Sigrid Undset: Viga-Ljot und Vigdis

Artikelnummer: 978-3-455-00612-4

Eindrücklich beschreibt die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset das Ringen der schillernden jungen Vigdis um Emanzipation und Gerechtigkeit im von Männern und Gewalt dominierten Norwegen der Wikingerzeit.

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Die Geschichte von Vigdis und Viga-Ljot könnte heute kaum relevanter sein, obwohl sie vor über hundert Jahren veröffentlicht wurde.
Eindrücklich beschreibt die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset das Ringen der schillernden jungen Vigdis um Emanzipation und Gerechtigkeit im von Männern und Gewalt dominierten Norwegen der Wikingerzeit.

Als der Isländer Ljot den Hof ihres Vaters besucht, verliebt sich Vigdis in den impulsiven Fremden. Ljot aber will nicht auf ihre Entscheidung warten und vergewaltigt sie. Den Sohn, den Vigdis neun Monate später zur Welt bringt, zieht sie allein groß. Auf sich gestellt kämpft sie um ein autonomes Leben ? und die Ehre ihrer Familie. Wütend trotzt sie den unzähligen Widerständen, denen sie im patriarchalen System ihres Heimatlandes ausgesetzt ist, und stellt sich nicht nur ihrem Vergewaltiger, sondern auch den Mördern ihres Vaters mutig entgegen.

Ein Klassiker der norwegischen Literatur in eleganter Neuübersetzung von Gabriele Haefs.
Mit einem Vorwort von Kristof Magnusson

Autor*in / Hrsg.: Sigrid Undset
Belletristik: Klassikerinnen historischer Roman
Details: Originaltitel: Fortellingen om Viga-Ljot og Vigdis
Übersetzt von: Gabriele Haefs
Einbandart: gebunden
Umfang: 192 S.
Format (T/L/B): 1.9 x 21.1 x 13.4 cm
Gewicht: 293 g
Erscheinungsdatum: 04.09.2019
Rezension von Doris Hermanns auf AVIVA-Berlin:

Für ihr Hauptwerk, den dreibändigen Roman "Kristin Lavranstochter" erhielt Sigrid Undset 1928 den Nobelpreis für Literatur, "vornehmlich für ihre kraftvollen Schilderungen des nordischen Lebens im Mittelalter". Diese machen auch den von Gabriele Haefs neu übersetzten früheren Roman Viga-Ljot und Vigdis aus, der sich mit den Folgen einer Vergewaltigung beschäftigt.

116 mal wurde der Nobelpreis für Literatur bis heute vergeben, davon nur 15 mal an eine Autorin. Nach Selma Lagerlöf (1909) und Grazia Deledda (1926) war Sigrid Undset 1928 die dritte Frau, die ausgezeichnet wurde. Vor zwei Jahren konnte der Preis aufgrund der Aufdeckung sexueller Übergriffe nicht vergeben werden - der Roman von Sigrid Undset aus dem Jahr 1909 passt thematisch dazu.

In historischen Romanen ging es lange Zeit meist um Helden wie Könige, Ritter und Heilige. Erst die Frauenforschung hat damit begonnen, sich grundlegend mit der Geschichte von Frauen zu beschäftigen. Durch diesen Erkenntnisgewinn wurde es in den letzten Jahrzehnten möglich, mehr Frauenfiguren in der Literatur einzuführen. Ungewöhnlich für ihre Zeit stellt Sigrid Undset in diesem Roman die Bauerstochter Vigdis in den Mittelpunkt des Geschehens. Diese lernt den Isländer Ljot kennen, der in Norwegen Bauholz kaufen will. Schnell kommen sich die beiden näher und Ljot möchte sich mit ihr verloben. Vigdis ist nicht abgeneigt, findet sich aber zu jung, um bereits an eine Ehe zu denken. "Lass mir doch die Frist, um die ich dich bitte; ich möchte ja eigentlich, dass du mich nicht umsonst gefragt hast. Aber ich habe das Gefühl, dich erst wenig zu kennen, und du würdest mich weit weg von allem führen, was mir gehört."

Aber Ljot, alles andere als ein einfühlsamer Mann, ist eifersüchtig auf einen Kinderfreund von Vigdis und macht sich schnell mit seinem Verhalten bei Vigdis und allen anderen unbeliebt. Als sie sich aus diesem Grund gegen ihn entscheidet, vergewaltigt er sie. Selbst danach meint er noch, es wäre besser, wenn sie mit ihm weggehen würde, denn es sei schlimmer, wenn sie nicht zusammenkommen könnten. Dass er gegen ihren Willen "vorgegangen" sei, sagt er zwar, aber das scheint ihm nichts weiter auszumachen.

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