Shani Boianjiu: Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst

Artikelnummer: 978-3-462-04558-1

Lea, Avishag und Yael leben in einem israelischen Dorf an der Grenze zum Libanon. Ihr Alltag ist geprägt von Unbe­ständigkeit, Langeweile und Krieg. Es gilt, die Zeit bis zum Militärdienst so gut es geht mit makabren Spielen und heimlichen Liebschaften totzuschlagen...

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Lea, Avishag und Yael leben in einem israelischen Dorf an der Grenze zum Libanon. Ihr Alltag ist geprägt von Unbe­ständigkeit, Langeweile und Krieg. Es gilt, die Zeit bis zum Militärdienst so gut es geht mit makabren Spielen und heimlichen Liebschaften totzuschlagen. Als die Mäd­chen eingezogen werden, ist es mit der Kindheit von heute auf morgen vorbei. Was sie an den verschiedenen Stützpunk­ten bewegt, sind Waffen, Tod und Sex. Und die Frage nach Gerechtigkeit und der Macht des Stärkeren. Sie exerzieren für den Moment des großen Bang, der vielleicht nie kommt. Alle drei kämpfen mit der Ein­samkeit, mit Rivalitäten und mit den schrecklichen Bildern, die sie Tag für Tag mit ansehen müssen. Und jede findet einen anderen Ausweg: Lea träumt sich in eine Fantasiewelt, Avishag schafft es, in den Schutz des Militärgefängnisses zu gelangen, und Yael flüchtet sich in den Sex mit einem Rekruten. Doch auch nach der Zeit beim Militär ist nichts so, wie es sein sollte.

Shani Boianjiu erzählt mit einzigartiger Stimme vom Erwachsenwerden unter extrem verschärften Bedingungen - das ist große Literatur.


Autor*in / Hrsg.: Shani Boianjiu
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Originaltitel: The People of Forever Are not Afraid
Übersetzt von: Maria Hummitzsch, Ulrich Blumenbach
Umfang: 336 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 20.9 x 13.5
Gewicht: 471 g
Erscheinungsdatum: 10.09.2013

~ LESEPROBE ~ 

Rezension von Susann S. Reck auf AVIVA-Berlin:

Das aufregende Romandebüt der erst 26 Jahre alten Autorin erzählt die Geschichte von drei Freundinnen vor, während und nach ihrem zweijährigen Militärdienst in Israel. Neben dem explosiven Cocktail aus Brutalität und Langeweile beschreibt der Roman vor allem die desorientierende Wirkung ihrer Ängste.

Panzerfaust-Kinder

Noch in der Schule werden Yael, Lea und Avishag auf den Militärdienst vorbereitet. Kriegerische Auseinandersetzungen, in die Israel verwickelt ist, Strategien der Verteidigung, der Einsatz bestimmter Waffen zu einem bestimmten Zweck, die Mittel der Feinde - all das wird im Unterricht thematisiert. "Die Begriffe habe ich alle drauf, da bin ich ziemlich sicher, bis auf Panzerfaust-Kinder vielleicht". Die drei lernen, dass die beiden Kinder, die das schwere Panzerfaustrohr halten, bevor es in Richtung Israel gezündet wird, keine Ahnung haben, dass beim Schuss Feuer aus dem hinteren Teil der Panzerfaust schießt. "Keiner hat mit ihnen geredet, keiner hat ihnen irgendwas gesagt, weder den Kindern, die vorn festhielten, noch den Kindern, die hinten festhielten, aber sehr, sehr interessant ist, dass das vordere Kind sehr oft das brennende Kind hinten ansprang und es umarmte, und dadurch stiegen die Opferzahlen massiv, das eine Kind ist nicht allein verbrannt."

Kollektive Erfahrung

Die Stärke des Romans Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst, liegt in seiner atmosphärischen Dichte, in der immer wieder aufblitzenden Brutalität, die den öden Militärdienst- Alltag der Mädchen durchbricht. Nach und nach werden Yael, Lea und Avishag mit Situationen der Entmenschlichung konfrontiert, denen sie zunächst mit scheinbarer Gleichmut begegnen. Der Roman beschreibt eindrücklich einen Prozess der Verrohung, der auf jede andere Armee der Welt übertragbar ist. Die geschilderten Erlebnisse von drei Soldatinnen betont die kollektive Erfahrung dieser Verrohung.

Die anfänglich sehr authentisch wirkende, frische Sprache verliert sich mit fortschreitender Handlung - leider. Dies ist möglicherweise der Tatsache geschuldet, dass Shani Boianjiu ihr Debüt in englischer Sprache verfasst hat, obwohl ihre Muttersprache Hebräisch ist. Auch sind die abrupten Perspektivwechsel teilweise verwirrend und werden durch das Episodenhafte der Erzählweise erschwert. Die beiden letzten Kapitel wirken ohne Bezug zum Rest. Es bleibt für die LeserIn nicht wirklich nachvollziehbar, warum das Buch als Roman und nicht als Kurzgeschichtenband erschienen ist.

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