Sarah Dangendorf: Kleine Mädchen und High Heels: Über die visuelle Sexualisierung frühadoleszenter Mädchen

Artikelnummer: 9783837621693

Enge Kleidung, hohe Schuhe und Make-up sind heute oft schon bei Zehnjährigen alltäglich - eine Schönheitspraxis, die immer wieder auf Kritik stößt. Doch was steckt hinter der 'visuellen Sexualisierung' junger Mädchen?...

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Enge Kleidung, hohe Schuhe und Make-up sind heute oft schon bei Zehnjährigen alltäglich - eine Schönheitspraxis, die immer wieder auf Kritik stößt. Doch was steckt hinter der 'visuellen Sexualisierung' junger Mädchen? Das Buch greift diese Frage auf und zeigt: Entscheidend sind jene Bedeutungen, die die Akteurinnen selbst ihrem Äußeren zuschreiben. Ihre Praktiken repräsentieren nicht etwa sexuelle Frühreife, sondern vielmehr ihren tiefen Wunsch nach Normalität, ihre Konfrontation mit veränderten Anforderungen von außen und die Gewissheit, weit vor dem Erwachsenenalter für sich selbst verantwortlich zu sein.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Sarah Dangendorf
Weitere Informationen: Umfang: 333 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.2 x 22.5 x 14.6
Gewicht (incl. Verpackung): 529 g
Erscheinungsdatum: 15.10.2012

Interview mit Sarah Dangendorf:

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Allen fällt auf, dass junge Mädchen heute anders aussehen. Fast alle kritisieren ihre Sexualisierung. Aber kaum jemand weiß, was hinter dem aufgebrezelten Äußeren steckt. Das thematisiert mein Buch und zeigt, dass das Schönheitshandeln Frühadoleszenter mehr mit der Lebenswelt von uns Erwachsenen zu tun hat, als wir glauben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Für mich spielen besonders zwei Erkenntnisse eine Rolle: Erstens spiegeln sich die Werte unserer Gesellschaft direkt in den Inszenierungen der Mädchen wider. Zweitens, und das finde ich besonders bemerkenswert, sind gerade die Kindfrauen in den High Heels diejenigen, die sich den Erwartungen am meisten anpassen. Hier sind Eigenverantwortung, Leistung und Erfolg die Stichwörter.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Über das neoliberale Subjekt wird selten im Zusammenhang mit Kindern diskutiert, mein Forschungsthema verdeutlicht, dass allerdings auch dort Bedarf besteht. Darüber hinaus herrscht gerade im deutschsprachigen Raum ein Mangel an aktueller Mädchenforschung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten mit all denjenigen, die meinen, dass Popkultur keine tieferen Aussagen über unsere Lebensweise macht. Die würde ich gerne vom Gegenteil überzeugen. Und mit allen, die sich dafür interessieren, was frühadoleszente Mädchen denken und fühlen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mein Buch erklärt die kulturellen Bedeutungen hinter dem auffälligen Schönheitshandeln neun- bis dreizehnjähriger Mädchen.


Quelle: Transcript Verlag

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