Silvia Federici: Hexenjagd. Die Angst vor der Macht der Frauen

Artikelnummer: 978-3-89771-322-2

Kontinuitäten: Von der Hexenverfolgung des ausgehenden Mittelalters bis zur Gewalt gegen Frauen im modernen Kapitalismus

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Silvia Federici hat mit 'Caliban und die Hexe' einen Grundlagentext des materialistischen Feminismus vorgelegt: Sie stellt darin überzeugend und ausführlich dar, weshalb mit der Verbreitung des Kapitalismus in Europa im 16. und 17. Jahrhundert die Hexenverfolgung einherging. In Hexenjagd fasst sie die Erkenntnisse gut verständlich zusammen und überträgt sie auf die heutige, spezifisch gegen Frauen gerichtete Gewalt, insbesondere in afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern. Damit lässt sich diese Gewalt, parallel zur Hexenverfolgung, als Phänomen im Zusammenhang kapitalistischer Einhegungen im Zuge der Globalisierung begreifen.

Dies führt auch für soziale Bewegungen heute zu der elementaren Frage, wie die frauenspezifische Ausbeutung im Kapitalismus sowie die brutale Gewalt durch Zwangssterilisationen, Vergewaltigungen und Morde überwunden werden können. Federici legt somit eine historische, feministische Aufsatzsammlung vor, welche die Bedeutung der Analyse für heutige soziale Kämpfe nicht aus dem Blick verliert.

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Hexenjagd

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Autor*in / Hrsg.: kitchen politics Silvia Federici
Feminismus: US-Amerikanischer Feminismus
politische Themen: feministische Ökonomie anders wirtschaften Globalisierung Kapitalismuskritik
Details: Originaltitel: Witches, Witch-Hunting, and Woman
Übersetzt von: Margarita Ruppel
Umfang: 128 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 0.9 x 21 x 14 cm
Gewicht: 151 g
Erscheinungsdatum: 11.03.2019
Rezension von Astarte Posch auf kritisch-lesen.de:

Eine der einfachsten Methoden, sich unsichtbar zu machen, ist es, eine Frau über 50 zu sein, wie Hito Steyerl in ihrer Videoarbeit "How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File 2013" verrät. Der weibliche Körper, der nicht die Fähigkeit besitzt, Kinder auf die Welt bringen, ist nach der kapitalistischen Verwertungslogik zu nicht mehr viel zu gebrauchen. Der alten Frau in westlichen Gesellschaften bleiben noch die Rollenbilder der netten Großmutter, der charmanten alten Dame oder der verrückten Hexe. Letzteres Bild umgibt besonders die kinderlose, alleinstehende, alte Frau am Rande der Gesellschaft als Ausdruck historischer Stereotypisierung und Ausgrenzung.

Silvia Federici erinnert uns, dass die Figur der alten Hexe seit jeher ein Symbol des antikapitalistischen Widerstandes ist. Sie ist eine selbstbestimmte und unabhängige Person, die Weisheit und uraltes Wissen verkörpert, das im Zuge der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert in Europa vernichtet werden sollte. Die Hexe ist eine Figur des Dissens und der Nicht-Anpassung an gesellschaftliche Normen, die auch heute noch Zielscheibe von Verfolgungen ist, wie Silvia Federici in ihrer Essaysammlung "Hexenjagd - Die Angst vor der Macht der Frau" beschreibt:

"Die Hexe war die Kommunistin und Terroristin ihrer Zeit, die man 'zivilisieren' musste [...]. Auf den Scheiterhaufen wurden nicht nur die Körper der 'Hexen' vernichtet, sondern eine ganze Welt von sozialen Beziehungen, auf denen die gesellschaftliche Macht der Frau basierte, und ein riesiger Korpus der Weisheit, der über Generationen von Frauen, von Mutter zu Tochter weitergegeben worden war - das Wissen über Kräuterkunde, Verhütungs- und Abtreibungsmittel" (S. 50).

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