Sigrid Chamberlain: Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind. Über zwei NS-Erziehungsbücher

Artikelnummer: 978-3-930096-58-9

Nationalsozialistische Erziehung, basierend auf den sehr genauen Anweisungen von Haarer, war vor allem eine Erziehung durch Bindungslosigkeit zur Beziehungsunfähigkeit. Es liegt auf der Hand, dass nur der an keinerlei Werte und Moral, an kein Gewissen und an keinen Menschen gebundene faschistische Typus auch jederzeit für jeden Zweck und jedes Ziel einsetzbar war.

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Adolf Hitler forderte bereits in »Mein Kampf«, daß schon in der »frühesten Kindheit ... die notwendige Stählung für das spätere Leben« zu erfolgen habe. Durch gründliche Ausbildung der Mütter müsse es möglich sein, »in den ersten Jahren des Kindes eine Behandlung herbeizuführen, die zur vorzüglichen Grundlage für die spätere Entwicklung dient.«

Mit dieser »späteren Entwicklung« ist vor allem das nahtlose Sich-Einfügen in die Ideologie und die Institutionen des NS-Staates gemeint. Darum geht es ausdrücklich auch der Ärztin Johanna Haarer, deren Bücher »Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind« und »Unsere kleinen Kinder« in vielen Familien während des Dritten Reiches und in den Jahren danach zur Richtschnur für den Umgang mit Babys und Kleinkindern wurden.

Nationalsozialistische Erziehung, basierend auf den sehr genauen Anweisungen von Haarer, war vor allem eine Erziehung durch Bindungslosigkeit zur Beziehungsunfähigkeit. Es liegt auf der Hand, dass nur der an keinerlei Werte und Moral, an kein Gewissen und an keinen Menschen gebundene faschistische Typus auch jederzeit für jeden Zweck und jedes Ziel einsetzbar war.

Es ist an der Zeit, sich auch mit diesem Erbe des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, mit der Tatsache nämlich, dass der Großteil der im Dritten Reich und in den Nachkriegsjahren Geborenen ins Leben entlassen wurde mit frühen nationalsozialistischen Prägungen, ohne sich jemals dieser Tatsache und ihrer möglichen Folgen bewusst geworden zu sein.

politische Themen: Nationalsozialismus
Autor*in / Hrsg.: Sigrid Chamberlain
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Familienthemen: Muttersein
Details: edition psychosozial 
Umfang: 231 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 21 x 15 cm
Gewicht: 350 g
Erscheinungsdatum: 31.12.2010

~ LESEPROBE ~

PAPA-Ya. Das Magazin für mehr Fairness im deutschen Familienrecht Nr. 7/2010
Rezension von Thomas Bohrmann:
»Eine Pflichtlektüre für alle, die sich in der Väterpolitik des Tages behaupten wollen...«

www.hagalil.com
Rezension von Jürgen Müller-Hohagen:
»In diesem Buch verbirgt sich die Sehnsucht danach, die vorhandenen Verhärtungen, Verbitterungen, Versteinerungen, Verkrustungen, Verletzungen eines Tages aufzuweichen und das gefrorene Tränenmeer aufzutaun...«

psychosozial 1/2000
Rezension von Jürgen Müller-Hohagen:
»Haarers Hauptwerk einer braunen Pädagogik der frühen Lebensjahre hat nun von seiten der Sozialpädagogin und Diplom-Supervisorin Sigrid Chamberlain eine eingehende Untersuchung erhalten, die dringend zur genaueren Rezeption empfohlen wird...«

Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 3/2006
Rezension von Katharina Schäfer:
»Für Eltern, aber auch Söhne und Töchter mit Geschichtsbewusstsein ist die Arbeit von Sigrid Chamberlain ein unverzichtbarer Gewinn. Sie lernen sich und ihre Herkunft besser verstehen und werden ermutigt, sich ihren eigenen Kindern gegenüber deutlich von dem psychischen Erbe des Nationalsozialismus zu distanzieren. Man wünscht ihre Studie allen, die mit Kindern und Jugendlichen leben oder arbeiten, in die Hand...«

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