Simone Morgenthaler: Im Garten meiner Mutter. Chronik einer Trauer

Artikelnummer: 978-3-86915-077-2

Es ist ein 'rasanter Tod', den die Mutter stirbt, 'so schnell und so sauber', sagt die Tochter, 'du bist eingeschlafen in deinem Bett. du hast einfach vergessen, wieder aufzuwachen.' Es war ein Tod, wie die Mutter ihn sich gewünscht hatte, ohne Leidenszeit und Todeskampf

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Es ist ein 'rasanter Tod', den die Mutter stirbt, 'so schnell und so sauber', sagt die Tochter, 'du bist eingeschlafen in deinem Bett. du hast einfach vergessen, wieder aufzuwachen.' Es war ein Tod, wie die Mutter ihn sich gewünscht hatte, ohne Leidenszeit und Todeskampf, ohne Erniedrigung und Verfall. Doch für die Tochter ist der unerwartete Verlust ein umso größerer Schock, den sie im inneren Dialog mit der Mutter zu überwinden sucht.

Nur wenige Tage vor ihrem Tod hatte sie der Mutter, die in einem Dorf im Elsass lebte, noch bei der Ernte geholfen. Nun findet sie Trost darin, die Arbeit ihrer Mutter fortzusetzen. Sie lebt in ihrem Haus, bestellt ihren geliebten Garten, schlüpft ihn ihre Strickjacken, atmet ihren Geruch, lässt Erinnerungen zu, Empfi ndungen - darunter auch Verzweifl ung und Schmerz. Mit den wechselnden, aber wiederkehrenden Jahreszeiten ändert sich schließlich ihre Einstellung zum Tod und zum Leben.

Die Autorin gibt einen tiefen Einblick in ihre ganz persönliche Trauer. Ihre bewegenden poetischen Notizen gegen das Vergessen, die ihre Mutter und deren ländliche Welt wieder aufl eben lassen, werden all denjenigen helfen, die einen schmerzhaften Verlust erleben oder erlebt haben.

Mit Gedichten von Denise Morgenthaler

Autor*in / Hrsg.: Simone Morgenthaler
Weitere Informationen: Übersetzt von: Irène Kuhn
Umfang: 128 S.
Einband: Gebunden
Format: 21,0 x 13,0 cm
Gewicht: 248 g
Erscheinungsdatum: 15.08.2013

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Aus heiterem Himmel stirbt die Mutter, was die Tochter fassungslos zurück lässt. Im inneren Dialog mit ihr verarbeitet die Journalistin, Moderatorin und Autorin ihre Trauer und Wut und spürt ihrer Liebe nach.

Ist Trauer mitteilbar? Kann die Trauer einer fremden Person bei der Verarbeitung der eigenen helfen?
Die Journalistin, Moderatorin und Autorin Simone Morgenthaler erlebt den plötzlichen, wenn auch friedlichen Tod ihrer Mutter als Schock. Im September ist sie in ihrem Bett eingeschlafen, "... du hast einfach vergessen, wieder aufzuwachen." Nur wenige Tage vorher hatte sie ihrer Mutter bei der Ernte geholfen. Nun kehrt sie in das Haus und in den geliebten Garten zurück, um die Arbeit zu Ende zu bringen und die Arbeit der Trauer zu beginnen und fortzuführen.

Dazu tritt sie ein in inneres Zwiegespräch mit der Mutter, erinnert sich an sie, träumt von ihr. Sie macht die Gartenarbeit und begegnet dabei selbst dem, was ihre Mutter ihr oft beschrieb. "Als ich den Garten umgegraben habe, hüpfte plötzlich ein Rotkehlchen um mich herum. Das hat mir einen Stich versetzt, denn du hast mir oft von dem Rotkehlchen erzählt, das immer in deiner Nähe blieb.". Sie atmet den Duft ihrer Mutter ein, indem sie in ihre Strickjacke schlüpft, öffnet den Handarbeitskorb.

Morgenthaler ist erleichtert, als ihr die elsässischen Wörter wieder einfallen. Mit dem Tod wähnte sie diese für immer verloren, was das Zerschneiden eines weiteren Bandes zu dem geliebten Menschen bedeutet hätte.

Gemeinsame Radtouren, die Spiegeleier nach der Schule im Winter ... Simone Morgenthaler verwebt in ihrem Text diese Erinnerungsfetzen mit der Trauer und auch ohnmächtigen Wut dieses Verlustes und nimmt überrascht wahr, wie sich ihr eigenes Denken verändert. "Solange du am Leben warst, wollte ich mich immer von dir, von deiner Denk- und Handlungsweise abgrenzen. Und nun, wo du tot bist, stelle ich fest, dass es mich besänftigt, wenn ich in dir aufgehe und mich so bewege wie du."

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