Samar Yazbek: Die Fremde im Spiegel

Artikelnummer: 978-3-293-20717-2

Hanan erwischt ihren Ehemann im Bett mit der jungen Dienerin Alia. Für ihn empfindet Hanan zwar nur Abscheu, mit Alia aber verbindet sie eine Liebesgeschichte. Voller Wut jagt sie sie davon, doch ihr Haus ist nun bestürzend leer.

10,95 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Hanan erwischt ihren Ehemann im Bett mit der jungen Dienerin Alia. Für ihn empfindet Hanan zwar nur Abscheu, mit Alia aber verbindet sie eine Liebesgeschichte. Voller Wut jagt sie sie davon, doch ihr Haus ist nun bestürzend leer.

Auch Alia, das Mädchen mit ihrer sonnenverbrannten Haut und den kohlefarbenen Augen, erinnert sich, während sie durch die Gassen von Damaskus stolpert. An ihre Kindheit, bevor sie von ihrem Vater an den wohlhabenden Haushalt verkauft wurde.

Samar Yazbeks Roman basiert auf einem realen Skandal und handelt von Gewalt, Abhängigkeit und Herrschaft, wie sie das Leben vieler Frauen im modernen Syrien bestimmen.

Autor*in / Hrsg.: Samar Yazbek
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Frauenleben in: Nahost
Land im Fokus: Syrien
Weitere Informationen: Unionsverlag TB Bd. 717
Originaltitel: Ra'ihat al-Qirfa
Übersetzt von: Larissa Bender 
Umfang: 155 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.4 x 19 x 11.5 cm
Gewicht: 171 g
Erscheinungsdatum: 23.09.2015

weitere Ausgaben: Gebunden

Rezension von Claire Horst auf AVIVA-Berlin:

International bekannt wurde Samar Yazbek mit ihrem 2012 veröffentlichten Tagebuch, in dem sie die syrische Revolution protokollierte. In ihrem ersten Roman wirft sie einen scharfen Blick auf die streng hierarchisch geordnete syrische Gesellschaft.

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt ihrer Erzählung, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Hanan gehört der gebildeten und wohlhabenden Oberschicht an. Mit ihrem viel älteren und schwerkranken Cousin führt sie eine lieblose, gleichgültige Beziehung - beschlossen wurde die Ehe von der Familie. Hanans Leben ist von Bedeutungslosigkeit geprägt:

"Diese Leute langweilten sie. Ihr ganzes Leben langweilte sie. Gleichzeitig konnte sie all das, woran sie sich gewöhnt hatte, nicht mehr aufgeben: ihr gesetztes Leben, die Soireen der höheren Gesellschaft, auf denen sie sich bewegte wie eine verwöhnte Prinzessin, ihre ganzen Bedürfnisse und ihr Einkaufstick."

Einzige Ablenkung von ihrem Leben - sie hat weder Kinder noch einen Beruf -, sind die Frauenpartys bei "Madame Nasik", an denen ausschließlich Frauen teilnehmen. Nasik hat Hanan einst verführt: "Plötzlich machte sie die Erfahrung, wie es ist, wenn man das Aufgehen der Sonne kaum erwarten kann und freudig aus dem Bett springt, um das Haus zu verlassen." An den Abenden bei Nasik erlebt Hanan Liebe zwischen Frauen - Zuneigung und Nähe erfährt sie nur hier. Doch auch wenn diese Partys und die heimlichen lesbischen Liebesbeziehungen, die diese Frauen neben ihren Ehen führen, als Ausweg aus der patriarchalen Unterdrückung erscheinen: Stärker als dieses Befreiungsmoment ist die Ungerechtigkeit der Klassengesellschaft.

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: