedition des 1932 verfassten Romans.

Der Star der Berliner Boheme in den 1920er und 1930er Jahren ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten. Jung, klug und schön, vertrat sie den Typus "Neue Frau" und lebte als Tänzerin und Schauspielerin, Journalistin, Lyrikerin, Roman-Autorin nicht nur den Stil der wilden Zwanziger, sondern berichtete auch darüber. Sie schrieb Artikel und Feuilletons über ihre Generation der modernen Frau, und es wurde auch Fotostrecken über die Schriftstellerin selbst in Zeitschriften veröffentlicht. 1930 erscheint mit "Die Vielen und der Eine" ihr erster Roman, die beiden weiteren können jedoch aufgrund der Machtergreifung Hitlers nicht mehr erscheinen. Wie andere junge SchriftstellerInnen, die in den späten Zwanziger- und frühen Dreißigerjahren erste Erfolge feiern konnten, wurde Ruth Landshoff-Yorck vom "Dritten Reich" um ihre literarische Karriere gebracht.

"Die Schatzsucher von Venedig" beginnt mit einem rauschenden Fest in einem Palazzo. Dort trifft das amerikanische Geschwisterpaar Madelin und Jack auf eine bunt gemischte Partygesellschaft. Unter den Gästen befinden sich ein abgedankter König und extravagante Witwen, die als "depossedierter König" oder die "pompöse Dame Hofknix" vorgestellt werden. Auch anwesend in dieser illustren Gesellschaft sind: der erfolgreiche Theaterregisseur Bachmann, der selbsternannte Miterfinder des "Vitamin B", Dr. Müller, der zwielichtige argentinische Revolutionär Proktor und einige verarmte italienische AristokratInnen. Die sehr unterhaltsamen Konversationen der Partygesellschaft werden im Verlauf des Abends immer sonderbarer. Deren Exaltiertheit wird besonders durch Madelin, die sich unbefangen und mit typisch-amerikanischer Direktheit mit ihnen unterhält, sowie durch den ironischen Erzählton, verdeutlicht.

Unwissentlich wird die junge Amerikanerin in eine "Schatzsuche", einem Spiel neureicher Venedig-BesucherInnen verwickelt, dessen TeilnehmerInnen sich auf einer Art Schnitzeljagd befinden. In diesem Fall ist der "Schatz" eine kostbare Brosche. Der Fund und anschließende Verlust des Schmuckstücks führt Madelin durch das nächtliche Venedig. Auf ihrem Weg trifft sie auf einen schlafenden Jungen, der sich ihr anschließt. Zusammen kommen die beiden an den historischen Plätzen und Gebäuden der Stadt vorbei, bis sie auf einen kuriosen Barmann treffen, der sie zum Palazzo Vendramin führt, wo sie die Bekanntschaft mit seinem mysteriösen Bewohner machen. Seinen Namen erfahren wir nicht, er wird von Madelin der "Herr von Vendramin" genannt. Er scheint aber wie alle Menschen, die in dieser Nacht aufeinander treffen, in gewisser Weise verloren und auf der Suche nach etwas zu sein. Auch Madelins Bruder Jack, der soeben einen Anruf seines Vaters erhalten hat und vom plötzlichen Ruin der Familie erfahren musste, sucht nach einem Ausweg. Mittellos müssen die Geschwister nun ihr Schicksal selbst gestalten. Auf dessen weiteren Verlauf werden die Begegnungen dieser Nacht entscheidenden Einfluss haben.

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