Semra Ertan: Mein Name ist Ausländer/Benim Adim Yabanci. Gedichte/Siirler (dt/türk)

Artikelnummer: 978-3-96042-095-8

In ihren Gedichten schildert Semra Ertan ihr Leben und ihre Erfahrungen in Deutschland. Bis heute steht sie für Generationen von Menschen, die immer noch unsichtbar sind und nicht gehört werden. Es geht um Leid, Wut sowie um Liebe, Hoffnung und Freundschaft, gesellschaftliche Gleichberechtigung, Mut zu Widerstand und ein menschlicheres Mit- und Füreinander.

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In ihren Gedichten schildert Semra Ertan ihr Leben und ihre Erfahrungen in Deutschland. Bis heute steht sie für Generationen von Menschen, die immer noch unsichtbar sind und nicht gehört werden. Es geht um Leid, Wut sowie um Liebe, Hoffnung und Freundschaft, gesellschaftliche Gleichberechtigung, Mut zu Widerstand und ein menschlicheres Mit- und Füreinander.

Autor*in / Hrsg.: Cana Bilir-Meier Semra Ertan Zühal Bilir-Meier
Literatur zu: Migration und Exil
Thema: türkische Frauen
Details: Sprache: dt/türk
Hrsg. von Zühal Bilir-Meier und Cana Bilir-Meier
Einbandart: kartoniert
Umfang: 240 S.
Format (T/L/B): 2 x 20.6 x 14.2 cm
Gewicht: 291 g
Erscheinungsdatum: 15.12.2020
Rezension in "Der Freitag":

Es ging ihr um alles
Lyrikerin 1982 nahm Semra Ertan sich im Kampf gegen den Rassismus in Hamburg das Leben.
Jetzt endlich erscheinen ihre Gedichte

"Wann immer ich einen rebellierenden jungen Menschen vor mir sehe/Erinnere ich mich an meine stummen Jahre/Und erschrecke, dass ich in den brennenden Zeiten/Geschwiegen habe." Die Autorin, die hier zurückblickt, ist selbst gerade einmal 20 Jahre alt. In dem Gedicht vom 26. Februar 1977 rekapituliert Semra Ertan ihre erste Begegnung mit einem Revoltierenden: Ein aufgebrachter Betrunkener ist es, der vergeblich versucht, seine Seele durch Reden, durch Schreien zu entlasten. Wie beiläufig verdichtet sie in wenigen einfachen Worten schwerwiegende und widerstreitende Gefühle.

Ab da wird Rebellion für sie ein wiederkehrendes Motiv. Aus einem Konvolut von etwa 350 Gedichten haben ihre Schwester Zühal Bilir-Meier und ihre Nichte Cana Bilir-Meier erstmals 82 in dem Band Mein Name ist Ausländer herausgebracht. Es sind Gedichte aus den letzten fünfeinhalb Lebensjahren der Dichterin, die sich im Kampf gegen den Rassismus am 26. Mai 1982 in Hamburg das Leben nahm. Der Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und ihre Ankunft in Deutschland fallen in dasselbe Jahr: 1971, als ihre Eltern, Arbeitsmigrant:innen, die gerade einmal 15-Jährige aus Mersin nach Kiel holen. Von da an ergründet sie mit ihrer Poesie die widersprüchlichen, zuweilen unausgesprochenen Erwartungshaltungen ihres Umfelds, soziale Machtasymmetrien und Geschlechterungleichheit wie auch ihren Status als Ausländerin.

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Rezension in der "Jungen Welt":

Ein Meer und eine Möwe Heimlich unglücklich: Eine zweisprachige Ausgabe mit Gedichten der türkischen Dichterin Semra Ertan

Wie viele Lehrveranstaltungen zur bundesdeutschen Literatur habe ich als Student der Germanistik in den 90er Jahren besucht, ohne von Semra Ertan zu hören? Irgendwann, ein Mal, fiel der Name in einem Oberseminar zum Thema Migrationsliteratur, das war also die Ecke, in die man die Dichterin abgeschoben hatte, um sonst von ihr schweigen zu können.

Zum Glück sind es nicht die Universitäten, wo entschieden wird, was bleibt und Eingang in unser literarisches Erbe findet. Semra Ertan hat das Glück (wir haben das Glück), dass ihre Angehörigen - die Schwester Zühal Bilir-Meier und deren Tochter Cana - taten, was die Philologen und Verlage versäumten: sich ihres Werks annehmen.

Es ist dies das eine, große Glück, das der Dichterin beschieden war, und es ist ein postumes Glück. Semra Ertan nahm sich im Alter von nur 25 Jahren das Leben, und das nicht auf die stille, heimliche, private Weise, besorgt um ein möglichst schmerzloses, irgendwie erträgliches Ende, sondern auf eine denkbar schonungslose Art. Am 24. Mai 1982 zündete sie in Hamburg-St. Pauli ihren mit Benzin überschütteten Körper an, verbrannte sie sich aus Protest gegen den ihr unerträglich gewordenen Rassismus dieses Landes öffentlich selbst. Zwei Tage dauerte ihr Sterben im Krankenhaus.

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