Sabine Klinger: (De-)Thematisierung von Geschlecht. Rekonstruktionen bei Studierenden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Artikelnummer: 978-3-86388-057-6

Ausgehend von der Beobachtung, dass das Interesse an Geschlechterfragen zum Teil als individuelle, zudem etwas anachronistische Neigung erscheint, rekonstruiert diese empirische Studie u.a., welchen Einfluss das Studium des spezifischen Fachgebietes ...

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Wie wird Geschlecht von Studierenden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften rezipiert? Wie stehen die Studierenden zu Geschlechterfragen?

Ausgehend von der Beobachtung, dass das Interesse an Geschlechterfragen zum Teil als individuelle, zudem etwas anachronistische Neigung erscheint, rekonstruiert diese empirische Studie u.a., welchen Einfluss das Studium des spezifischen Fachgebietes auf die Studierenden hat. Zudem wird deutlich, dass die studentische (De-)Thematisierung von Geschlecht auch maßgeblich von rhetorischen Modernisierungsprozessen und gesellschaftlichen Verdeckungszusammenhängen beeinflusst wird.

Im Rahmen von Gruppendiskussionen verfolgt Sabine Klinger, wie Studierende Geschlecht und Geschlechterfragen thematisieren. Einerseits wird deutlich, dass bei der Thematisierung von Geschlecht zumeist traditionelle und binäre Geschlechterverhältnisse rekonstruiert werden. Zum anderen kristallisieren sich unterschiedliche Spielarten der Thematisierung von Geschlecht heraus. Bei der Thematisierung von 'Geschlecht' und Geschlechterfragen wirken in diesem Kontext Dynamiken, die zu einer De-Thematisierung führen können. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Studierenden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften bei der (De-)Thematisierung von 'Geschlecht' nicht nur vom studiums- und universitätsbezogenen Erfahrungsraum geprägt sind, sondern auch maßgeblich von gesellschaftlichen Diskursen.

Autor*in / Hrsg.: Sabine Klinger
Weitere Informationen: Umfang: 367 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B) 2 x 21.1 x 15 cm
Gewicht: 469 g
Erscheinungsdatum: 24.04.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Jessica Schülein auf querelles-net:

Geschlechterfragen: (k)ein Thema an der Universität? 

Abstract: Sabine Klinger rekonstruiert in ihrer empirischen Studie anhand von vier Gruppeninterviews Geschlechtervorstellungen bei Studierenden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Dabei werden sowohl der fachspezifische Einfluss auf die Studierenden als auch die Prägung des universitären sozialen Feldes bezüglich des Geschlechterwissens herausgearbeitet. Ebenso kann die Studie verdeutlichen, inwiefern gesellschaftliche Diskurse um rhetorische Modernisierungsprozesse, Geschlechtervertrag und Verdeckungszusammenhänge die Einstellungen der Studierenden hinsichtlich Geschlechterfragen tangieren und damit (De-)Thematisierungsstrategien von Geschlecht(erfragen) konstituieren und legitimieren. 

Geschlechter-Ungleichheiten werden spätestens seit der EU-weiten Einführung von Gender Mainstreaming auf allen gesellschaftlichen Ebenen angegangen, so die geläufige Meinung. Ist es also notwendig, sich weiterhin der Geschlechterthematik zuzuwenden - wo doch eine Gleichstellung längst erreicht scheint? Nach der Lektüre von Sabine Klingers (De-)Thematisierung von Geschlecht. Rekonstruktion bei Studierenden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften ist diese Frage recht eindeutig zu bejahen: Die Autorin zeigt in ihrer als Dissertation an der Universität Marburg eingereichten Studie anhand von Gruppeninterviews mit Studierenden vielfältige (De-)Thematisierungsstrategien in Bezug auf Geschlecht und Geschlechterfragen auf. Dabei stellt Klinger theoretische Verbindungen zu dem schon von Angela McRobbie (2010) konstatierten neuen Geschlechtervertrag her, zur Gegenwartsanalyse des 'rhetorischen Modernisierungsprozesses' von Angelika Wetterer (2002) wie auch zu Wirkmechanismen von Verdeckungszusammenhängen (Tübinger Institut für frauenpolitische Sozialforschung 2000).

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