Silvia Federici: Die Welt wieder verzaubern. Feminismus, Marxismus & Commons

Artikelnummer: 978-3-85476-693-3

Silvia Federici ist eine der einflussreichsten feministischen Theoretikerinnen der Gegenwart. In diesem Band, der Texte aus den letzten zwanzig Jahren versammelt, stehen die Commons im Zentrum der Analyse. So gelingt es Federici, die proletarischen Kämpfe gegen die Einhegungen der Vergangenheit und der Gegenwart miteinander in Beziehung zu setzen.

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Silvia Federici ist eine der einflussreichsten feministischen Theoretikerinnen der Gegenwart. In diesem Band, der Texte aus den letzten zwanzig Jahren versammelt, stehen die Commons im Zentrum der Analyse. So gelingt es Federici, die proletarischen Kämpfe gegen die Einhegungen der Vergangenheit und der Gegenwart miteinander in Beziehung zu setzen. Die Commons versteht sie aber nicht als »Inseln der Glückseligen« in einem Meer ausbeuterischer Verhältnisse, sondern als autonome Räume, von denen aus die bestehende kapitalistische Organisation des Lebens und der Arbeit herausgefordert werden kann.

Die Kämpfe von Frauen und die von ihnen geleistete reproduktive Arbeit sind dabei von zentraler Bedeutung, nicht nur, weil sie für unser (Über-)Leben entscheidend sind, sondern auch, weil aus dieser Perspektive eine Welt jenseits der Verheerungen des Kapitalismus gedacht werden kann. Die »Entzauberung der Welt« (Max Weber) versteht Federici politischer, nämlich als die Zerstörung jedweder Logik jenseits kapitalistischer Rationalität. Daher ihr Aufruf, die Welt wieder zu verzaubern und andere Welten zu entdecken und für diese zu kämpfen.

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Die Welt wieder verzaubern

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Autor*in / Hrsg.: Silvia Federici
politische Themen: politische Kämpfe Prekarisierung Reproduktion & Care Arbeit Kapitalismuskritik
Details: kritik & utopie
Übersetzt von: Leo Kühberger
Einbandart: Englische Broschur
Umfang: 300 S.
Format (T/L/B): 1.8 x 16.7 x 12 cm
Gewicht: 264 g
Erscheinungsdatum: 06.02.2020
Rezension von Johanna Tirnthal bei kritisch-lesen.de:

Im Spiegel erschien im Mai 2020 eine Fotoreportage über Straßenverkäuferinnen in Accra, der Hauptstadt von Ghana: Wie haben sie den Corona-Lockdown überstanden? Sie arbeiten an viel befahrenen Straßenkreuzungen und verkaufen verschiedenste Waren an die Autofahrer*innen. Viele von ihnen leben von der Hand in den Mund. Wie sind sie über die drei Wochen gekommen, in denen die Stadt stillstand? "Ich habe schnell die Stadt verlassen und bin zu meiner Mutter in die Central Region gefahren", sagt eine, und "zum Glück waren meine Kinder auf dem Land", eine andere. Ihre Antworten führen direkt ins Zentrum von Silvia Federicis neuem Buch.

Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich die italienische Feministin mit der Analyse dessen, was für die Reproduktion von Arbeitskraft nötig ist. Sie fragt nach einem Bereich, der in der Mainstream-Ökonomie und auch in deren marxistischer Kritik oft vernachlässigt worden ist: Was und, vielleicht noch wichtiger, wer sorgt dafür, dass aus einer müden, hungrigen, durstigen oder kranken Arbeitskraft nach einem langen Tag wieder eine energetische, fleißige wird? Und wie kommen neue Arbeiter*innen in die Welt, wie werden sie groß und stark?

Häufig sind es Frauen, die für diese Tätigkeiten zuständig sind und marxistische Feminist*innen wie Federici bestehen darauf, das Kochen, Putzen, Waschen und Pflegen, das Gebären, Stillen und Gute-Nacht-Lieder-Singen ebenso als Arbeit zu verstehen: als Reproduktionsarbeit. Eine weitere wichtige Dimension, die Federici dem Nachdenken über die Reproduktion hinzufügt, ist die des Bodens. Wo wächst das Essen, das die Arbeiter*innen satt macht und - die entscheidende Frage - wem gehört dieses Land? Gehört es der Community, die darauf und davon lebt, ist also im besten Fall ein "Common", ein gemeinschaftlicher Besitz an natürlichem oder gesellschaftlichem Reichtum, oder gehört es kapitalistischen Konzernen, die darauf industrielle Landwirtschaft betreiben oder hohe Entgelte für die Nutzung durch Kleinbauern und Bäuerinnen verlangen?

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