Stefanie de Velasco: Kein Teil der Welt

Artikelnummer: 978-3-462-05043-1

Ein ostdeutsches Dorf kurz nach der Wende. Die junge Esther wurde über Nacht aus ihrem bisherigen Leben gerissen, um hier, am anderen Ende der Republik, in der alten Heimat ihres Vaters, mit der Gemeinschaft einen neuen Königreichssaal zu bauen. Während die Eltern als Sonderpioniere der Wachtturmgesellschaft von Haus zu Haus ziehen, um im vom Mauerfall geprägten Osten zu missionieren, vermisst Esther ihre Freundin Sulamith schmerzlich.

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Vom Aufwachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Klug, rasant und herzzerreißend: Stefanie de Velascos aufrüttelnder Roman gibt Einblick in eine verborgene Welt und erzählt von einem Emanzipationsprozess, der sämtliche Fundamente zum Einstürzen bringt.

Ein ostdeutsches Dorf kurz nach der Wende. Die junge Esther wurde über Nacht aus ihrem bisherigen Leben gerissen, um hier, am anderen Ende der Republik, in der alten Heimat ihres Vaters, mit der Gemeinschaft einen neuen Königreichssaal zu bauen. Während die Eltern als Sonderpioniere der Wachtturmgesellschaft von Haus zu Haus ziehen, um im vom Mauerfall geprägten Osten zu missionieren, vermisst Esther ihre Freundin Sulamith schmerzlich.

Mit Sulamith hat sie seit der Kindheit in der Siedlung am Rhein alles geteilt: die Fresspakete bei den Sommerkongressen, die Predigtdienstschule, erste große Gefühle und Geheimnisse. Doch Sulamith zweifelt zunehmend an dem Glaubenssystem, in dem die beiden Freundinnen aufgewachsen sind, was in den Tagen vor Esthers Umzug zu verhängnisvollen Entwicklungen führt. Während Esther noch herauszufinden versucht, was mit Sulamith geschehen ist, stößt sie auf einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bislang stets vor ihr geheim gehalten wurde.

Poetisch, wortgewandt und mit unwiderstehlicher Kraft führt uns dieser Roman in eine Welt, die mitten in der unsrigen existiert und dennoch kein Teil von ihr ist. Und stellt eine unvergessliche junge Frau ins Zentrum, die alles daran setzt, selbst darüber zu bestimmen, welche Erzählungen ihr Halt geben.

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020. Kategorie Jugendbuch

Jurybegründung

Sulamith ist nicht mehr da. Sie war Esthers einzige Freundin und innige Verbündete. Die Ich-Erzählerin Esther schildert nach und nach in Rückblenden, wie die kleine Sulamith und ihre Mutter als Bedürftige von Esthers Eltern, erfolgreichen Sonderpionieren der Zeugen Jehovas, eingesponnen werden in die Strukturen der Glaubensgemeinschaft, wie Sulamith aufbegehrt und schließlich aussteigt. Nicht nur durch Esthers Stimme kommt Sulamith zu Wort, auch die Auszüge aus ihrem Tagebuch sind eine Chronik ihres Werdegangs. Die Erzählung, in die Teile "Genesis" und "Exodus" gegliedert, spiegelt eine zweifache Entwicklungsgeschichte, die Sulamiths und die Esthers. Denn auch Esther, anfänglich die gefügige und vielversprechende Tochter, gerät nach dem Verlust von Sulamith zunehmend in Zweifel, besonders an den Machenschaften der Eltern, bis ihr am Ende die Flucht gelingt.

Es handelt sich um einen erzählerisch vielschichtigen Roman. Angesiedelt in der Nachwendezeit, gibt er kenntnisreich Einblicke in die Organisation und Strategien der Zeugen Jehovas, deutet aber auch deren Verfolgung im Naziregime und in der DDR an. Was es für die beiden Protagonistinnen bedeutet, "kein Teil der Welt" zu sein, wird atmosphärisch dicht entfaltet, ist aber auch über weite Strecken bedrückend und lässt einen nach der Lektüre lange Zeit nicht los.

Autor*in / Hrsg.: Stefanie de Velasco
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Jugendbuch zu: Erwachsenwerden Freundschaft
Details: Einbandart: gebunden
Umfang: 432 S.
Format (T/L/B): 3.8 x 20.8 x 14 cm
Gewicht: 534 g
Lesealter: 16+
Erscheinungsdatum: 10.10.2019
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